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Löwen-Stürmer Matthew Pistilli „Es ist auch eine Frage des Stolzes“

Löwen-Stürmer Matthew Pistilli über das Playoff-Derby gegen Kassel und Deutschkurse mit den Teamkollegen.

DEL2 / Deutsche Eishockey Liga 2 / LOEWEN FRANKFURT - EC  BAD NAUHEIM
Geht davon aus, dass es in den Playoffs eng werden wird: Löwen-Stürmer Matthew Pistilli. Foto: JOACHIM STORCH

Der Spitzname von Matthew Pistilli lautet „Pistol“, auf deutsch: Pistole. Weil er so scharf schießt, wie eine Waffe – aber natürlich nur mit dem Puck. Im Sommer 2016 wechselte der Kanadier zu den Löwen Frankfurt, seitdem sind dem Flügelstürmer in 114 Spielen 58 Tore und 83 Vorlagen gelungen. Vorigen Mittwoch verlängerte der 29-Jährige, der mit Ehefrau Jessica und zwei Katzen in Steinbach im Taunus wohnt, seinen Vertrag beim Eishockey-Zweitligisten aus Frankfurt um ein weiteres Jahr.

Auch in der Viertelfinal-Playoffserie gegen die Kassel Huskies, die am morgigen Dienstag mit einem Heimspiel (19.30 Uhr) für die Löwen beginnt, wird es auf Pistillis Tore ankommen.

Herr Pistilli, wir haben gehört, Ihr Deutsch sei mittlerweile sehr gut. In welcher Sprache sollen wir das Interview denn führen?
Mein Deutsch ist zuletzt besser geworden, das stimmt. Aber trotzdem bitte auf Englisch. (lacht)

Es soll eine sehr fleißige Gruppe von Deutsch-Lernern im Team geben. Erzählen Sie mal.
Seit dieser Saison haben wir einen freiwilligen Deutschkurs, da gehen wir kanadischen Jungs jeden Mittwoch hin. Unser Deutschlehrer Dirk Ites macht einen superguten Job. Ich habe dieses Jahr viel Zeit ins Deutschlernen investiert, zumindest Smalltalk kriege ich jetzt hin.

Wie schwer fällt Ihnen als Kanadier die deutsche Sprache?
Ach, ich finde sie gar nicht so kompliziert. Sie wirkt angsteinflößender als sie eigentlich ist.

Deutschland scheint Ihnen zu gefallen: Sie haben vergangene Woche Ihren Vertrag verlängert und gehen nun in die dritte Saison bei den Löwen.
Ich liebe das Land, den deutschen Lifestyle, die deutsche Kultur. Nicht jeder bleibt drei Jahre beim gleichen Verein, aber für mich passt hier alles. Meine Frau ist auch glücklich, sie arbeitet als Englischlehrerin an einer internationalen Schule.

Hatten Sie Angebote aus der DEL?
Damit habe ich mich gar nicht beschäftigt. Meine Priorität lag auf Frankfurt. Ich bin hier glücklich.

Die Löwen wollen lieber heute als morgen zurück in die DEL. Wie klingt das für Sie: eines Tages mit Frankfurt erste Liga spielen?
Oh, das wäre großartig. Das ist ein Ziel, das ich wirklich gerne noch erreichen würde. Aber das sind Dinge, die außerhalb der Eisfläche passieren. Da haben wir Spieler keinen Einfluss drauf.

Wie zufrieden sind Sie bisher mit Ihrer eigenen Saison?
Es war sicher nicht mein bestes Jahr. Aber wenn man das Gesamtbild anschaut, war es auch kein schlechtes. Meine Statistiken sind in Ordnung.

Vor allem in der ersten Saisonhälfte hatten Sie regelrecht die Seuche am Schläger. Der Puck wollte einfach nicht ins Tor.
Ich habe diese Saison viele Chancen vergeben, entsprechend niedrig war irgendwann mein Selbstvertrauen. Es ist für mich aber auch eine Frage des Stolzes, trotzdem weiterzuarbeiten. In der zweiten Saisonhälfte war ich dann deutlich zufriedener mit mir selbst, und am Ende habe ich ja auch fast 60 Scorerpunkte gesammelt. Ich weiß, dass ich noch viel dominanter spielen kann. In den Playoffs will ich nochmal alles aus mir rausholen.

Auch für das Team gab es diese Saison einige Aufs und Abs.
Wir hatten viele Spiele, mit denen wir nicht zufrieden waren. Wir sind Dritter geworden, das ist ein ordentliches Ergebnis. Aber wir wollen mehr. Und wir wissen, dass wir dafür noch besser spielen müssen.

Die Mannschaft wirkte ab und an nicht mehr ganz so hungrig.
Nach einer Meisterschaft ist es immer schwer, genauso weiterzumachen. Aber es gibt hier keinen, der nicht versucht, immer hundert Prozent zu geben. In den Playoffs werden alle hochmotiviert sein, noch eine Schippe draufzulegen. Jetzt zählt es.

Im Playoff-Viertelfinale gibt es ein Hessenderby gegen Kassel. Das sollte doch Motivation genug sein.
Natürlich, das ist immens wichtig für uns. Kassel arbeitet sehr hart, sie haben eine starke Truppe, ihr Coach stellt sie gut ein. Wenn du gegen sie nicht dein Bestes gibst, verlierst du. Die Mannschaft, die es mehr will, wird am Ende als Sieger vom Eis gehen.

Vergangenes Jahr haben Sie im Halbfinale nur viele Spiele gebraucht, um die Serie gegen die Huskies zu gewinnen. Wie viele werden es diesmal?
Ich glaube, diesmal wird es richtig eng. Ich erwarte eine lange, harte Serie. Es kann gut sein, dass wir sieben Mal gegeneinander spielen müssen, bis ein Sieger feststeht.

Interview: Manuel Schubert

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