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Löwen Frankfurt Nur das Eis macht Sorgen

Den personell gebeutelten Löwen Frankfurt gelingt trotz des Fehlens von sieben Profis ein Schützenfest in Unna. Für mehr Aufregung sorgen die Zustände beim Trainingsbetrieb.

28.10.2012 22:04
Sebastian Rieth
Dreifacher Torschütze: Nils Liesegang mit Sven Breiter (Archiv) Foto: Jan Huebner

Den personell gebeutelten Löwen Frankfurt gelingt trotz des Fehlens von sieben Profis ein Schützenfest in Unna. Für mehr Aufregung sorgen die Zustände beim Trainingsbetrieb.

Von einem Fluch in der Eishalle in Unna wollte nach dem Spiel keiner mehr etwas wissen. Die Löwen Frankfurt haben mit einem 12:0 (2:0, 5:0, 5:0)-Sieg bei den Königsborn Bulldogs ihre Vergangenheit erfolgreich bewältigt und sich von der Blamage der vergangenen Saison erholt. Damals verlor der Eishockey-Oberligist gleich zweimal gegen den krassen Außenseiter – noch heute sind diese beiden Niederlagen Sinnbild einer missratenen Spielzeit.

Doch diesmal war es anders. Es wurde ein Schützenfest, bei dem Nils Liesegang und Danny Albrecht gleich dreimal trafen, während Tom Fiedler zweimal erfolgreich war. Die weiteren Tore erzielten Roland Mayr, Lance Monych, Christoph Koziol und Patrick Schmid.

Auch Stokowski verletzt

Weil nach dem Duschen alle Spieler munter im Bus saßen, blieb der Sieg nicht die einzige gute Nachricht am Sonntagabend. In Zeiten, in denen den Löwen gleich sieben Profis fehlen, ist das durchaus bemerkenswert. Zuletzt hatte sich nämlich auch noch Verteidiger Felix Stokowski die Bänder in der Schulter gezerrt. Er muss nun drei Wochen zuschauen. „Ich weiß nicht, warum wir so bestraft werden. Wahrscheinlich muss ich in der Kirche wieder eine Kerze anzünden“, bemüht Trainer Frank Gentges höhere Kräfte.

Sicher sind einige Verletzungen mit Pech zu erklären, längst aber nicht alle. Im Trainingsbetrieb unter der Woche ist die Halle zu warm und das Eis dadurch zu weich – weshalb den Spielern die Bodenhaftung fehlt. „Wir können keine 20 Minuten richtig trainieren. Es bilden sich überall Rillen“, sagt Gentges. Das sei dann so, wie wenn man mit dem Auto über eine Straßenbahnschiene fahre.

„Das Eis ist noch schlechter geworden“, bestätigt Roland Mayr. Die Folgen sind schauderhaft: Zuletzt rutschte Manuel Neumann im Training in die Bande und brach sich den fünften Halswirbel. „98 Prozent sitzen dann im Rollstuhl“, sagte Gentges.

Gespräch mit dem Hallenbetreiber

Bei Neumann seien zum Glück keine Lähmungserscheinungen aufgetreten. Ob er aber noch einmal Eishockey spielen wird, bleibt offen. So oder so ist der Zustand kaum tragbar. Schon seit Saisonbeginn bemängeln die Löwen das schlechte Eis – ohne Besserung. Am Dienstag gibt es ein Gespräch mit dem Hallenbetreiber.

Dann erwarten die Löwen auch die Vertretung für den noch mindestens vier Wochen fehlenden Torhüter Boris Ackers. Wie Gentges bestätigte, handelt es sich um einen DEL-Keeper, der mit einer Förderlizenz an den Main kommen und heute sein Arbeitspapier unterzeichnen soll. Beim slowakischen Stürmer Jakub Rumpel wurde unterdessen festgestellt, dass er kein Kreuzband mehr hat – was den Löwen bei seiner Einstellung nicht bekannt war. Eine Vertragsverlängerung Ende November ist daher mehr als fraglich.

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