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Frankfurt Marathon Erst der Job, dann der Marathon

Deutschlands schnellste Hobbyläuferin will in knapp drei Wochen in Frankfurt beim Marathon ihre Bestzeit toppen.

Nach zehn Wochen Vorbereitung bereit: Tinka Uphoff. Foto: imago

In wohl keiner anderen Sportart ist es für Hobbysportler möglich so weit in die Spitze vorzustoßen. Leistungssport als Hobby – das könnte ein Motto von Tinka Uphoff sein. Die 32-Jährige ist Deutschlands schnellste Hobby-Marathonläuferin: Sie arbeitet als Juristin bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, geht also einem Vollzeitjob nach. Abends läuft sie zur Entspannung, anstatt auf der Couch zu liegen – sieben- bis zehnmal die Woche, zwischen zehn und 36 Kilometer, je nach Einheit.

Auch wenn der Job vorgehe: „Ich kann mir nach einem langen Tag im Büro nichts Schöneres vorstellen, als in die Laufschuhe zu schlüpfen“, erzählt Uphoff und versichert, dass Training sie wirklich entspanne: „Auch wenn man es nicht glauben kann, es ist ein wichtiger Ausgleich für mich, der viel Spaß macht.“ Dabei helfe ihr die Disziplin bei den Trainingseinheiten. Die 32-Jährige lebt in Frankfurt und trainiert seit fünf Jahren im Laufklub Spiridon mit Kurt Stenzel, dem zwölffachen Deutschen Marathon-Meister.

Dank ihm trainiere sie systematischer und strukturierter, woraus eine deutliche Steigerung resultierte. „Zugute kam mir natürlich, dass ich bereits zuvor regelmäßig gelaufen bin“ – eine entscheidende Basis zur „Karriere“ als „Breitenleistungssportlerin“. Entscheidend sei auch gewesen, dass sie 2013 ihre Geschwindigkeit verbessert habe: „Ich bin Unterdistanzen gelaufen, das heißt 5000 Meter, zehn Kilometer und bin dann erst, als ich das einigermaßen stabilisiert hatte, wieder zurück zum Marathon“, erklärt sie ihre Vorgehensweise.

Die Vorbereitung läuft gut

Die gebürtige Wiesbadenerin begeisterte sich anfangs als Fernsehzuschauerin für den Sport und wollte „unbedingt einmal in meinem Leben Marathon laufen, diese unglaubliche Leistung absolvieren“. Doch nach der Lektüre einiger Bücher schreckte sie die Theorie ab. Erst als ein Bekannter sie dazu brachte, mit ihm auf einen Marathon hin zu trainieren, sei sie mit ihm drei- bis viermal die Woche gelaufen.

Der Bekannte meldete sie dann einfach zum Marathon an, und auch wenn sie sich während des Laufs verfluchte, packte sie am Ende die Leidenschaft: „Dann bin ich über die Ziellinie und habe mir gedacht, das ist großartig, ich muss das unbedingt wieder machen.“
2007 war das, beim Marathon Mannheim Rhein-Neckar, als sie eine beachtliche Debützeit von 3:33 Stunden lief. 2010 verbesserte sie sich beim Frankfurt Marathon schon auf 3:03 Stunden, 2013 an gleicher Stelle noch einmal um rund 15 Minuten.

Beim Frankfurt-Marathon am 25. Oktober will Uphoff ihre Bestzeit toppen, die bei 2:43:50 Stunden liegt, gelaufen beim Hamburg Marathon im Frühjahr. Mit der rund zehnwöchigen Vorbereitung ist sie bisher zufrieden: „Das Training ist super gelaufen, ich war nicht krank oder verletzt, es wäre schön, wenn ich die 2:43:50 unterbieten könnte. Inwieweit, das wird sich zeigen, weil auch die Tagesform entscheidend ist.“ Sie ernähre sich gesund, versuche Exzesse, „insbesondere, was Süßigkeiten betrifft“ zu vermeiden und probiere in der Vorbereitung eine Kohlenhydrat-Diät aus – alles um ihre Bestzeit zu verbessern.

Auch wenn es ein Heimrennen sein wird, geht sie es locker an wie die anderen Läufe auch, gibt aber auch zu, dass die Möglichkeit, bei der Deutschen Meisterschaft besser als auf Platz vier zu laufen, sie etwas nervöser mache.
Nach einem vierten Platz im vergangenen Jahr bei der Deutschen Meisterschaft (2:50:32) beim Marathon in München und ein Jahr zuvor dem Titel als hessische Meisterin (2:47:11) klingt das Ziel für die 42,195 Kilometer in Frankfurt nicht unrealistisch – „Ich werde an dem Tag schauen, wie ich mich fühle, um dann das Bestmögliche herauszuholen“, sagt sie.

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