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Saisonstart Die Spitze im Visier

Die Löwen Frankfurt streben in der am Freitag beginnenden Zweitligasaison den Titel an.

Eishockey Testspiel, Adler Mannheim - Loewen Frankfurt
Führt die Löwen in dieser Saison als Kapitän auf das Eis: Adam Mitchell. Foto: hübner

Natürlich steigt die Spannung, so kurz vor dem Start. „Wir haben die Vorbereitung gut abgeschlossen und freuen uns darauf, dass es jetzt richtig zählt“, sagt Franz Fritzmeier mit Blick auf den ersten Ernstfall: Am Freitagabend (19.30 Uhr), wenn die zweite Klasse des deutschen Eishockeys wieder ihren Betrieb aufnimmt, treffen die Frankfurter Löwen daheim in der Eissporthalle am Ratsweg auf den ESV Kaufbeuren – und Sportdirektor Fritzmeier rechnet gleich mit einem echten Spitzenspiel gegen den Halbfinalisten der vergangenen Saison: „Das ist ein starker Gegner, den ich schon unter den besten Sechs erwarte.“ Wohlwissend, dass seine Löwen nicht nur höher gehandelt werden und wie selbstverständlich in der Meisterfrage zu den üblichen Verdächtigen zählen, sondern selbst auch höhere Ziele anstreben.

„Wir wollen gleich am Anfang erfolgreich sein, aber erst am Ende unser bestes Eishockey spielen“, beschreibt Fritzmeier die Frankfurter Vorstellungen: „Es soll eine stetige Entwicklung sein.“ In Richtung Spitze, versteht sich – das gilt für diese Saison, in der man voll auf der Höhe sein will, wenn im Frühjahr der Titel ausgespielt wird. Und darüber hinaus:  Das Traumziel ist die Rückkehr in die DEL. Spätestens 2021, wenn der Aufstieg regulär wieder möglich ist, gestern wurde der entsprechende Vertrag zwischen den Liga-Chefs unterzeichnet. Gerne auch schon früher, wenn durch Pleiten oder andere Umstände ein Platz frei werden sollte – dann wollen die Löwen bereit sein.

Entsprechend ist der Kader aufgestellt. Mit erfahrenen Kräften wie dem neuen Kapitän Adam Mitchell, einer Mittelschicht aus Mittzwanzigern wie dem aus Bad Nauheim geholten Torhüter Felix Bick, die den nächsten Schritt machen wollen, und verheißungsvollen Talenten wie Verteidiger Leon Hüttl. Eine Mischung, die sofort funktionieren soll, aber auch noch entwicklungsfähig ist. „Jeder will nach oben. Wir als Coaches, die Spieler, der ganze Klub. Wir wollen die sportlichen Grundlagen dafür schaffen, andere erledigen die Aufgaben auf anderen Ebenen. Jeder tut, was er kann“, erklärt der neue Headcoach Matti Tiilikainen. Klar, dass bei den hohen Ansprüchen die Meisterschaft angestrebt wird, als Zwischenziel auf dem Weg nach ganz oben. Das Potenzial hat die Mannschaft, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen ohnehin.

„Wir sind auf einem sehr guten Weg“, ist Fritzmeier zufrieden, nicht ohne zu mahnen: „Es geht jetzt darum, die Liga anzunehmen, in jedem Spiel Topleistung abzurufen. Auch wenn es wie am Sonntag nach Deggendorf geht und nicht wie letzten Freitag nach Mannheim, vor 10 000 Zuschauern.“

Der Besuch bei den alten Rivalen war in der vergangenen Woche einer von drei Probeläufen gegen Vertreter aus der ersten Klasse innerhalb von sechs Tagen. Die gingen zwar allesamt verloren, auch in Köln und gegen Krefeld, Eindruck aber machten die Löwen bei diesen Stresstests – auf die Gegner und ihre Anhängerschaft. Die in der vergangenen Saison eingeleitete und über den Sommer fortgesetzte Zeitenwende wurde von dem einen oder anderen Getreuen gewiss mit einer Portion Skepsis verfolgt. Gerade die erst im Penaltyschießen gegen höherklassige Krefelder verlorene Generalprobe daheim am Ratsweg am Sonntag wirkte aber auch auf viele Fans überzeugend.

„Wir haben uns in der Vorbereitung entwickelt“, lobt Fritzmeier. „Die Qualität der Spieler ist das eine. Wir haben uns aber auch Strukturen erarbeitet.“ Bei dem Spiel auf dem Eis ebenso wie drum herum. Am Ratsweg ist kaum ein Stein auf dem anderen geblieben und schon vieles wieder neu aufgebaut. Zwei Drittel des Kaders wurden ausgetauscht – größer hätte der Umbruch kaum ausfallen können.

Die größten Veränderungen vollzog Fritzmeier hinter der Bande: Mit Tiilikainen, dem nahezu gleichberechtigten Coach Marko Raito und dem vor allem für Videoanalysen und Torhüterfragen zuständigen Valtteri Salo wurde ein junges Trainertrio verpflichtet, das in der finnischen Heimat bislang Nachwuchsarbeit betrieb.

In Anbetracht der bisherigen Frankfurter Verhältnisse und in einer Liga, in der immer noch bevorzugt auf erfahrene Alleinunterhalter gebaut wird, erscheint das manchen fast als Wagnis – während in DEL vielköpfige Betreuerstäbe mit Spezialisten für verschiedene Bereiche längst gang und gäbe sind. Die Tests sind beendet, das Experiment kann beginnen.

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