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Löwen Frankfurt Gentges-Kritik sorgt für Ärger

Ärger bei den Löwen Frankfurt: Die Kritik von Trainer Frank Gentges lässt die Nachwuchsabteilung nicht auf sich sitzen. Jugendleiter Danilo Valenti kontert die Kritik des neuen Oberliga-Trainers - und schimpft über eine "fatale Außenwirkung".

19.09.2012 05:25
Von Sebastian Rieth
Michael Bresagk, sportlicher Leiter der Löwen Frankfurt, gibt seinem Trainer Rückendeckung. Foto: Storch

Ärger bei den Löwen Frankfurt: Die Kritik von Trainer Frank Gentges lässt die Nachwuchsabteilung nicht auf sich sitzen. Jugendleiter Danilo Valenti kontert die Kritik des neuen Oberliga-Trainers - und schimpft über eine "fatale Außenwirkung".

Als Danilo Valenti am Montagmorgen die Zeitung aufschlug, traute er seinen Augen nicht. Frank Gentges, Trainer der Löwen Frankfurt, hatte in aller Öffentlichkeit den eigenen Nachwuchs des Eishockey-Oberligisten kritisiert. Er hinterfragte die Sinnhaftigkeit von finanziellen Zuwendungen an den Jugendbereich, wenn schlussendlich die Profimannschaft davon nicht profitieren könne – weder im Spiel- noch im Trainingsbetrieb.

Gentges tat das mit deutlichen Worten („Das ist alles nur Blabla“), er hatte sich in Rage geredet und damit auch die Nachwuchsabteilung angegriffen.

„Die Außenwirkung ist fatal“, schimpfte Valenti, der als sportlicher Leiter für die Jugend zuständig ist. „Wer sich dermaßen von seinen Emotionen leiten lässt, kann keine sachlichen Argumente finden. Wenn Frank Gentges erwartet, dass 16- und 17-jährige Nachwuchsspieler seine gestandenen Profis gleichwertig ersetzen können, dann disqualifiziert er sich dadurch selbst.“

Vertrag mit Beddoes aufgelöst

Nun muss man wissen, dass es sich bei der Nachwuchsabteilung der Löwen Frankfurt um einen eigenen Verein handelt, der über einen Kooperationsvertrag und die Zuwendung von 80.000 Euro jährlich an die GmbH gebunden ist. Dort ist Michael Bresagk der sportliche Leiter. Er unterstützt seinen Trainer, der im Grunde recht habe und den Nagel auf den Kopf treffe. „Aber die Problematik, dass zu wenig Nachwuchs ausgebildet und schlechte Arbeit geleistet wird, haben wir in Deutschland überall“, sagte Bresagk. Die Jugendspieler könnten nun einmal nicht mit der vierten Reihe der Oberliga-Mannschaft konkurrieren. Das sei Fakt.

Andererseits laufe die Kooperation mit den ehemaligen Young Lions erst seit zwei Jahren, da sei auch Geduld gefragt, sagte Bresagk: „Man kann keine Spieler von heute auf morgen backen.“ Dass sich die wenigen Erfolgsfälle dann auch noch auf ihre Ausbildung konzentrieren, kommt erschwerend hinzu. So hat der 17-jährige Verteidiger Tim Ansink sein Augenmerk auf das anstehende Abitur gerichtet. Auch für Trainingseinheiten stehen die Nachwuchsspieler wegen ihrer schulischen Verpflichtungen selten zur Verfügung. „Jeder weiß, dass im Eishockey nicht das große Geld verdient werden kann“, zeigt Bresagk Verständnis.

Unterdessen haben sich die Löwen mit ihrem Ex-Trainer Clayton Beddoes auf eine Vertragsauflösung geeinigt, wie dessen Anwalt Daniel Richter bestätigte. Über die Modalitäten wurde Stillschweigen vereinbart.

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