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Kickers Offenbach Kickers melden Insolvenz an

Das Amtsgericht Offenbach bestätigt den Insolvenzantrag der Offenbacher Kickers und setzt einen vorläufigen Insolvenzverwalter ein.

07.06.2013 11:55
Jan Christian Müller
Uhren im Kickers-Fanshop: Die Zeit ist abgelaufen. Foto: dpa

Die Offenbacher Kickers haben am Freitagmorgen für ihre Fußball-GmbH beim Amtsgericht Offenbach einen Insolvenzantrag gestellt. Der zuständige Richter Stefan Keim beauftragte daraufhin einen vorläufigen Insolvenzverwalter.   Das bestätigte das Amtsgericht Offenbach auf Anfrage der Frankfurter Rundschau.

Der von den Kickers beauftragte Staranwalt Christoph Schickhardt hatte dem Traditionsklub am Donnerstag davon abgeraten, den Gang vors DFB-Schiedsgericht anzutreten und somit den Abstieg hinzunehmen. Im Gespräch mit der FR erklärte Schickhardt, der vor elf Jahren die Eintracht  in letzter Sekunde vor dem Lizenzentzug retten konnte, der   Fall Eintracht Frankfurt von 2002 sei „nullkommanull vergleichbar“ mit dem der  Kickers 2013. Er habe keine „objektivierbare Anknüpfungsperspektive“ gesehen, „dass die Entscheidung des Verbandes falsch war“, formulierte der Ludwigsburger   im geschliffenen Juristendeutsch.  Es sei deshalb geboten,   dass die  Offenbacher nun ihre ganze Kraft und Zeit darauf verwendeten, den Absturz ins Bodenlose zu vermeiden und  stattdessen die Spielberechtigung für die   Regionalliga zu sichern. „Es gibt niemanden in Deutschland, der mehr Verfahren vor dem Schiedsgericht ausgefochten hat. Ich bin ein leidenschaftlicher Kämpfer“, so Schickhardt, „aber ich gehe nur in einen Kampf, den ich auch gewinnen kann.“

Ziel ist die Regionalliga

Eine Revision vorm Schiedsgericht hätte allen Beteiligten enorme Energie und zudem rund 100 000 Euro gekostet, außerdem sei es auch aus psychologischen Gründen zu empfehlen, mit dem DFB zusammenzuarbeiten, um künftig in der  Regionalliga  spielen zu können, statt einen aussichtslosen Kampf gegen den Verband zu führen. Es sei „richtig, ab sofort alle Kräfte“ auf die Verhinderung der Insolvenz des eingetragenen Vereins und auf die Konsolidierung in der vierten Spielklasse „mit einer realistischen Chance auf die Rückkehr in die Dritte Liga“ zu bündeln: „Das höchste Gut von Kickers Offenbach ist deren Tradition. Die gilt es zu erhalten.“  

Sollten die Kickers die Zulassung zur Regionalliga Südwest erhalten, spielen sie in der kommenden Saison gemeinsam in einer Klasse mit der zweiten Mannschaft der Frankfurter Eintracht. Es wird also ein Derby geben, wenn auch keines gegen Darmstadt 98, das durch den Offenbacher Zwangsabstieg als erster Nachrücker drittklassig bleibt und somit 800 000 Euro an TV-Geldern im Vergleich zur vierten Liga ausgeben  kann. Frisches Kapital, das den Kickers im kommenden Spieljahr fehlen wird.

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