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Ironman in Wiesbaden Die letzte Chance für Raelert

Andreas Raelert bangt noch um seine Teilnahme am Ironman auf Hawaii. Jetzt will er kurz vor seinem 40. Geburtstag beim Ironman 70.3 Wiesbaden sein Ticket lösen.

Andreas Raelert will nochmal in Hawaii an den Start gehen. Foto: Michael Schick

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Es ist ja nicht so, dass Andreas Raelert die Tücken der Strecke mitten durch den Taunus nur vom Hörensagen kennt. Zwar stand der Triathlet bislang noch nie beim Ironman 70.3 Wiesbaden an der Startlinie, aber dafür oft genug am Rande. Zur Unterstützung seines Bruders Michael, der die Europameisterschaft über die 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen in der Kurstadt zweimal (2010 und 2012) dominierte.

Nun aber fokussiert sich der jüngere der Raelert-Brothers ganz auf die Halbdistanz-Weltmeisterschaft in Zell am See am 30. August, und im Zuge der Vorbereitung hat der 34-Jährige mal ganz locker am vergangenen Wochenende den Frankfurt City Triathlon gewonnen. Der fünf Jahre ältere Andreas Raelert, der am kommenden Dienstag seinen 40. Geburtstag feiert, will hingegen am 9. August Vollgas geben.

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Schließlich gibt es bei ihm ja auch noch eine private Bande in die hessische Landeshauptstadt. Drei Jahre sei er schließlich zwischen Wiesbaden und Rostock gependelt: Der Liebe wegen Freundin Julia, die er vor sechs Jahren am Rande des Frankfurter Ironman kennenlernte. Mittlerweile haben die beiden standesamtlich geheiratet, die kirchliche Trauung ist für Ende Oktober angesetzt. Zuvor will der Rostocker sportlich aufhorchen lassen. „Der Kurs ist äußerst anspruchsvoll, dafür muss man an seine Leistungsgrenze gehen“, sagt einer, der als mehrmaliger Hawaii-Starter auch weiß, dass die Hitzeschlacht zur Gratwanderung wird. „Wer seinen Körper nicht vernünftig kühlt, wird einen Einbruch erleben.“

So etwas kann er gar nicht gebrauchen. Denn seitdem die Hawaii-Qualifikation über ein Punktesystem bei den verschiedenen Ironman-Kriterien vergeben wird, müssen selbst Topathleten wie Andreas Raelert um die WM-Zulassung bangen. „Das ist meine letzte Chance.“ Eigentlich hatte er ja in diesem Jahr vor, nach einem dritten Platz bei einem Ironman 70.3 in St George anschließend beim Ironman Texas die nötigen Punkte zu verbuchen, doch dann setzte ihm eine Achillessehnenverletzung zu. Anschließend startete er beim Ironman Frankfurt, wo er als Sechster klar im Schatten des Gigantenduells Jan Frodeno versus Sebastian Kienle stand. „Der Abstand war gewaltig“, räumt Andreas Raelert ein, den im Wasser erstmals eine Panikattacke ereilte.

Die Konkurrenz ist groß

Überhaupt der Kopf: Seit er beim Ironman Klagenfurt mal einen Muskelbündelriss erlitt, arbeitet der Frankfurt-Sieger 2010 und Hawaii-Zweite 2011 vor allem daran, „meine mentalen Fähigkeiten wieder aufzubauen.“ Ausdauerwerte und Trainingsergebnisse seien nämlich wieder top. Mindestens zwei Jahre will Andreas Raelert noch versuchen, sich den Traum vom Hawaii-Sieg zu erfüllen – diese Vision halte ihn selbst nachts noch wach. „Würde ich keinen Spaß mehr haben oder hätte ich das Gefühl, ich wäre nicht mehr konkurrenzfähig, dann würde ich meine Karriere sofort beenden.“

Wiesbaden wird nun zum Wegweiser: Mindestens unter die besten Fünf muss er kommen – sonst wird es nichts mit Hawaii. „Aber wenn ich umsetze, was ich im Training gezeigt habe, dann kämpfe ich um den Titel mit.“ Die Konkurrenz ist groß. Die Deutschen Andreas Böcherer, Boris Stein oder Maurice Clavel, der Brite Ritchie Nicholls als Sieger 2014, der Australier Joe Gambles, die Schweizer Manuel Küng oder Rudi Wild : Sie alle können den Showdown im Wasser des Raunheimer Waldsees, auf der Radstrecke mit rund 1500 Höhenmetern und den Laufrunden durch den Kurpark bestimmen. Insgesamt spricht der Veranstalter vom „hochkarätigsten Profifeld, das es in Wiesbaden jemals gab.“

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