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Festhallen-Reitturnier Die Lehren aus Totilas

Matthias Alexander Rath kehrt beim Festhallen-Reitturnier zurück auf die große Bühne.

Matthias Alexander Rath
Neues Duo: Matthias Alexander Rath mit Foundation. Foto: Imago

Matthias Alexander Rath hat gelernt. Von Renoir, Sterntaler und natürlich Totilas. Diesem rabenschwarzen Ausnahmetalent, das 2010 mit so vielen Hoffnungen beladen auf dem familieneigenen Gestüt Schafhof eingezogen war und das sich in den Jahren danach bis zu seinem gesundheitsbedingten Karriereende 2015 unter seinem neuen Reiter schwer tat, an frühere Erfolge anzuknüpfen. Damals wurde in der Szene kritisch beäugt, dass einer auf dem Millionenhengst saß, der zuvor noch keinen eigenen Vierbeiner auf Grand-Prix-Niveau gebracht hatte und es sich vermeintlich bequem machte im Sattel bereits ausgebildeter Athleten. 

Der Stiefsohn von Mannschafts-Olympiasiegerin Ann Kathrin Linsenhoff wollte das nicht auf sich sitzen lassen. Schon parallel zur nicht immer glücklichen Suche nach den richtigen Trainingsmethoden für Totilas hatte der heute 34-Jährige dem Nachwuchs im Kronberger Stall Lektionen beigebracht. Doch auf dem Weg zum Topniveau fanden sich immer wieder Gründe dafür, dass die jungen Partner das Ziel nicht erreichten. 

Jetzt scheint Rath es geschafft zu haben. Bei seinem Heimturnier in der Frankfurter Festhalle vom 13. bis 16. Dezember präsentiert der Hesse im Finale des Louisdor-Preises, einer Serie für die besten acht- bis zehnjährigen Tänzer im Dressurviereck, einen eigenen Lehrling, den er schon als Fünfjährigen am Zügel führte und der nach einer zuletzt „rasanten Entwicklung“ bereits die ersten Prüfungen in der höchsten Leistungsklasse bestand. Es hört auf den Namen Foundation. „Er ist unheimlich gehfreudig“ und könne seine „Nervigkeit“ mittlerweile in positive Energie umsetzen, schwärmt der Reiter.

Ihn selbst ermöglicht der Hengst die Rückkehr in Sphären, aus denen er drei Jahre lang verschwunden war. Zudem hat der bald dreifache Familienvater Gefallen an den etwas anderen Herausforderungen gefunden. „Man kennt die Pferde in- und auswendig“, wenn man sie schon früh trainiert. Die Routiniers von einst hätten ihm zudem „unheimlich viel beigebracht“, das er nun weitergeben könne.

Rath wirkt völlig entspannt, wie er so da in einem Sessel im Empfangszimmer des Familienbesitzes über der Reithalle sitzt und plaudert. Über mangelnde Belastung kann sich der studierte Betriebswirt zwar nicht beklagen, seit er neben der eigenen Spitzensportkarriere die Deckstation auf dem Anwesen leitet. Doch er wirkt, als sei eine Last von ihm abgefallen, die er so lange auf sich lud, wie er sich, von einer riesigen Öffentlichkeit beobachtet, mit Totilas zeigte. Die neue Rolle scheint ihm, der bei Championaten bislang nur im Team Medaillen gewann, bestens zu bekommen. Rath freut sich darauf, wieder anzugreifen. Auch wenn man nie wisse, wie weit ein Pferd kommt. Neben Foundation hat er einen ganz besonderen Hoffnungsträger im 60 Pferde großen Schafhof-Stall: Destacado, wie der Ältere ein Hannoveraner, ist in seiner Altersklasse der Fünfjährigen Vize-Weltmeister. Er sei, sagt Rath, „das kompletteste Pferd, das ich bisher hatte“. Trotz der eigenen Vorgeschichte mit Totilas. 

Der könnte im Übrigen dafür sorgen, dass sich irgendwann der Traum des Reiters erfüllt, mehrere Grand-Prix-Pferde gleichzeitig zur Verfügung zu haben. Denn von den Nachkommen des stolzen Bewegungstalents, das die Familie gemeinsam mit dem früheren Springreiter Paul Schockemöhle besitzt, sollten einige über „die Qualität“ verfügen, in dessen Hufspuren zu treten. 

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