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Trainerwechsel Der Anti-Reck

OFC-Trainer Steuernagel ist das Gegenstück zu seinem Vorgänger.

Daniel Steuernagel
Neu: Daniel Steuernagel. Foto: Jan Huebner/Scheiber

Kennengelernt haben sich Daniel Steuernagel und Sead Mehic schon vor fünf Jahren. Ersterer war damals Trainer beim SSV Lindheim, Letzterer durch einen Sehnenanriss lange außer Gefecht gesetzt. Mehic schaute oft beim Training zu, man kam ins Gespräch. Und wie es der Zufall so wollte, beerbte Mehic Steuernagel im September 2013, nachdem sich der Coach und der abstiegsgefährdete Verbandsligist einvernehmlich getrennt hatten. 

Manche Trainer bevorzugen es in einer solchen Situation, einander aus dem Weg zu gehen. Steuernagel wollte jedoch sicherstellen, dass der kleine Dorfklub in guten Händen ist. „Der Verein lag mir am Herzen, also haben wir eine ordentliche Übergabe gemacht“, erzählte Steuernagel. Die beiden blieben in Kontakt – gestern saßen sie auf dem Bieberer Berg nebeneinander auf dem Podium. Mehic wie gewohnt als Sportdirektor der Offenbacher Kickers, Steuernagel als neuer Trainer des Regionalligisten.

Der zuletzt vereinslose Steuernagel folgt wie erwartet auf Oliver Reck, dessen Vertrag nach zweieinhalb Jahren nicht verlängert wurde, und bei seiner Vorstellung wurde mehr als deutlich, dass der 38-Jährige, der für zwei Jahre unterschrieben hat, das komplette Gegenstück zu seinem Vorgänger ist. Der gebürtige Laubacher wirkte empathisch, aufgeschlossen. Und erstaunlich souverän, dafür, dass er bis auf fünf Spiele mit Watzenborn noch keinerlei Erfahrung jenseits des Amateurfußballs gesammelt hat. 

Reck hatte viele Probleme

Er lege großen Wert auf einen respektvollen Umgang, betonte Steuernagel, er wolle die Fans „mit ins Boot holen“ und freue sich auch auf die Zusammenarbeit mit der Presse. Alles Dinge, mit denen Reck so seine Probleme hatte. Ein unverbrauchtes Gesicht könnte den Kickers nach der mäßigen Erfahrung mit Reck, der zwar Erfahrung, aber auch ein großes Ego mitbrachte, gut tun. „Jeder Verein hofft natürlich, seinen Nagelsmann oder Tedesco zu finden“, sagte Geschäftsführer Christopher Fiori. 

Steuernagel musste sich beim OFC gegen vier weitere Kandidaten durchsetzen, sei aber „der mit Abstand überzeugendste“ gewesen, so Fiori. Er habe gepunktet „mit der Akribie, die er ausstrahlt“. Ein erstes Beispiel: Obwohl die Regionalliga-Saison seit Samstag zu Ende ist, dürfen sich die OFC-Spieler erst am Freitag in den Urlaub verabschieden. Vorher will sich Steuernagel noch ein Bild von seiner neuen Mannschaft machen. Für Dienstag und Mittwoch hat er gleich mal einen Laktattest angesetzt. 

Fußball bedeute für ihn nämlich nicht nur Technik und Taktik, sondern auch Ernährung, Trainingssteuerung und Athletik, erklärte der Neue. Vor allem mit Recks Trainingsplanung und dem Fitnesszustand der Mannschaft sollen die Verantwortlichen zuletzt überhaupt nicht zufrieden gewesen sein. Ein Laktattest habe in der Winterpause erschreckende Ergebnisse geliefert, heißt es. Deswegen wird neben einem neuen Co-Trainer – Recks Assistent Joti Stamatopoulos verlässt die Kickers – auch ein Athletiktrainer anheuern. „Es gehört mehr dazu, als nur ein bisschen zu trainieren. Ein Trainer muss den Verein weiterentwickeln“, forderte Mehic. 

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