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Ironman Plädoyer für Frankfurt

Patrick Lange startet 2018 bei der Ironman-EM. In Langen räumt der Hawaii-Sieger den nächsten Preis ab.

Im Talk mit Justizminister Heiko Maas (Zweiter von li.): Patrick Lange (Zweiter von re.). Foto: Papadopoulos

Mittlerweile hat Patrick Lange den Umgang mit Prominenten so perfektioniert wie den Griff zur Verpflegung. So wie der Hawaii-Sieger während seines Rekordlaufs beim legendären Ironman aus seinem Rennanzug für die Schlussphase noch zahllose Schwämme und eine vergessene Banane hervorkramte, so geschickt beherrscht der 31-Jährige inzwischen den verbalen Schlagabtausch mit vermeintlich noch berühmteren Menschen. Berührungsängste sind ihm fremd geworden. Wie zum Beleg streute der Darmstädter kecke Sprüche bei der Triathlon-Night in der Stadthalle Langen ein, als der exzellent aufgelegte Moderator Hartwig Thöne in einer Talkrunde Justizminister Heiko Maas das Versprechen abzuluchsen versuchte, statt sich vergeblich um eine Bundesregierung zu bemühen, doch lieber die Passion seines Hobbys Triathlon zu verstärken.

Die wahre Hauptfigur eines unterhaltsamen Abends war indes Lange. Wie selbstverständlich heimste er die Auszeichnung als „Triathlet des Jahres“ ein. Bei der Ehrung im Scheinwerferlicht gab der Hawaii-Triumphator die Nachricht bekannt, die alle hessischen Triathlon-Freunde erfreuen dürfte: „Ich werde in Frankfurt am Start sein.“ Im Gegensatz zu Jan Frodeno macht der amtierende Weltmeister also keinen Bogen um den wichtigsten Ironman auf deutschem Boden. Seine Teilnahme bei der Europameisterschaft am 8. Juli 2018 ist seit wenigen Tagen nach den finalen Verhandlungen mit Ironman-Geschäftsführer Björn Steinmetz („Wir freuen uns, dass der Weltmeister wieder seinen Fußabdruck in Frankfurt hinterlässt“) in trockenen Tüchern.
Lange erklärte gegenüber der FR, dass es hinter den Kulisse zu keinem großen Geschacher gekommen sei. „Natürlich gab es   andere Angebote, aber Frankfurt war eigentlich meine einzige Option.“
 

Mittlerweile ist der in Bad Wildungen geborene Hesse auch über den DSW Darmstadt so tief in der Region verwurzelt, dass er auch eine Art Verpflichtung spürt, „hier etwas zurückzugeben“. Ein Start in Roth bei der wieder zur beliebtesten Langdistanzveranstaltung gekürten Konkurrenzserie Challenge habe nicht wirklich zur Debatte gestanden. „Mein Fokus liegt wieder auf Hawaii. Und davor will ich nur eine Langdistanz machen“, erklärte Lange, der als Weltmeister zwar die nächsten fünf Jahre ein Startrecht besitzt, aber dafür jedes Jahr einen Ironman absolvieren muss. Die Ambitionen in Frankfurt sind klar umrissen: „Ich will die Scharte aus diesem Jahr auswetzen.“

Da möchte einer erstmals nach Lothar Leder als Lokalmatador die Ironman-Europameisterschaft gewinnen, dessen Begründer Kurt Denk am Samstagabend vor der versammelten Triathlon-Familie zu seiner eigenen Überraschung für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde.

Lange hat in seiner Karriere noch viel vor. „Es ist mein Ziel, meinen Titel in Hawaii 2018 zu verteidigen; gerne auch ohne die acht Stunden zu knacken.“ Wie sehr Kona alles verändert, erzählt der gelernte Physiotherapeut inzwischen gerne: „Mein Leben ist auf den Kopf gestellt.“ Auch wenn er den Umgang mit neuen Einflussgrößen nach eigenem Bekunden „gut im Griff“ habe. Vieles begreift er als Erweiterung des eigenen Horizonts.

Mit Rosberg eng in Kontakt

Mit Nico Rosberg hat er sich bei einem Fernsehauftritt bei ZDF-Unterhalter Markus Lanz beispielsweise so gut verstanden, dass der Formel-1- und Ironman-Weltmeister seitdem regelmäßig in Kontakt sind. Am Sonntag saß der Triathlet nun noch im RTL-Jahresrückblick bei Günther Jauch auf dem Sofa. Und demnächst ist ein viertägiger New-York-Trip geplant, um für den amerikanischen TV-Sender NBC in einer Dokumentation als Live-Gast aufzutreten.

Lange bestätigte, dass er von seinem Manager Jan Sibbersen ein tägliches „Weltmeister-Briefing“ erhalte. Vielleicht rührt daher auch ein anderes Selbstverständnis der eigenen Rolle. Als der Heroe seinen nächsten Preis überreicht bekam, wollte er sogleich wissen, mit welchem Vorsprung er denn gewonnen habe. 27 Prozent der mehr als 30 000 abstimmenden Leser des „Triathlon-Magazin“ hatten ihn gekürt – auf dieselbe Zahl kamen zusammen allerdings auch Jan Frodeno und Sebastian Kienle. Ganz so leicht lassen sich prominente Rivalen eben nicht von der Bildfläche verdrängen.

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