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Löwen Frankfurt Neu-Löwe im Streichelzoo

Der zuletzt kritisierte Norman Martens trifft beim 9:1-Sieg der Löwen Frankfurt gegen Essen zweimal und erntet Liebkosungen.

15.10.2012 05:58
Sebastian Rieth
19:1 Tore in drei Tagen: „Besser kann es zur Zeit nicht laufen“, lobte Löwen-Coach Gentges. Foto: Jan Huebner

Der zuletzt kritisierte Norman Martens trifft beim 9:1-Sieg der Löwen Frankfurt gegen Essen zweimal und erntet Liebkosungen.

Dass Erfolg manchmal auch schmerzhaft sein kann, bekam Norman Martens am eigenen Leib zu spüren. Ein wenig abseits seiner Kollegen hockte er auf der Bank, das Gesicht verzerrt, den Oberkörper nach unten gebeugt. Martens hatte es erwischt. Ein Check des Esseners Kevin Piehler war, nur Sekunden nachdem Martens sein erstes Tor im Dress der Löwen Frankfurt erzielt hatte, unsanft im Rücken des Stürmers gelandet. Das Mitgefühl der Mannschaftskollegen war ihm gewiss. Für Eishockey-Spieler ungewöhnlich sanft tätschelten sie seinen Helm. Sven Breiter versuchte ihn gar mit leichten Schlägen in den Nacken aufzuheitern.

Kritik hat Martens motiviert

Es waren besondere Momente, die Martens beim 9:1 (3:0, 3:1, 3:0)-Sieg des Oberligisten über die Moskitos Essen erlebte. Später ließ er noch einen zweiten Treffer folgen und zog sich selbst aus seinem Tief. Denn der Start des Neuen im Löwenrudel, der mit den Eisbären Berlin immerhin dreimal deutscher Meister wurde, war keiner aus dem Bilderbuch gewesen. Noch zu Wochenbeginn hatte Trainer Frank Gentges den Angreifer zwar indirekt, aber in aller Öffentlichkeit harsch kritisiert und einige Spieler als „Jammerlappen“ bezeichnet.

Das nagt am Ego – oder es stachelt an. „Mich hat das eher motiviert“, berichtete Martens. Der Trainer dürfe Kritik üben, das sei sein gutes Recht. „Wenn man dann nur die beleidigte Leberwurst spielt, hilft das keinem weiter.“

Der Angreifer nahm sich den Warnschuss zu Herzen, weiß aber auch, warum es bislang noch nicht so recht geklappt hatte: „Die Umstellung zur Oberliga ist schon groß. Das braucht seine Zeit.“ Sein Trainer ist zufrieden: „Diesmal war alles im grünen Bereich. Vielleicht wurde das auch ein wenig dramatisiert“, sagte Gentges.

"Besser kann es zur Zeit nicht laufen"

Bei den Löwen hat sich in nur drei Tagen mit zwei Siegen und 19:1 Toren manches eingerenkt. Erstmals in dieser Saison holte das Team sechs Punkte an einem Wochenende, dabei schlugen die Ausfälle von Torhüter Boris Ackers, der nach seinem Fingerbruch nicht operiert werden muss, und Marvin Bauscher (vierfacher Kieferbruch) kaum ins Gewicht. „Besser kann es zur Zeit nicht laufen“, lobte der Coach.

Schon nach zwei Minuten lag die Scheibe zum ersten Mal im Tor der überforderten Essener. Daran konnte auch der ehemalige Löwen-Angreifer Jan Barta nichts ändern. Steven Bär hatte getroffen, bevor Jakub Rumpel und Christoph Koziol noch vor der ersten Pause auf 3:0 erhöhten. Nachlässigkeiten erlaubten sich die Gastgeber kaum.

Erst im zweiten Drittel landete ein Schlagschuss von Michael Budd zum Gegentor zwischen den Pfosten. Doch die Löwen blieben präsent: Koziol, Nils Liesegang, Michael Schmerda, erneut Rumpel und eben zweimal Martens trafen. Da waren Schmerz und Kritik vergessen.

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