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Frankfurt Marathon Am Sonntag startet der Frankfurt Marathon

Beim Frankfurt-Marathon müssen sich die etwa 13.500 Läufer auch diesmal die Bremer Straße hochquälen. Für Höchstleistungen wird es am Sonntag eventuell zu kalt sein.

Mainova Frankfurt Marathon
So wie hier werden die Teilnehmer diesmal wohl nicht ins Schwitzen kommen. Foto: Michael Schick

Einen neuen Streckenrekord als Rennleiter wird Dieter Bremer wohl nicht mehr feiern können. Der 70-Jährige ist seit 2002 für den Streckenverlauf beim Frankfurt-Marathon verantwortlich und hat die Strecke sukzessive schneller gemacht. Das heißt: weniger Kurven, weniger Steigungen. Gerne hätte Bremer die Strecke noch schneller gemacht – dafür hätte er ausgerechnet jene Straße aus dem Programm nehmen müssen, die seinen Namen trägt. „Es ist nicht der Eitelkeit des Streckenchefs geschuldet, dass wir durch die Bremer Straße laufen“, betont Bremer.

Denn auf der sogenannten Nordschleife Richtung Eschersheimer Landstraße ist die einzige Steigung des 42,195 Kilometer langen Laufs zu bewältigen, und die macht das Ganze langsamer. Gerne hätte Bremer die Strecke weiter in Richtung Osten verlegt und den Läufern beim Überqueren der Brücke am Osthafen den tollen Blick auf die Skyline gegönnt. Doch daraus wird nichts. „Die Europäische Zentralbank muss 24 Stunden am Tag erreichbar sein“, hat Bremer lernen müssen. Und weitere Änderungsmöglichkeiten gibt es ihm zufolge nicht. Richtung Norden wird es noch hügeliger, im Süden ist die Kennedyallee als Hauptverkehrsachse im Weg, noch weiter nach Westen sei kaum möglich. Frankfurt bleibt damit nach Berlin und London „nur“ der drittschnellste Marathon im internationalen Rennkalender. Der Streckenrekord des Kenianers Wilson Kipsang aus dem Jahr 2011 (2:03,42) wird am Sonntag aber wohl schon deshalb nicht fallen, weil es bei prognostizierten Höchsttemperaturen von sieben Grad schlicht zu kalt für Höchstleistungen ist.

Die Hatz nach der schnellsten Strecke hat damit zu tun, dass viele Läufer ihre persönlichen Bestzeiten verbessern wollen, und daher gezielt Städte auswählen, die mit einer schnellen Strecke locken. Renndirektor Jo Schindler sahe gerne noch ein paar mehr als die etwa 13 500 Läufer am Start, die den Marathon angehen wollen. Da die Teilnehmerzahl auf der Königsdisziplin stagniert, überlegen die Veranstalter seit Jahren, wie sie weitere Laufkundschaft anlocken können. Hinzu kam so der Staffelwettbewerb, bei dem etwa 8000 Läufer an den Start gehen. Längst als Zielgruppe erschlossen wurden auch die Kinder – denn die Teilnehmer des Mini-Marathons sind die Langstreckenläufer von morgen. Beispielsweise nahmen auch Hindernisläuferin Gesa Krause und Marathonläuferin Katharina Heinig einst am Mini-Marathon teil. Etwa 3500 Kinder und Jugendliche werden sich am Sonntag ab 11 Uhr an der Ludwig-Erhard-Anlage auf die 4,2 Kilometer machen.

Mit dabei sind dann auch erstmals die Teilnehmer des European Youth Marathon. Schüler, Azubis und Studierende im Alter zwischen 15 und 25 Jahren laufen für die europäische Idee. Zu erkennen sind sie an ihren blauen T-Shirts mit gelbem Stern. Der Lauf geht auf die 2011 ins Leben gerufene Initiative „My Europe“ zurück.

Aber der Frankfurt-Marathon ist ja viel größer als Europa. Sportler aus 99 Nationen von Afghanistan bis Zimbabwe werden am Start sein. Auch aus Aruba, Benin und Nepal wird jeweils ein Läufer erwartet. Eine genaue Aufstellung nach Ländern ist erst im Nachgang möglich, weswegen Rennleiter Bremer mit statistischen Details aus dem vergangenen Jahr aufwartet.

2017 stellten die Franzosen mit 513 Läufern den größten Anteil nichtdeutscher Athleten, gefolgt von Briten (374), Dänen (213) und Österreichern (196). Insgesamt lag der Anteil der ausländischen Läufer bei 28,5 Prozent, was in etwa dem Anteil der ausländischen Mitbürger in Frankfurt entspricht. Auch wenn Bremer betont, dass viele der Teilnehmer eigens aus dem Ausland anreisen.

Schließlich wird Frankfurt bei internationalen Gästen immer beliebter, was nicht zuletzt an der neuen Altstadt liegt. Daher mussten die Veranstalter in diesem Jahr erstmals ein Halteverbot für Busse am Sachsenhäuser Ufer beantragen, damit die Touristenströme nicht mit dem Läuferpulk kollidieren. „Früher gab es dort im Oktober keine Reisebusse“, erinnert sich Bremer. 

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