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Frankfurt-Marathon Frankfurt freut sich auf Katharina Heinig

Der Frankfurter Marathon hat mit Lokalmatadorin Katharina Heinig und 2015er-Weltmeisterin Mare Dibaba Besonderes zu bieten.

Katharina Heinig
Umjubelt beim Zieleinlauf in der Frankfurter Festhalle: Katharina Heinig. Foto: imago

Aus ihrer Wohnung im Frankfurter Stadtteil Niederrad hat es Katharina Heinig nur einen Katzensprung, um auf die Originalstrecke des Frankfurter Marathon zu gelangen, der sich im ersten Teil durch die Bürostadt schlängelt. Vielleicht hätte die 29-Jährige das am 28. Oktober sogar getan, wenn der älteste Stadtmarathon traditionell am letzten Oktober-Sonntag startet. Doch eine „Spontanentscheidung“, wie es die Langstreckenläuferin nennt, hat nun dazu geführt, dass sie einem Herzenswunsch der Veranstalter nachkommt – und wie im Vorjahr in Frankfurt voller Zuversicht startet.

„Ich habe den Körper sich nach der Europameisterschaft erholen lassen. Weil die Vorbereitung auf Berlin super gelaufen ist, kann ich auf hohem Niveau ins Training für Frankfurt einsteigen“, versichert die ehrgeizige Sportlerin, die Mitglied der Sportfördergruppe der hessischen Polizei ist. Bei der EM hatte sie trotz großer Hitze, starkem Wind und einem weitgehend allein absolvierten Rennen in 2:35:00 Stunden Rang 16 erreicht. Mit dem Ergebnis sei sie unter diesen Bedingungen zufrieden gewesen, sagt Heinig. „Aber ich weiß, was ich draufgehabt hätte. Mich ärgert, dass ich deutlich schneller hätte laufen können.“

Diesen Beweis kann sie beidseitig des Mainufers anbringen, wo die 42,195 Kilometer mittlerweile bestens für persönliche Bestzeiten geeignet sind, Heinig gewann im Vorjahr mit 2:29:29 den deutschen Meistertitel und heimste mit ihrem beherzten Auftritt viel Lob ein. Renndirektor Jo Schindler freut sich: „Katharina Heinig und der Frankfurt Marathon – das passt einfach perfekt zusammen. Wir freuen uns sehr, dass wir die Geschichte fortschreiben können, die im Vorjahr so verheißungsvoll begonnen hat.“

Als beste deutsche Starterin peilt sie wieder eine Zeit unter 2:30 Stunden. Was sie automatisch in Reichweite ihrer 2016 in Berlin in 2:28:34 Stunden aufgestellten persönlichen Bestzeit brächte. „Der Frankfurt Marathon wird die Kirsche auf der Sahnehaube des Jahres für mich“, sagt Heinig, die von ihrer Mutter und Marathon-Bundestrainerin Katrin Dörre-Heinig betreut wird. Sie war es auch, die ihre Tochter auf die Idee brachte, doch noch einen schnellen Herbst-Marathon anzupeilen.

Nach der EM war Katharina Heinig zunächst drei Wochen im Urlaub und hat am vergangenen Donnerstag im Taunus ihren langjährigen Freund Robert geheiratet. Die ursprünglich in dieser Woche angesetzte, langfristig geplante Fußoperation hat sie nochmal verschoben. „Der Fuß hat im vergangenen dreiviertel Jahr Ruhe gegeben“, erzählt sie.

Weltmeisterin Mare Dibaba kommt nach Frankfurt

Doch nicht nur auf die deutsche Topläuferin richten sich die Augen, sondern auch eine Weltmeisterin zieht das Interesse an. Mare Dibaba, Gewinnerin der WM 2015 in Peking. Das Rennen sorgte für weltweites Aufsehen, weil die Äthiopierin auf der Zielgeraden ihre kenianische Konkurrentin Helah Kiprop nach 2:27:35 Stunden gerade einmal um eine Sekunde distanzierte.

Christoph Kopp, Sportlicher Leiter des Frankfurt Marathons, wollte die nur 1,51 Meter große Topläuferin schon 2016 verpflichten. Der 70-Jährige war sich mit dem Management nahezu einig, auch in puncto Startgeld. „Wir hatten sie an der Angel“, erinnert sich Kopp. „Doch dann sagte ihr Ehemann: Nein, das Startgeld ist zu wenig.“ Kopp konnte finanziell nicht nachlegen, er war bereits mit einer hohen fünfstelligen Summe an seine Schmerzgrenze gegangen. Und so platzte der Deal mit der Olympia-Dritten von Rio 2016. Denn Dibaba hörte auf ihren Ehemann und sagte ab.

„In solchen Ländern herrschen anderer Hierarchien als bei uns, ein anderes Verständnis“, so Kopp. Für den erfahrenen Leichtathletik-Funktionär, wird Dibaba nun aber zum zweiten Mal nach 2010, als sie Fünfte wurde, dabei sein. Hintergrund: Nach eher durchwachsenen Ergebnissen in den vergangenen zwei Jahren ist ihr „Antrittspreis“ um ein Viertel gefallen. Selbst ihr Ehemann hat offenbar keinen Einspruch eingelegt. „Fünfstellig bekommt sie ja immer noch“, so Kopp. Im Vergleich zu einer aktuellen Weltmeisterin oder Olympiasiegerin, die mitunter mehr als 300 000 Euro Startgeld kassieren, ein durchaus guter Preis.

Und bei Dibaba weiß Kopp buchstäblich, was er bekommt. Sowohl ihr Alter (28) als auch ihre persönliche Bestzeit (2:19:52 Stunden) sind legitimiert. Das ist nicht immer so bei afrikanischen Athleten. Kopp und sein Frankfurter Organisations-Team durchleuchten daher die Sportler vor einer Vertragsunterzeichnung genau: Stimmen deren persönliche Bestzeiten? Stimmt deren Alter? Waren sie schon einmal gesperrt? „Bei Frauen kontrollieren wir alle bis zu einer Bestzeit von 2:40 Stunden“, berichtet Kopp. „Die Kontrolle ist aufwendig. Aber es gibt gute Quellen. Da bekommt man relativ lückenlose Nachweise. Wer einmal gedopt hat, darf bei uns nicht starten.“

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