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Kickers Offenbach - SC Hessen Dreieich Historisches im Kreis Offenbach

Kickers Offenbach spielt morgen erstmals in der Regionalliga beim SC Hessen Dreieich – ein ganz spezielles Aufeinandertreffen.

SC Hessen Dreieich
Kann nicht zufrieden sein: SC Hessen-Trainer Rudi Bommer. Foto: pressehaus

Von einem Derby werden Fußball-Historiker sicher nicht sprechen. Dafür fehlt einfach die Geschichte. Aber wie auch immer man das erste Pflichtspiel zwischen dem SC Hessen Dreieich und Kickers Offenbach nennen mag, es ist in jedem Fall ein besonderes.

Hier der Dorfklub, der sich mit Hilfe potenter örtlicher Sponsoren um Mäzen Hans Nolte und großem Know-how ehemaliger Bundesligastars (Vizepräsident Karl-Heinz Körbel) von der Verbandsliga in die Regionalliga aufgeschwungen hat. Dort der Traditionsklub Kickers Offenbach, dessen Fans große Leidenschaft vermitteln, und seit dem Zweitliga-Abstieg 2008 viel Leid ertragen mussten.

Unterschiedliches Interesse  bei den Zuschauern

Als der SC Hessen 2013 als Nachfolgeklub der SKG Sprendlingen seine Geburtsstunde erlebte, hatte Kickers Offenbach gerade eine seiner düstersten Erfahrungen hinter sich gebracht. 9,8 Millionen Euro Schulden, die Lizenz für eine sechste Saison in der dritten Liga war zur Utopie, der Gang in die Insolvenz und in die Regionalliga Realität geworden. Ein einziges Mal war die Hoffnung groß, wieder auf die bundesdeutsche Landkarte des Profifußballs zurückzukehren. 2015 wurden die Kickers Meister der Regionalliga Südwest, scheiterten aber in den Aufstiegsspielen am 1. FC Magdeburg.

Im Westen des Fußballkreises tat sich zeitgleich Erstaunliches. Mäzen Hans Nolte und der Vorstand des SC Hessen um Präsident Reinhold Gerhardt bauten in Ruhe, weitgehend unbeachtet von der großen Öffentlichkeit, allenfalls innerhalb der Gemeinde kritisch beäugt, einen Klub auf, den trotz Gewinns des Hessenliga-Titels auch der Verzicht auf den Regionalliga-Aufstieg 2017 nicht aus der Bahn warf. 2018 nahm der SC Hessen sein Aufstiegsrecht wahr – und arbeitet nun daran, sich in der vierthöchsten Spielklasse zu etablieren.

Die Kickers aus der fünftgrößten hessischen Stadt (135 000 Einwohner) können sich immer auf ihre treuen Fans verlassen. Seit Jahren hat der OFC den größten Zuschauerzuspruch in der Viertklassigkeit. Letzte Saison kamen im Schnitt 6200 Zuschauer pro Heimspiel. Und wenn es wieder mal ganz schlimm um den Verein steht, dann retten die Fans ihren OFC mit Spendenaktionen, wie zuletzt 2016: „Alles auf rot-weiß.“

Dreieich ist mit seinen fünf Stadtteilen Buchschlag, Sprendlingen, Dreieichenhain, Götzenhain und Offenthal mit rund 40 000 Einwohnern die zweitgrößte Kommune des Landkreises Offenbach. Aber der SC Hessen Dreieich hat noch keinen großen Rückhalt, kämpft um Anerkennung und Zuspruch. In der Hessenliga kamen nur rund 300 Zuschauer pro Spiel. Beim ersten Regionalliga-Heimspiel waren es 1200.

Und nun, am Samstag, 25. August 2018, geschieht Historisches: Die beiden ambitioniertesten Vertreter des Fußball-Kreises Offenbach stehen sich erstmals in einem Pflichtspiel in der Viertklassigkeit gegenüber. Die morgige Partie (14 Uhr) in Dreieich wird restlos ausverkauft sein.

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