Lade Inhalte...

Kickers Offenbach Fan-Demo Kickers-Fans demonstrieren

Hunderte Kickers-Fans ziehen am Samstag durch die Offenbacher Innenstadt, um ihren Verein mit Forderungen an die Stadt vor der drohenden Insolvenz zu bewahren. Immerhin schafft der OFC gegen Wehen den Klassenverbleib.

Kickers-Fans demonstrieren für mehr städtische Unterstützung für den OFC. Foto: ROLF OESER

Hunderte Kickers-Fans ziehen am Samstag durch die Offenbacher Innenstadt, um ihren Verein mit Forderungen an die Stadt vor der drohenden Insolvenz zu bewahren. Immerhin schafft der OFC gegen Wehen den Klassenverbleib.

„Eine Stadt - ein Verein“ und „Haste ma a Mark“ steht auf den Plakaten, die die Fans des Offenbacher Fußball Clubs auf ihrem Demonstrationszug durch die Offenbacher Innenstadt tragen. Die Stimmung ist ruhig, aber entschlossen. „Wir sind alle Offenbacher Jungs“, skandieren die Fußball-Freunde, darunter viele junge Leute, laut. „Offenbach, Offenbach“.

Sogar aus Ofterdingen im Landkreis Tübingen sind zehn Unterstützer angereist. „Wir haben seit 1959 einen OFC-Fanclub“, berichtet ihr Präsident Walter Dürr, „wir tun alles für den OFC“. Nach Angaben der Initiatoren treten 500 und nach Angaben der Polizei 300 Personen den Marsch vom Rathaus zum Stadion auf dem Bieberer Berg an. Dort besiegte der OFC im letzten Heimspiel der Saison den SV Wehen Wiesbaden mit 1:0 und schaffte damit wenigstens sportlich den Klassenverbleib.

Stadionmiete senken

Oliver Gottwald vom Offenbach Supporters Club nutzt die Minuten, in denen sich die Menge im Stadthof vor dem Rathaus zur Demo sammelt, um Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) und Bürgermeister Peter Schneider (Grüne) nochmals die Forderungen der Fans vorzutragen. Die beiden sind zwar nicht anwesend, aber sie sollen es dennoch wissen: Die Stadt soll den Kickers die Stadionmiete senken, damit der Verein vor der Insolvenz bewahrt bleibt. „50 Prozent ist mehr als Null“ ruft Gottwald durch das Mikrofon. Die Botschaft ist klar: Geht die zum Verein gehörende OFC-GmbH pleite, kann der OFC gar keine Stadionmiete mehr zahlen.

Das wollen die Fans verhindern. „Es geht um Emotionen und Identität“, ruft Gottwald, „um Heimat, Stolz und Liebe“. Deshalb wollen die Fans nicht zulassen, dass „die Stadt zum Totengräber des OFC“ werde. Die Fans applaudieren, einige blasen durch Trillerpfeifen, eine Trommelgruppe trommelt kräftig. In Anspielung auf den kürzlich erfolgten Verkauf des Klinikums an einen privaten Betreiber für einen Euro verlangt Gottwald, die städtische Tochter SBB möge doch das Stadion den Kickers verkaufen - für einen Euro.

Zwei Millionen fehlen

Der OFC muss bis Monatsende zwei Millionen Euro auftreiben; ansonsten droht der Ruin. OFC-Geschäftsführer, die Stadioneigentümerin SBB und die Gläubiger führen seit Wochen Gespräche, um eine Lösung zu finden. „Die Stadt tut, was sie kann“, sagte Bürgermeister und Sportdezernent Peter Schneider am Freitag, „auf Forderungen aus bestehenden Verträgen kann sie aber nicht verzichten“. Möglich sei nur eine „werthaltige Stundung der Miete.“ Die Stadt ist selbst in finanzieller Not; ihre Schulden betragen über eine Milliarde Euro.

Dem OFC droht aber auch von der sportlichen Seite Gefahr. Rutscht er von der dritten in die Regionalliga, erhält er auch kein Geld mehr aus den Fernsehrechten. Zudem würde der Hauptsponsor, die Sparda Bank, die Zahlung von einer halben Million Euro im Jahr an die Stadt für die Namensrechte einstellen.

Die Menschen am Rande der Demonstration teilen nicht alle die Meinung der Fans. Rainer Alt, Medienberater in der Frankfurter Straße, findet es zwar gut, dass „die Jungs kämpfen“, damit die Stadt die Miete senkt. Ein anderer Passant aber sagt: „Warum soll die Allgemeinheit für einen Sportverein zahlen. Sollen doch die Fußballer zahlen, die verdienen doch genug.“

1800 Unterschriften

Doch Fans denken anders. Um ihre Forderung an die Politik zu unterstreichen, möchte Erik Schollenberger von der Initiative „Wir für die Kickers“ gemeinsam mit OFC-Präsident Frank Ruhl vor dem Anpfiff Oberbürgermeister Schneider auf dem Rasen die Unterschriften überreichen, mit denen Bürger sich der Bitte um Unterstützung für den OFC anschließen. Etwa 1800 Signaturen haben die Fans gesammelt.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum