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Ironman Frankfurt Kampfansage auf Deutsch

Jan Frodeno will beim Ironman Frankfurt ein Ausrufezeichen setzen und dem Darmstädter Patrick Lange das Heimrennen verderben.

Ironman
Noch lachen sie: Jan Frodeno (l.) und Patrick Lange. Foto: imago

Es ist das Duell, das seit Wochen die Schlagzeilen zur Ironman-Europameisterschaft am Sonntag in Frankfurt bestimmt. Doch beinahe hätte Jan Frodeno für dieses zweite Aufeinandertreffen mit Weltmeister Patrick Lange in diesem Jahr passen müssen: Vor zwei Wochen war der 36-jährige Triathlet am Ende einer langen Radeinheit bei einer Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern ausgerutscht und auf den Asphalt geknallt.

Anfangs verbuchte der Profi neben einer Hüftprellung vor allem den „kosmetischen Schaden“, eine später mit zehn Stichen genähte Platzwunde im Gesicht, von der am Donnerstag bei der Pressekonferenz im Rennhotel am Main nur noch die schon gut verheilte Narbe zu sehen war. Doch die zusätzlich zugezogene Oberschenkelverletzung, eine leichte Ruptur der Bizepssehne, sollte sich im Laufe der Tage zu einem größeren Hemmnis entwickeln. Die ausgetretene Flüssigkeit drückte auf den Ischiasnerv, was Schmerzen bereitete.

„Glücklicherweise hatte ich die großen Radeinheiten schon hinter mir“, sagt Frodeno. Trotzdem sei er erst nach einem letzten Test am Mittwoch sicher gewesen, dass der Start am Langener Waldsee (6.30 Uhr) und die Bewältigung der Herausforderung von 3,86 Kilometer Schwimmen, den baustellenbedingt diesmal sogar 185 Kilometern auf dem Rad und dem abschließenden Marathonlauf möglich sein würden.

Hielte der Gewinner von 2015 sich nicht für konkurrenz- und siegfähig in diesem starken Feld, in dem weder er noch der im Vorjahr nur sechstplatzierte Lange in Abwesenheit von Titelverteidiger Sebastian Kienle die Entscheidung über die früheste Ankunft auf dem Römerberg auf sich reduziert wissen wollen, wäre er nicht gekommen. „Ich bin absolut selbstbewusst“, betont der zweimalige Champion von Hawaii.

Die Konfrontation mit seinem Nachfolger hat der im Oktober entthronte König von Kona bewusst gesucht. Im Nachgang der frustrierenden Erlebnisse von damals, als er nach Rückenproblemen auf der Laufstrecke weit zurückgefallen war und sich unter sichtbaren Qualen trotzdem bis ins Ziel kämpfte, habe er beschlossen, im Laufe dieser Saison schon im Vorfeld des Höhepunktes bei all seinen Gegnern „auf der Matte zu stehen“.

Diesmal ein Verfolger

Auf der Halbdistanz konnte er im direkten Vergleich mit Patrick Lange Anfang Juni bereits punkten, gewann den 70.3 im Kraichgau souverän. Doch die Situation in Frankfurt sei nicht nur wegen der Länge der Strecke eine ganz andere. Für den Darmstädter Lange sei es sein Heimrennen. Hier selbst „ein Ausrufezeichen zu setzen“, könnte für den für Saarbrücken startenden gebürtigen Kölner schon in mentaler Hinsicht einen Vorteil fürs WM-Finale darstellen.

Frodeno weiß, wie man sich fühlt in der Rolle des Gejagten, die für Lange noch neu ist. Jetzt gehört er wieder zu den Verfolgern. Doch der Olympiasieger von 2008 will sein eigenes Rennen gestalten. „Ich habe gut trainiert und weiß, dass es laufen kann.“ Dass er den Lokalhelden, der von sich sagt, „gegen starke Gegner die besten Rennen“ zu machen, zu schlagen bereit ist. Für die Kampfansage vor den internationalen Medien revoltierte Frodeno gar gegen die Vorgabe, das Pressegespräch auf Englisch zu führen. In Deutschland käme ihm das „komisch“ vor, betonte der Wahlspanier in seiner Muttersprache.

Seine Motivation sei ungebrochen, fuhr er auf Deutsch fort, er habe noch immer Spaß an seinem Beruf, der doch viel mehr sei als das: „eine Lebensart“. Außerdem „habe ich ja nichts anderes gelernt“, müsse also weiter seinen Sport betreiben. Dabei weiß er in Frankfurt auch andere ernstzunehmende Konkurrenten an seiner Seite: Andi Böcherer etwa, dem Frodeno selbst riet, es doch mal mit mehr Schwimmtraining zu versuchen. Oder der Australier Joshua Amberger, der im Wasser sowieso viel Talent hat.

Dessen Landsfrau Sarah Crowley geht bei den Frauen als Titelverteidigerin ins Rennen und sollte dabei vor allem mit der dreimaligen Weltmeisterin Daniela Ryf aus der Schweiz rechnen. Noch so ein Duell, das viele im Blick haben, das aber nicht das ausschlaggebende sein muss.

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