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Frankfurt-Marathon Geschmiertes Uhrwerk

Arne Gabius ist wieder gesund und will beim Frankfurt-Marathon im Oktober an alte Erfolge anknüpfen.

Frankfurt Marathon
Lief vor zwei Jahren in Frankfurt mit den Besten mit: Arne Gabius (Mitte). Foto: Imago

Arne Gabius wohnt im Norden Stuttgarts, mit dem Auto benötigt er zwei bis zweieinhalb Stunden bis nach Frankfurt, je nach Verkehrslage. Das könnte bald ziemlich wichtig werden, in einem Monat schon, um genau zu sein. Am 29. Oktober findet der Frankfurt-Marathon statt, es ist das sportliche Highlight des Jahres für den Leichtathleten Gabius, 37 Jahre alt. Hier, beim ältesten und drittgrößten City-Marathon Deutschlands, knackte er 2015 mit 2:08:33 Stunden den nationalen Marathon-Rekord, 14 Sekunden schneller als DDR-Athlet Jörg Peter, Tokio 1988. Hier möchte er 2017 sein „Comeback“ geben, wie er es selbst nennt, 2016 war ein Verletzungsjahr für ihn. Aber der 29. Oktober ist noch aus einem anderen ganz Grund ein sehr wichtiges Datum für Gabius: Es ist der errechnete Geburtstermin für sein erstes Kind. 

Gut vier Wochen, bevor sich zwei Stränge im Leben des Arne Gabius dramatisch ineinander zu verheddern drohen, sitzt der gebürtige Hamburger in einem Vier-Sterne-Hotel nahe der Frankfurter Messe, es ist die erste offizielle Pressekonferenz im Vorfeld der Veranstaltung. Von Anspannung keine Spur, er hat da ja etwas recherchiert. „Statistisch gesehen ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass es am 29. passiert“, erklärt der gut gelaunte Gabius, denn: „Beim ersten Kind trifft der errechnete Geburtstermin nur zu vier Prozent ein, meistens passiert es Tage später.“ Da strahlt einer die Gelassenheit eines Menschen aus, der weiß: Die Dinge laufen meistens eh ganz anders als geplant, und wie gesagt: Es ist im Zweifel nicht weit aus Stuttgart. Wieso sich also aufregen?

Vor zwei Jahren, nach seinem Rekordcoup am Main, hat Gabius sehr vieles geplant, er hatte bereits im Kopf, wann er wo laufen würde, hin bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Aber schon damals deuteten sich die Probleme an, die den Langstreckenläufer dann, im folgenden Jahr, aus der Bahn warfen und von der Straße. Die Achillessehne begann zu schmerzen, dann die Hüfte, die beim laufen immer leicht einknickte. „Wenn man jung ist, kann man das kompensieren“, sagt Gabius, der 2012 EM-Silber in Helsinki gewann und seit 2017 für Therapie-Reha Bottwartal startet, dem Verein seines Physiotherapeuten: „Aber irgendwann dann halt nicht mehr.“ Mit der Diagnose Schambeinentzündung, einer tückischen, weil nur mit Ruhe zu therapierenden Verletzung am Becken, erlebte er ein frustrierendes Jahr 2016; der Traum von Olympia in Rio de Janeiro platzte.

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