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Offenbach - Magdeburg „Schwarzer Tag“ für Kickers Offenbach

Große Enttäuschung bei Kickers Offenbach: Begleitet von Zuschauer-Ausschreitungen auf dem Bieberer Berg hat der Traditionsverein den Aufstieg in die 3. Liga verpasst. Mit 1:3 (1:2) verlor der OFC am Sonntag auch das zweite Relegationsspiel gegen den 1. FC Magdeburg.

31.05.2015 16:25
Der Magdeburger Felix Schiller (2.v.l.) wird umjubelt, nachdem er das Tor zum 1:1-Ausgleich erzielte. Foto: dpa

Am Ende eines „schwarzen Tages“ (Präsident Claus-Arwed Lauprecht) wussten sie bei Kickers Offenbach nicht, was sie härter getroffen hat: Die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg in die 3. Fußball-Liga oder das Entsetzen über die Ausschreitungen einiger OFC-Fans. Mit 1:3 (1:2) verlor der souveräne Meister der Regionalliga Südwest am Sonntag auch das zweite Relegationsspiel gegen den 1. FC Magdeburg. Überschattet wurde die Partie durch eine etwa 20-minütige Unterbrechung, nachdem mehrere Kickers-Anhänger in der 84. Minute das Spielfeld gestürmt und sich anschließend Jagdszenen mit der Polizei geliefert hatten.

„Da sind 20 bis 30 Deppen, die es hinkriegen, den Ruf der Offenbacher Kickers vor laufenden Fernsehkameras sehr negativ zu belasten“, sagte Geschäftsführer David Fischer hinterher. Er rechnet nun mit einer „empfindlichen Strafe“ durch den Deutschen Fußball-Bund. „Das gehört nicht auf den Bieberer Berg und in kein anderes Fußball-Stadion der Welt. Man muss sich als Verantwortlicher schämen, wie da mit dem Leben anderer gespielt wird“, meinte auch Trainer Rico Schmitt.

Kurz vor Spielende kletterten Zuschauer aus dem Offenbacher Fanblock über die Zäune, rissen Werbebanden um und liefen auf den Platz. Feuerwerkskörper explodierten und flogen in den Gästeblock. Ein Großaufgebot der Polizei marschierte sofort auf das Spielfeld, drängte die Randalierer teilweise unter Einsatz von Pfefferspray zurück und nahm einige von ihnen fest. Danach ging das Spiel weiter.

„Die Polizei war gut vorbereitet und hat dafür gesorgt, dass die Lage nicht weiter eskaliert ist“, sagte Präsident Lauprecht. Aber auch er meinte: „Das hat mit Fußball nichts zu tun. Solche Leute machen unseren Verein kaputt. Das wollen wir hier nicht sehen. Wir müssen jetzt schauen, dass wir das so schnell wie möglich aufarbeiten.“

Nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel brachte Denis Mangafic den OFC zunächst in der 24. Minute in Führung. Doch zwei Magdeburger Treffer binnen vier Minuten durch Felix Schiller (32.) und Lars Fuchs (36.) ließen alle Aufstiegsträume vor 18 500 Zuschauern auf dem seit Wochen ausverkauften Bieberer Berg platzen. Nicolas Hebisch (53.) machte nach der Pause alles klar für den Europapokalsieger von 1974.

„Das 1:3 hat wahnsinnig wehgetan“, sagte Schmitt. Auch Christian Cappek meinte: „Wir sind absolut enttäuscht. Nach den ersten 30 Minuten dachte ich: Wir packen das auf jeden Fall.“

Für die Offenbacher endete damit eine an sich sehr erfolgreiche Saison mit einem Tiefschlag. Zehn Punkte Vorsprung hatten sie nach den 34 regulären Regionalliga-Spielen auf den Tabellenzweiten 1. FC Saarbrücken. Zwischenzeitlich waren die auch im DFB-Pokal erfolgreichen Kickers 29 Spiele in Serie ungeschlagen geblieben. Doch der höchstumstrittene Aufstiegsmodus führte sie mit einem ebenfalls sehr ambitionierten Traditionsverein zusammen. „Dieser Modus ist absoluter Blödsinn“, sagte auch der frühere Nationalspieler und langjährige OFC-Präsident Dieter Müller im HR-Fernsehen.

„Wir haben hier zwei Jahre lang eine tolle Arbeit geleistet und dafür gesorgt, dass Kickers Offenbach wieder eine Macht im hessischen Fußall ist“, sagte Präsident Lauprecht. Zumindest am Sonntag wurde diese Arbeit aber noch nicht belohnt. (dpa)

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