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Löwen Frankfurt Alles zurück auf Anfang

Die Löwen können ihren Heimvorteil im Halbfinale der DEL2 gegen Bietigheim nicht nutzen.

Der Kapitän geht bekanntlich als letzter von Bord. Patrick Jarrett ist zwar nicht in der Schifffahrt tätig, Kapitän ist er trotzdem, und zwar beim Eishockey-Zweitligisten Löwen Frankfurt. Und so stand der Kanadier am Mittwochabend artig Spalier, als seine Teamkollegen in die Kabine fuhren. Der Kapitän geht als Letzter – so hält es auch Jarrett in schwierigen Momenten. Lange musste der Stürmer nach dem vierten Playoff-Halbfinalspiel gegen die Bietigheim Steelers allerdings nicht warten: Nach der 1:4 (1:1, 0:2, 0:1)-Niederlage dauerte es nur wenige Sekunden, ehe alle Frankfurter in die Kabine gehuscht waren.

Vor dem Eröffnungsbully war die Stimmung in der mit 5567 Zuschauern gefüllten Frankfurter Eissporthalle noch deutlich besser gewesen, ja, regelrecht aufgeladen, doch für die Löwen galt es, nach drei hitzigen Duellen erst einmal einen kühlen Kopf zu bewahren. Die Strafbank um alles in der Welt meiden – so lautete die Devise. Vor allem, weil das Überzahlspiel der Steelers zuletzt so stark war, dass es in drei Partien zu fünf Toren geführt hatte.

In den vergangenen Tagen war es den Löwen nicht immer gelungen, unnötige Fouls zu vermeiden, diesmal schon: Die Hessen zeigten ihr bislang bestes Auftaktdrittel dieser Halbfinalserie, begannen druckvoll, achteten aber darauf, im Rahmen des Erlaubten zu bleiben. Das erste Tor des Abends erzielten allerdings die Gäste: Beim Sonntagsschuss von Marcus Sommerfelds, der genau zwischen Torwart und Pfosten passte, war Löwen-Goalie Hannibal Weitzmann chancenlos (6.).

Plötzlich den Faden verloren

Ein Bruch im flotten Spiel der Gastgeber war trotzdem nicht zu erkennen, im Gegenteil: Nur drei Minuten später erzielte Jarrett den Ausgleich (9.). Unhaltbar war der Schuss aber keineswegs: Eigentlich hatte Steelers-Torwart Sinisa Martinovic schon zugepackt, da flutschte ihm das Hartgummi doch noch irgendwie unterm Arm hindurch – und wie in Zeitlupe über die Linie.

Im Mittelabschnitt verloren die Hausherren ein wenig ihren Faden. Als doch mal ein Frankfurter in der „Kühlbox“ saß, schlugen die Gäste durch ihr gefürchtetes Powerplay zu und gingen dank eines weiteren Sommerfeld-Schusses in Führung (23.). Nur kurz darauf baute Benjamin Zientek den Vorsprung sogar auf 1:3 aus (27.). Die Löwen betrieben weiter ihr Vollgas-Hockey, schafften es nun aber nur noch selten, zwingend zu werden. Die beste Frankfurter Chance in dieser Phase vergab Brett Breitkreuz, als er schon das leere Tor vor sich hatte, sich dann aber doch noch verhedderte (27.).

Vor dem Schlussdrittel stellte sich also die Frage: Würden die Löwen es schaffen, noch einmal ein Comeback aufs Eis zu legen? Auch bei seinen Siegen in den Spielen Nummer zwei und drei hatte der amtierende Zweitligameister schließlich einen Rückstand zum Sieg gedreht. Die Gastgeber warfen nun alles nach vorne, wirkten aber zu konzeptlos im Spielaufbau, um noch einmal den Anschluss zu erzwingen. Die beste Frankfurter Chance hatte C.J. Stretch nach einem Alleingang (45.) – irgendwie sinnbildlich. Der einzige Treffer im letzten Drittel gelang Sommerfeld, der mit dem 1:4 seinen Dreierpack perfekt machte (59.).

In der „Best of seven“-Serie haben die Steelers damit zum 2:2 ausgeglichen. Lange müssen sich die Löwen jedoch nicht ärgern: Schon am Freitag geht es um 19.30 Uhr in Bietigheim weiter.

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