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Frankfurt-Marathon Äthiopierin Meskerem Assefa knackt Streckenrekord

Mit dem Streckenrekord bei den Frauen erfüllt sich der Veranstalter einen Wunschtraum.

Frankfurt Marathon 2018
Lief in 2:20:36 Stunden durchs Ziel: Meskerem Assefa. Foto: dpa

Die Kriterien sind streng. Weltweit gibt es zurzeit 36 Marathonläufe, davon nur ein Dutzend in Europa, die vom Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) ein Ranking im Gold Label-Status vorweisen können. Auf deutschem Boden gilt das für den Marathon in Berlin, wo die Weltrekorde fast so regelmäßig purzeln wie die Blätter im Herbst von den Bäumen fallen und eben für die Frankfurter Veranstaltung. Berücksichtigt werden Organisationsqualität, Medienpräsenz oder Eliteleistungen. Veranstalter Jo Schindler hatte deswegen aus dem Unterfangen keinen Hehl gemacht, dass deswegen insbesondere bei den Frauen ein neuer Streckenrekord wie gerufen käme.

Am Sonntagnachmittag ist das Vorhaben punktgenau aufgegangen: Denn sowohl die Siegerin Meskerem Assefa (2:20:36) als auch die Zweitplatzierte Haftamnesh Tesfay (2:20:47) unterboten den schon 2012 von ihrer Landsfrau Meselech Melkamu (2:21:01) aufgestellte Bestmarke. An dem Thema hatte Schindler seit fünf Jahren gebohrt und sei nach eigener Aussage immer an die Tür gerannt: Jetzt ist sie endlich aufgegangen. 

Gezahegn siegt bei Männern

Als wäre die Kür von Sahle-Work Zewdes zur ersten Staatspräsident von Äthiopien motivierend, stritten ausnahmslos Läuferinnen aus einem der bevölkerungsreichsten Staaten Ostafrikas um die Podiumsplätze – sechs von ihnen flogen förmlich bis 2:22:45 Stunden über den roten Teppich ins Ziel. Insgesamt blieben sieben Läuferinnen unter der 2:23-Marke. „Das gab es in diesem Jahr nur in Dubai. Diese Gesamtleistung ist eine Granate“, lobte Schindler. 

„Es war windig, aber besser als letztes Jahr, weil trotzdem so viele Leute an der Strecke standen“, erklärte Meskerem Assefa. „Mein Geheimnis ist mein hartes Training. Ich bin froh, dass es geklappt hat.“ Die 33-Jährige hatte nach eigener Aussage seit fünf Monaten ihre Frankfurt-Ambitionen vorbereitet. Sie versprach zudem, die 85.000 Euro Gesamtprämie nicht nur für sich zu verwenden: „Ich kann mir mein Leben leichter machen. Aber einen Teil davon werde ich Kindern zukommen lassen, die keine Eltern haben.“

Bei den Männern setzte sich der Äthiopier Kelkile Gezahegn in einem begeisternden Schlussspurt mit 2:06:37 Stunden gegen den nur vier Sekunden hinter ihm folgenden Kenianer Martin Kosgey und dem verblüffend schnellen Debütanten Alex Kibet (2:07:09) durch. Für Gezahegn war es nach dem zweiten Platz im Vorjahr ein Triumph mit Ansage. „Ich habe fast zu viel für Frankfurt trainiert. Bis zu dreimal am Tag“, sagte der 22-Jährige, der nunmehr schon seinen 15. Marathon bestritten hat. 

Eine Rennerfahrung, die ihn trotz der auffordernden Handzeichen seines Mitstreiters Kosgey stets im Windschatten laufen ließen, ehe die Startnummer zwei den entscheidenden Spurt anzog. „Er wollte, dass wir nebeneinander laufen. Aber das ist ein taktisches Rennen. In Rotterdam hatte er sich versteckt, das hat mir nicht gefallen.“ Er hatte vorher angekündigt, in den Bereich von 2:04 vorstoßen zu wollen. „Ich wusste dann, dass wir diese Zeit nicht schaffen können, deswegen habe ich gewartet.“ Genau wie die Siegerin will der Sieger jetzt die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Angriff nehmen. „Dafür muss ich aber noch mehr arbeiten und noch schneller werden.“

Einen Master-Weltrekord lief übrigens der sechstplatzierte Mark Kiptoo. Der Kenianer war nach 2:07:50 Stunden im Ziel und unterbot den Altersweltrekord der über 40-Jährigen um 48 Sekunden. „Das ist unser erster Weltrekord im Spitzensport – auch eine schöne Geschichte“, sagte Schindler.

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