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EC Bad Nauheim In der Wetterau gleich heimisch

EC Bad Nauheims Neuzugang Dustin Cameron freut sich auf das Derby gegen die Löwen aus Frankfurt.

16.10.2015 07:57
Manuel Schubert
Kommt aus dem kalten Kanada: Dustin Cameron. Foto: Jan Huebner

Es ist ein grauer Nachmittag in Bad Nauheim. Die eisigen Temperaturen locken nur wenige Spaziergänger und Gassigeher auf den Pfad rund um den Teich im Kurpark, die meisten sind in dicke Mäntel gehüllt, tragen Schal, Mütze und Handschuhe. Dustin Cameron ist solche Temperaturen eigentlich gewohnt. „Mann, ist das kalt“, sagt der Stürmer des EC Bad Nauheim jedoch. Und das, obwohl er im kanadischen Saskatoon geboren wurde, wo es noch viel kälter sei als in Deutschland. „Der Winter ist dort sehr lang.“ Als sich der 26-Jährige auf eine Bank im VIP-Raum des Bad Nauheimer Colonel-Knight-Stadions setzt, lässt er die dicke Winterjacke an und die braune Wollmütze auf dem Kopf.

Den Herbst in seiner neuen Wahlheimat hat sich Cameron zwar anders vorgestellt, aber sonst kann der Neuzugang der Roten Teufel nicht klagen. Er hat sofort funktioniert, ist mit sechs Toren und acht Vorlagen nach zehn Spieltagen neuntbester Scorer der Liga. Cameron fühlt sich wohl in der Kurstadt, wenngleich er seine Freundin vermisst, die in Kanada als Lehrerin arbeitet, ihn aber im November besuchen kommt. Obwohl er erst vor zwei Monaten seine Wohnung in Fußnähe des Stadions bezogen hat, sagt Cameron, es fühle sich schon wie zu Hause an. „Man sieht viele bekannte Gesichter auf der Straße“, hat der Linksaußen festgestellt. „Die Bad Nauheimer lieben ihr Hockey.“

Wie sehr, das wird der Kanadier auch am Sonntag spüren, wenn die Löwen Frankfurt zum Derby in die Wetterau reisen (18.30 Uhr). „Ich habe gehört, dass die Zuschauer richtig laut sein werden“, berichtet Cameron. Die Löwen hätten eine starke Mannschaft, lobt er. „Wir müssen uns gut vorbereiten und unser Spiel durchziehen.“ Nachdem die letzten beiden Aufeinandertreffen mit Frankfurt für die Kurstädter in der Liga völlig in die Hose gingen (3:6 und 1:5), wäre mal wieder ein Derby-Erfolg an der Zeit. Die Mannschaft müsse für ihre Fans spielen, fordert Cameron, der über das Internet Gesundheit und Sicherheit studiert und nach der Profikarriere als Sicherheitsfachmann in einem kanadischen Bergwerk arbeiten will.

Im Derby wird es auch auf Cameron ankommen, für den es schon als Kind Alltag war, dass auf den zugefrorenen Seen Eishockey gespielt wird. „Mit 18, 19“ stellte er fest, dass es zur Profikarriere reichen könnte. Nach je einem Jahr in Ravensburg und Heilbronn landete er nun in Bad Nauheim. Cameron verkörpert den neuen, physischen Spielstil, den Trainer Petri Kujala fordert. Beide kennen sich aus Ravensburg. „Er ist ein guter Trainer, ist taktisch smart und hat hohe Ansprüche an uns.“ Als das Bad Nauheimer Angebot hereinflatterte, sagte Cameron sofort zu. Die richtige Entscheidung? Cameron: „Ich bereue nichts.“

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