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Löwen Frankfurt Ohne Buch in die neue Eiszeit

Eine Woche vor dem Saisonauftakt basteln die Frankfurter Löwen noch am Konzept.

Eishockey Testspiel, Adler Mannheim - Loewen Frankfurt
Klare Ansagen: Löwen-Coach Matti Tiilikainen. Foto: Huebner/Bremes

Wilde Striche und Wellenlinien, Kreise, Kreuze und Pfeile. Moderne Kunst? Matti Tiilikainen lacht. Natürlich nicht: Was da an der Wand des kargen Trainerraums in den Katakomben der Eissporthalle am Ratsweg hängt, ist eine Taktiktafel, und was Tiilikainen und Co. darauf festgehalten haben, folgt der Zeichensprache des Eishockeys: Am Abend zuvor waren die Frankfurter Löwen in Köln zu Gast, und eine Busfahrt durch die Nacht, einen kurzen Schlaf sowie ein intensives Vormittagstraining später haben der neue Headcoach Tiilikainen und seine Kollegen diesen Test in Einzelgesprächen mit den Spielern aufgearbeitet. Mit Untermalungen auf der Taktiktafel, die bald übersät ist mit einem Wirrwarr von Lauf- und Passwegen, Positionen oder Schussrichtungen. Es gab offenbar einiges zu besprechen. „Es war kein gutes Spiel von uns“, räumt Tiilikainen ein und wirkt darüber gar nicht nur unglücklich. „Es ist gut, wenn man auch mal harte Zeiten hat“, erklärt er: „Dann sieht man die Probleme und weiß, woran man zu arbeiten hat, um besser zu werden.“

Eine Woche ist es noch bis zum Saisonauftakt in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys, mit einem Heimspiel am nächsten Freitagabend gegen Kaufbeuren. Sind die Löwen bereit für den Start zu großen Zielen? „Wir sind in unserem Zeitplan“, sagt Marko Raita, Tiilikainen wiederum ist selbst gespannt: „Wir wissen es nicht wirklich.“

Das Trainertrio, zu dem neben Tiilikainen und Raita der für Torhüter und Videoanalysen zuständigen Valtteri Salo zählt, bastelt an einem gewaltigen Puzzle. „Stück für Stück“, sagt Raita. Nicht nur die drei Finnen sind neu am Ratsweg, auch zwei Drittel des Kaders. Vor einem guten Monat haben die gemeinsamen Vorbereitungen auf die nächste Eiszeit so richtig begonnen. 

Bei einem Puzzle hilft es manchmal, mit den Rändern anzufangen. Und beim Aufbau einer Mannschaft? „Da wird das Puzzle nie fertig, weil sich immer etwas verändert oder entwickelt. Der Rahmen muss aber stabil und so stark sein, dass die Spieler darin ihre Freiheiten haben. Das zeichnet ein gutes Team aus“, erklärt Tiilikainen. „Eishockey funktioniert nicht so, dass man ein Buch liest und alles ist klar. Man muss selbst kreativ werden“, ergänzt Raita.

Vier starke Reihen wollen die Trainer aufbieten, an der Spitze setzt man da für gewöhnlich auf erfahrene Kräfte. Mit mehr oder weniger plötzlichen Ausfällen aber haben sie bereits ihre Erfahrungen gemacht. „Das war jetzt schon etwas sehr viel“, sagt Tiilikainen über die Verletzungssorgen der Vorbereitung, in der es immer wieder den einen oder anderen erwischte. Neben Kerälä fällt nun auch Brett Breitkreuz länger aus, Mike Card nach seiner Adduktoren-Operation ohnehin. Dabei gewinnen die Trainer diesem Pech auch etwas Gutes ab: „So konnten die Jungen zeigen, dass sie bereit sind für die DEL 2“, meint Raita. Neben Fischer erwähnt Tiilikainen Leon Hüttl und Max Eisenmenger lobend: „Das war mehr als man erwarten konnte.“
Nach vier, fünf Wochen, vielen Gesprächen, harten Trainingseinheiten, Dienstreisen und nicht zuletzt sechs Testspielen kennt man sich inzwischen besser. 

Insgesamt sind die Trainer mit ihrem Kader sehr zufrieden. Viel Wert hat Sportdirektor Franz Fritzmeier darauf gelegt, Führungsfiguren wie Kapitän Adam Mitchell nach Frankfurt zu holen, die auf dem Eis und abseits davon vorangehen. Dazu 25-, 26-jährige Spieler wie Torwart Felix Bick, die schon etwas erlebt haben und den nächsten Schritt machen wollen. Und verheißungsvolle Talente wie Hüttl oder Fischer. „Die Mischung stimmt“, meint Raita.

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