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Ironman Frankfurt Nur sechs Männer schneller als Daniela Ryf

Die konkurrenzlose Schweizerin Daniela Ryf schielt bei ihrem Sieg aufs andere Geschlecht.

Ironman Frankfurt
Die Favoritin war nicht zu schlagen: Daniela Ryf aus der Schweiz. Foto: dpa

Es war ein einsames Rennen, das Daniela Ryf absolvierte. Allerdings nur, wenn man die Konkurrenz auf die Frauen reduzierte. Denn als die Schweizerin nach 8:38:44 Stunden völlig entspannt im Zielbereich der Ironman-EM von Frankfurt stand, musste sie noch fast eine halbe Stunde lang warten, bis auch die amerikanische Debütantin Sarah True (9:05:19) und noch später Titelverteidigerin Sarah Crowley aus Australien (9:11:31) zum Feiern bereit waren. Eigentlich keine guten Voraussetzungen, um sich auf dem baustellenbedingt diesmal sogar fünf Kilometer längeren Weg durch die Rhein-Main-Region erfolgreich für einen Streckenrekord zu motivieren. Doch die dreimalige Weltmeisterin suchte sich einfach andere Reize, um das individuelle Tempo zu beschleunigen.

Es weckt schon länger den Ehrgeiz der das eigene Geschlecht dominierenden Langstreckentriathletin, sich mit den Männern zu messen. „Wo ist Jan?“, habe sie deshalb auch die anfeuernden Zuschauer auf der Marathonstrecke am Main gefragt. Doch der spätere Europameister Frodeno, schon am anderen Ufer angelangt, war nicht zu schlagen. Ein größerer Teil des Profifelds schon. Im Gesamtklassement belegte Ryf, für die es der zweite Erfolg am Main war, Rang sieben – wenn man sie im Ranking mit den Männern verglichen hätte.

„Ich war definitiv am Limit“, sagte die 31-Jährige. Aber das Rennen, bei dem sie als Zweitplatzierte nach dem Schwimmen richtig Gas gegeben habe, sei „super“ gelaufen. Vielleicht auch, weil die frühere Dauerwettkämpferin „richtig heiß“ gewesen war. Erstmals hatte sie sich eine längere Pause gegönnt, war erst spät in die Saison eingestiegen. „Ich möchte ja noch einige Jahre vorne mitmischen“, erklärte sie. Zwar habe es sie im März in den Beinen gejuckt, als die anderen Frauen ihre ersten Wettkämpfe absolvierten. Doch die Auszeit sei gut für Kopf und Körper gewesen.

Während Ryf nun in Hessen ihre erste Langstreckenaufgabe in diesem Jahr absolvierte, stellte der Ironman für die Bayreutherin Anne Haug eine ganz neue Erfahrung dar. Die zweimalige Olympiateilnehmerin hatte sich über einen Einstieg in den Mitteldistanztriathlon vor knapp einem Jahr und bislang drei Siegen auf der 70.3-Distanz an die noch brutalere Belastung herangetastet und beendete ihre Premiere nach 9:14:06 Stunden auf dem vierten Platz. Mehr wäre drin gewesen, hätte nicht eine Radpanne die 35-Jährige gebremst. Bei der Reparatur tat sie sich schwer.

Beim abschließenden Laufen schlug kurz vor dem Ziel der Mann mit dem Hammer kräftig zu, und Haug legte mehrmals Gehpausen sein. Es sei ein „Up and Down der Gefühle“ gewesen. Doch es sei mit Blick auf weitere Herausforderungen von Vorteil, dass sie dabei von so starker Konkurrenz umgeben war. Jetzt wisse sie als Anfängerin, wo sie stehe. Außerdem habe sie, die sich auf der Ironman-Distanz als „große Konstruktionsfläche“ sieht, für die der perfekte Bauplan noch fehlt, ihr Ziel erreicht: „In aufrechter Haltung den Römer zu sehen – und zwar bei Tageslicht.“

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