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Ironman Frankfurt Pikanter Personalwechsel

Der Ironman Frankfurt bekommt ein neues Oberhaupt – ausgerechnet von der Konkurrenz. Der Wechsel sorgt für böses Blut.

Björn Steinmetz wird neuer Renndirektor des Frankfurter Ironman. Foto: ironman

Der Ironman Frankfurt bekommt ein neues Oberhaupt – ausgerechnet von der Konkurrenz. Der Wechsel sorgt für böses Blut.

Um Gottes Willen!“ Wer Thomas Dieckhoff damit konfrontiert, dass die prosperierende Ironman-Serie der gleichsam nach Wachstum strebenden Challenge-Konkurrenz eine Art Kriegserklärung in der vermeintlich heilen Triathlon-Welt gemacht habe, erntet energischen Widerspruch. Doch ungewöhnlich ist es schon, wenn zwischen den beiden privaten Veranstaltern nicht nur ständig Rennen abgeworben werden, sondern neuerdings auch Personal abspenstig gemacht wird.

Mit Björn Steinmetz wechselt der Präsident des einflussreichen Baden-Württembergischen Triathlonverbandes und Sprecher der Landesverbände der Deutschen Triathlon-Union (DTU) die Fronten. Der 40-Jährige steigt aus der Challenge-Familie aus und gleichzeitig zum Geschäftsführer der Xdream Sport & Events GmbH auf. Um die pikante Personalie zu verdeutlichen: Das wäre ungefähr so, als würde Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc ad hoc bei Bayern München den Posten von Matthias Sammer übernehmen. „Der Vergleich trifft es gut“, sagt auch Dieckhoff, der Steinmetz nach eigenem Bekunden den Job nach einem persönlichen Treffen schmackhaft gemacht hat.

Der zweifache Familienvater wird sofort Renndirektor für den Ironman Frankfurt als auch den Ironman 70.3 Wiesbaden. Xdream war einst vom Frankfurter Begründer Kurt Denk geschaffen, dann aber für eine Millionensumme an die in die Hände eines amerikanischen Finanzinvestor gelangte World Triathlon Corporation (WTC) verkauft worden. Damit verändert sich die gesamte Hierarchie in der Ironman-Zentrale in Hanau-Steinheim für die hessischen Veranstaltungen. Der bisherige Renndirektor Kai Walter verliert diesen wichtigen und repräsentativen Aufgabenbereich. Dieckhoff mag jedoch nicht von einer Entmachtung sprechen, sondern stellt heraus, dass Walter ja weiter „für die operative Umsetzung aller europäischen Rennen zuständig“ sei.

"Jeder muss wissen, was ihm wichtig ist"

Der derzeit in Asien weilende Challenge-Boss Felix Walchshöfer zeigte sich wie vom Blitz getroffen – und mächtig enttäuscht von seinem wichtigsten Weggefährten. „Geld, Geld, Geld – jeder muss wissen, was ihm wichtig ist“, sagte Walchshöfer auf FR-Anfrage. Denn mit Steinmetz, selbst aktiver Triathlet mit zehn absolvierten Langdistanz-Rennen, verlieren die Roth-Organisatoren nicht nur viel Knowhow, sondern auch gleich noch den in der Triathlon-Szene außerordentlich beliebten Challenge Kraichgau.

Steinmetz besaß für diese Mitteldistanz-Veranstaltung die Lizenz, die nun – genau wie bei Roth 2002 – vom Ironman übernommen wird. Am 15. Juni 2014 wird im Kraichgau bereits unter Ironman-Label geschwommen, geradelt und gelaufen – an die angemeldeten Athleten ging flugs eine Mitteilung („Bleibt alles anders“), dass die Qualität bei gleichem Preis bestehen bleibe. Zusätzlich wird mit dem Ironman 70.3 Rügen sogar noch ein viertes deutsches Halbdistanz-Event aus dem Boden gestampft. Die ständig ausgebuchten Starterfelder geben es her.

„Deshalb können wir gute Leute immer gebrauchen“, erklärt Dieckhoff. Der 56-Jährige sagt zwar, Ironman und Challenge würden ähnliche Interessen verfolgen, aber ihm ist schon daran gelegen, die Kräfteverhältnisse zu berücksichtigen: „Ironman ist einfach eine Nummer größer.“

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