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Ironman Frankfurt Triathlet mit Herz

Elmar Sprink startet nach einer Herz-Transplantation im Jahr 2012 nun beim Ironman. Wo sein Herz herkommt, weiß er nicht. Das alte wurde ihm wegen einer krankhaften Erweiterung des Herzmuskels heraus genommen.

Massenhaft Kappen: Am Sonntag ist großer Badetag am Langener Waldsee. Foto: Andreas Arnold

Elmar Sprink ist 42 Jahre alt. Wie alt sein Herz ist, weiß er nicht. „Ich habe keine Informationen, woher es kommt. Ich vermute, von einem Mann, der jünger war als ich.“ Sprink wurde am 9. Juni 2012 ein neues Herz eingepflanzt. Dilatative Kardiomyopathie war damals die Diagnose, eine krankhafte Erweiterung des Herzmuskels. „Total ausgeleiert“, nennt Sprink das.

Fußball, Skifahren, Triathlon – der Diplombetriebswirt aus Köln war sportlich und lebte gesund. 2005 lief er den ersten Ironman in Frankfurt. Trotzdem hatte er aus unbekannten Gründen vor vier Jahren auf seinem Sofa einen Herzstillstand. Der Nachbar musste ihn wiederbeleben. „Ab da wurde mein Herz immer schlechter“, erinnert sich Sprink. Die darauffolgenden zwei Jahre verbrachte er mit Krankenhausaufenthalten, Reha, dem Einbau von zwei Herzpumpen und letztendlich der Organtransplantation. Mit seinem kantigen Gesicht, den kurzrasierten Haaren und dem asketisch-durchtrainierten Körper wirkt er heute fit und vital. Kaum vorzustellen, dass dieser Mann rund 190 Tage im Krankenbett liegend verbracht hat. Fast ein halbes Jahr hing sein Leben an zwei Maschinen. „Stecker raus – das wäre es dann gewesen.“ Nach der Operation hat der Triathlet nur 65 Kilogramm gewogen. „Ich hatte überhaupt keine Muskulatur mehr“, erzählt er. Er konnte sich nicht mal alleine die Socken anziehen. Doch schon ein halbes Jahr nach der Entlassung fing er wieder mit dem Laufen an, steigerte langsam das Rad- und Schwimmtraining.

Ein neues Leben

Am Sonntag startet er nun zum zehnten Mal bei einem Ironman, zum dritten Mal in Frankfurt und zum ersten Mal mit seinem neuen Herzen. Es liegt nahe, dass das Thema Organspende für Sprink eine große Rolle spielt. „In Deutschland warten rund 1000 Leute auf ein Herz“, erzählt er, „jeder Dritte verstirbt.“ Er wünscht sich, dass jeder sich mit dem Thema auseinandersetzt. „Es ist wichtig, dass man sich Gedanken darüber macht.“

Für Elmar Sprink bedeutete das Herz ein neues Leben, in dem es natürlich auch Einschränkungen gibt. Damit der Körper das Organ nicht abstößt, wird das Immunsystem durch Medikamente runtergefahren. „Jede Erkältung ist eine Gefahr für sich“, weiß Sprink. Das heißt: Kein rohes Fleisch, keine Salate auswärts, Desinfizieren nach dem Händeschütteln. Der Ironman sei aber kein zusätzliches Risiko. „Ich höre auf meinen Körper und will mit einem Lächeln ins Ziel kommen.“ Vor allem möchte er zeigen: „Ein Ironman kann ein Ironman bleiben - auch nach einer Herztransplantation.“

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