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Löwen Frankfurt - EC Bad Nauheim Den Löwen fehlt der letzte Biss

Nach fünf Siegen in Serie verlieren die Löwen wieder – ausgerechnet gegen Bad Nauheim.

Eishockey DEL 2 Loewen Frankfurt - EC Bad Nauheim
Nix zu machen: Löwen-Goalie Ilya Andryukhov ist gegen den Schuss von Andrej Bires chancenlos. Foto: Huebner/Roith

Als Adam Mitchell mit schweren Schritten vom Feld stapfte, ließ sich der Besuch aus Bad Nauheim in der gegenüberliegenden Kurve der mit 6770 Zuschauern ausverkauften Eissporthalle am Ratsweg von den mit in die Nachbarschaft gereisten Anhängern feiern. Und als der Kapitän der Frankfurter Löwen am Sonntagabend zehn, 15 Minuten nach der letzten Sirene dann noch einmal aus der Kabine kam, um ein paar Worte über das Geschehene zu finden, dauerte die ausgelassene Siegesfeier der Gäste noch immer an – eine spontane Party, deren Anlass Mitchell wiederum ganz sportlich nahm. „Sie haben am Ende vielleicht verdient gewonnen“, sagte der Löwen-Anführer nach dem 3:4 (1:2, 1:1, 1:0, 0:1) nach Verlängerung gegen den EC Bad Nauheim, große Vorwürfe wollte er sich und den Seinen wegen dieses verlorenen Nachbarschaftstreffens in der DEL 2 nicht machen. „Das war so ein echtes Derby. Beide Mannschaften haben super hart gekämpft“, meinte Mitchell. „Wir haben alles gegeben, jetzt sind alle platt.“

Für ihn galt das besonders: Eine Grippe hatte den Deutsch-Kanadier zuletzt gebeutelt, da war er nicht der einzige Löwe. Selbst der großzügig besetzte Kader des Frankfurter Eishockey-Zweitligisten ist in der traditionellen Terminhatz rund um Weihnachten und Silvester mit acht Spielen in 17 Tagen an seine Grenzen bekommen. Was freilich anderen Klubs in der Liga kaum anders ergeht – Bad Nauheim etwa kriegt seit Wochen keine drei Abwehrreihen voll und eilt trotzdem von Erfolg zu Erfolg. „Müdigkeit darf keine Ausrede sein“, betonte denn auch der Frankfurter Headcoach Matti Tiilikainen und urteilte: „Wir haben hart gekämpft, aber der letzte Biss hat gefehlt.“

Das konnte man so sagen, und das konnte man auch wörtlich nehmen. In der Verlängerung hatte Mitchell den Sieg auf dem Schläger, traf aber nur den Pfosten – ehe die in der letzten von fünf Minuten Extraschicht noch frischer wirkenden Bad Nauheimer durch Cody Sylvester entscheidend zuschlugen. „Ich habe den Puck richtig getroffen und gedacht, dass er reingeht. Aber er ist dann vom Pfosten rausgesprungen statt rein ins Tor“, berichtete Mitchell, ohne lange zu hadern: „Wir wollen unsere Spiele vor allem zu Hause natürlich gewinnen. Aber wir haben immerhin einen Punkt geholt. Damit können wir heute auch ein bisschen zufrieden sein.“ 

Auf gewisse Weise war dieses Hessen-Duell ja ein echtes Spitzenspiel, bezogen auf die jüngsten Bilanzen: Die Löwen hatten zuvor fünf Siege in Serie gefeiert, die Roten Teufel aus der Wetterau gar 22 von 24 Punkten geholt. Am Freitag mit dem 6:3 gegen Tabellenführer Ravensburg, jetzt gegen den Tabellenzweiten Frankfurt nachgelegt – so hat sich Bad Nauheim auf den fünften Rang vorgeschoben. Den Löwen wiederum steckte ihr mühsam erkämpftes 2:1 in der Verlängerung im Spitzentreffen bei den Lausitzer Füchsen offenbar schwerer in den Knochen, da hatte man ohne fünf verletzte oder kranke Angreifer besonders viel ackern müssen, dazu die siebenstündige Busfahrt zurück aus Sachsen durch die Nacht auf Samstag – das hatte Kraft gekostet – zu viel Kraft.

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