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Löwen Frankfurt Therapie auf der Tribüne

Die Löwen Frankfurt gewinnen in der Endrunde der Eishockey-Oberliga West gegen den Krefelder EV mit 7:0. Dabei kehrt Verteidiger Steven Bär erstmals nach seiner Augenverletzung als Zuschauer in die Eishalle zurück.

19.01.2013 22:01
Von Sebastian Rieth
Schwer gezeichnet: Verteidiger Steven Bär von den Löwen Frankfurt. Foto: Pressefotografie Storch, Bad Hg.

Steven Bär sieht noch ziemlich mitgenommen aus. Sein linkes Auge ist geschwollen, nur mit Mühe kann er es öffnen. Die große Narbe an der Braue zeugt von einer kniffeligen Operation, die lila-blaue Hautfarbe von einem schweren Unfall.

Neun Tage, nachdem ihn im Derby gegen den EC Bad Nauheim ein gegnerischer Stock im Gesicht schlimm verletzt hatte, kehrte der Verteidiger erstmals wieder in die Eishalle zurück und sah beim 7:0 (4:0, 1:0, 2:0)-Sieg seiner Löwen Frankfurt gegen den Krefelder EV in der Endrunde der Eishockey-Oberliga West zu.

Schon das ist erstaunlich und dem 19-Jährigen sehr viel wert. „Von den Augen hat man eben nur zwei“, erzählt er. „Wenn die kaputt sind, kann man sie nicht mehr reparieren.“ Zwar sei seine Sehstärke noch lange nicht komplett wieder hergestellt und er darf sich auch nicht wirklich anstrengen, „aber es wird täglich besser. Ich brauche jetzt einfach meine Zeit.“ Dann werde er wieder ganz gesund. „Vielleicht“, hofft Bär, „kann ich in dieser Saison doch noch einmal auf das Eis.“

„Ich hatte viel Glück“

Das sind beachtliche Worte. Der junge Mann lässt sich nicht unterkriegen, obwohl die vergangenen Tage, als er im Krankenhaus um sein Augenlicht bangte, sehr hart gewesen seien. „Das war wie in einer Spielothek. Ich hatte viel Glück“, weiß der U-20-Nationalspieler, der seinem Gegenspieler Jannik Striepeke keinen Vorwurf macht oder gar Absicht unterstellt. Außerdem habe sich Striepeke bereits über Facebook nach seinem Gesundheitszustand erkundigt. Immerhin zwei, die sich bei allen Streitigkeiten zwischen benachbarten Vereinen doch ganz gut verstehen.

Während Bär gestern zwischen den Spielerfrauen auf der Tribüne hockte, fuhren seine Kollegen den fünften Sieg im fünften Endrundenspiel ein. Richtig berauschend war das aber nicht. Ein wenig litt die Partie gegen Krefeld darunter, dass sie im Spielplan zwischen die beiden Derbywochenenden gequetscht wurde. Es fehlte an Feuer, Spannung und Rasanz. Auch von den Rängen kam wenig, manchmal blieb die Eishalle fast gespenstisch still.

Es war das totale Kontrastprogramm zum nervenaufreibenden 4:2-Sieg gegen Bad Nauheim. Dafür sorgten auch die Spieler, die ihre Aufgabe frühzeitig erledigt und nach dem ersten Drittel bereits eine 4:0-Führung herausgeschossen hatten. Überragend war dabei die Sturmreihe um den vierfachen Torschützen Jakub Rumpel, aus der auch Nils Liesegang traf. Die weiteren Tore erzielten Norman Martens und Tom Fiedler.

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