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Kickers Offenbach Klarer Auftrag für die Kickers

Die Offenbacher blasen zum Angriff auf die Spitze.

Benjamin Kirchhoff
Der neue OFC-Kapitän: Benjamin Kirchhoff. Foto: Huebner

Daniel Steuernagel ist geholt worden, um Dinge zu verändern. Das tut er. Als erste Amtshandlung orderte der neue Trainer der Offenbacher Kickers Mitte Mai einen ganzen Karton voller Puls-Uhren, um den körperlichen Zustand seiner Spieler haargenau kontrollieren zu können. Umfänge und Intensität des Trainings schraubte er nach oben. All diese Feinjustierungen sollen künftig auch im Spielstil der Hessen zu sehen sein: schneller, aggressiver, kämpferischer. Am morgigen Freitag, wenn der OFC mit einem Heimspiel gegen die SV Elversberg (19 Uhr) die neue Saison der Regionalliga Südwest eröffnet, wird zu sehen sein, ob die Maßnahmen fruchten.

Auch hat Steuernagel nun eine weitreichende Entscheidung für die Hackordnung im Team gefällt. Die Kapitänsbinde wird nicht mehr der bisherige Spielführer Daniel Endres tragen, sondern Innenverteidiger Benjamin Kirchhoff. „Mir war wichtig, dass wir einen Feldspieler als Kapitän haben“, erklärte der neue Coach. Für Kirchhoff, seit zwei Jahren beim OFC, ist es „eine Riesenehre, bei solch einem Verein Kapitän zu sein“. Wenngleich der Abwehrspieler betonte: „Ich werde nicht allein das Sagen haben, wir haben eine gute Hierarchie.“

Endres, der das Kapitänsamt seit 2013 innehatte, bleibt nicht mal mehr ein Job als Stellvertreter, Ersatzkapitän wird Mittelfeldspieler Maik Vetter. Das kann man durchaus als kleine Wachablösung verstehen. Allerdings: Seinen Platz zwischen den Pfosten darf Endres trotz durchwachsener Vorsaison behalten. Das interne Torwartduell gegen die Nummer zwei Sebastian Brune hat der 33-Jährige gewonnen.

Kein Zweikampf, sondern ein Mehrkampf mit unklarer Teilnehmerzahl wird für die Kickers das Aufstiegsrennen. Nicht nur Offenbach mag raus aus der Viertklassigkeit, auch die erneut in der Relegation gescheiterten Saarbrücker und Mannheimer wollen hoch, vielleicht auch Freiburg, Hoffenheim, Elversberg. Neu ist in dieser Spielzeit, dass im Südwesten allein der Meister aufsteigt, dem dafür der beschwerliche Gang durch die Relegation erspart bleibt. Die Kickers wollen in jedem Fall besser abschneiden als auf Platz drei, den sie in der zurückliegenden Saison errangen.

Nur Maier-Abgang schmerzt

Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass die Mannschaft zu Höherem berufen ist. Dieses Potenzial, das der geschasste Oliver Reck nie so ganz heben konnte, soll Steuernagel nun wecken. Der nimmt die Aufgabe an: „Der Auftrag ist klar“, sagte Steuernagel. „Man muss klare Ziele definieren. Leute, die das nicht machen, verstecken sich.“

So viel der Coach in der täglichen Arbeit verändert hat, so wenig tat sich am Kader. Mit Stefano Maier (Viktoria Köln) verabschiedete sich nur ein einziger Spieler, den die Verantwortlichen gern gehalten hätten, die übrigen Abgänge Grgo Zivkovic, Alexandros Theodosiadis, Luca Dähn und Nicola Jürgens spielten in den Planungen keine Rolle. Dem gegenüber stehen vier Neue: der erfahrene Innenverteidiger Lucas Albrecht (Hessen Kassel), der junge Linksverteidiger Julian Scheffler (1. FC Nürnberg II), der Defensiv-Allrounder Kevin Ikpide (TSG Hoffenheim U23) und die Kreisoberliga-Tormaschine Jake Hirst (TSV Bad Nauheim). Man darf in jedem Fall gespannt sein, was der einstige Grundschullehrer Steuernagel, der erstmals eine Vollzeitstelle als Coach antritt, aus den Kickers macht. „Ich bin guter Dinge“, so der 38-Jährige, „dass wir gut in die Saison starten.“

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