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Lions-Eigentüme Trauer um Gerd Schröder

Die Frankfurt Lions müssen von ihrem Chef Gerd Schröder Abschied nehmen. Der Haupteigentümer des Eishockey-Klubs und Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ist in der Nacht zum Donnerstag gestorben.

29.08.2008 00:08
MATTHIAS KITTMANN

Die Frankfurt Lions müssen von ihrem Chef Gerd Schröder Abschied nehmen. Der Haupteigentümer des Eishockey-Klubs und Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) verstarb in der Nacht zum Donnerstag an den Folgen eines Gehirnschlages, den er schon Anfang Mai dieses Jahres erlitt. Danach lag er drei Monate in einem künstlichen Koma, während dem immer wieder verschiedene Komplikationen auftraten. Eine jüngst aufgetretene Lungenentzündung "überstand der geschwächte Körper aber nicht mehr", erklärte Bernd Kress, langjähriger Freund von Schröder und Geschäftsführer der Lions auf der Saison-Pressekonferenz sichtlich ergriffen.

Auch wenn sich der 49-Jährige zunehmend aus dem operativen Geschäft des DEL-Gründungsmitglieds herausgezogen hatte, waren die Lions keine anonyme GmbH, sondern Schröder das "Gesicht" der Lions, dessen Leidenschaft zum Eishockey ihn im Januar 1997 veranlasste, die damals insolventen Lions zum symbolischen Preis von einer Mark zu kaufen, um dann noch mindestens eine Million Euro in deren Sanierung zu stecken. Doch "das Budget der Lions ist schon lange nicht mehr auf regelmäßige Finanzspritzen seines Besitzers angewiesen", stellt Kress klar. Seit rund fünf Jahren finanziert sich der Klub komplett aus Sponsoren- und Zuschauereinnahmen. "Unsere Finanzen sind geregelt, unser Etat ist seit Jahren ausgeglichen", so Kress.

Auch Bestürzung bei der DEL

Mit Betroffenheit reagierte auch die DEL auf die Nachricht über den Tod ihres Aufsichtsrat-Vorsitzenden. Schröder war seit 1998 Vorsitzender des DEL-Aufsichtsrats. "Mit Gerd Schröder haben wir nicht nur einen maßgeblichen Vordenker der DEL verloren, sondern auch einen guten Freund und langjährigen Wegbegleiter. Gerd Schröder hat es stets verstanden, die verschiedenen Interessen innerhalb der Gesellschaft auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen", erklärte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke und ergänzte: "Unsere Gedanken sind jetzt bei seinen Angehörigen. Wir möchten den Hinterbliebenen unser tiefstes Mitgefühl aussprechen."

Über die Trauer hinaus stellt sich zwangsläufig die Frage, wie es nun bei den Lions weitergeht. Laut Kress steht weder die Existenz des Meisters von 2004 auf dem Spiel noch wird die Saisonplanung unmittelbar beeinflusst. So scheint auch klar, dass die Anteile an den Lions in den Händen von Menschen bleiben, die gemäß Schröders Liebe zum Eishockey handeln. Schon während Schröders Krankheit übernahm der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Reisch weitere Verantwortung und wird nun im Tandem mit Kress beratend arbeiten.

Im Tod ihres Eigentümer sieht Kress auch die Chance für die Lions, "um enger zusammenzurücken. Wir wollen nicht den Spaß am Eishockey verlieren. Deshalb wünsche ich mir, dass die Mannschaft eine Saison hinlegt, wie sie Gerd Schröder gefallen würde." Etwa wie die begeisternde vergangene Spielzeit. Als im hitzigen Viertelfinale in Iserlohn anfangs ungehindert Gegenstände gen Lions-Bank flogen, heuerte Schröder für den nächsten Auftritt sieben Bodyguards zum Schutz seiner "Jungs" an. "Das werde ich nie vergessen", so Kapitän Jason Young bewegt.

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