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Löwen Frankfurt - Bad Nauheim Späte Glücksgefühle für die Löwen

Die Löwen Frankfurt machen sich in Bad Nauheim das Leben selbst unnötig schwer, gewinnen aber nach Verlängerung. Der Derbysieg wird überschattet von Gegenständen, die auf die feiernden Frankfurter fliegen. "Asozial", sagt Torhüter Boris Ackers.

01.10.2012 21:48
Sebastian Rieth
Branislav Pohanka und Norman Martens (Nr. 9) jubeln. Foto: storch

Die Löwen Frankfurt machen sich in Bad Nauheim das Leben selbst unnötig schwer, gewinnen aber nach Verlängerung. Der Derbysieg wird überschattet von Gegenständen, die auf die feiernden Frankfurter fliegen. "Asozial", sagt Torhüter Boris Ackers.

Frank Gentges hielt es nicht mehr auf seiner Trainerbank. Als ein rasantes und am Ende atemberaubendes Derby in der Eishockey-Oberliga West in der Verlängerung seinen Sieger gefunden hatte, spurtete der Coach der Löwen Frankfurt wie von der Tarantel gestochen vor den Fanblock des EC Bad Nauheim. Wild fuchtelte er mit seinen Händen, deutete immer wieder auf seine Augenbraue und brüllte. „Ich bin von zwei Glasflaschen getroffen worden. Das ist unterste Schublade, so etwas geht gar nicht“, klärte er beim Gang vom Eis auf.

Zum Genießen des 4:3 (2:0, 0:1, 1:2, 1:0)-Erfolgs blieb da kaum Zeit, weil pausenlos Gegenstände auf die feiernden Frankfurter flogen. Dieses unrühmliche Ende hatte ein so tolles Spiel vor mehr als 4500 Zuschauern nicht verdient. „Was hier abgegangen ist, war asozial“, sagte Torhüter Boris Ackers und fand dann doch sein Lächeln wieder: „Dieser Derbysieg ist ein absolut geiles Gefühl.“

Löwen zeigen großes Kämpferherz

Denn darauf hatten sie in Frankfurt lange warten müssen. Weil in der vergangenen Saison alle vier Lokalvergleiche verloren gingen, datierte der letzte Sieg in einem Pflichtspiel über Bad Nauheim aus dem Frühjahr 1987.

Die Löwen eroberten den Kurpark zwar nicht im Sturm, aber sie zeigten von Beginn an ein großes Kämpferherz. So bereitete Roland Mayr den Führungstreffer durch Tom Fiedler (5.) auf dem Hosenboden sitzend vor und es wurde deutlich: Da fightete eine Truppe um jeden Zentimeter, da wollte eine Mannschaft die Schmach der Derbypleiten endlich ausmerzen.

Die Löwen setzten nach und erzielten durch Patrick Schmid im Powerplay das 2:0 (17.). Sie waren die bessere Mannschaft, obwohl Konstantin Firsanov der Anschluss gelang (38.).

Pohanka erlöst die Löwen

Doch Frankfurt blieb am Drücker: Nils Liesegang, der in der vergangenen Saison noch in Diensten des EHC Dortmund stand und nach einem Spiel im Oktober 2011 einen Bad Nauheimer Fan zusammengeschlagen haben soll, traf zum 3:1 (42.). Er reckte die Fäuste in die Höhe, hämmerte gegen das Plexiglas und wurde von den Schiedsrichtern deshalb für zehn Minuten zum Zuschauen verdonnert.

„Da hat es mich ein bisschen übermannt“, sagte der Stürmer nachher. Eine harte Entscheidung, die das Spiel beeinflusste. Eddy Rinke (45.) und Michael Maaßen (52.) glichen die Partie aus – plötzlich waren die Löwen völlig von der Rolle. Das Team flüchtete sich von einer Verlegenheit in die nächste, taumelte beängstigend, fiel aber nicht. Branislav Pohanka glückte in der Verlängerung der Siegtreffer – womit der Spurt des Frank Gentges zur Nauheimer Fankurve begann.

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