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Kickers Offenbach Erleichterung am Bieberer Berg

Kickers Offenbach gewinnt sein erstes Saisonspiel gegen die blutjunge Hoffenheimer Reserve mit 5:2.

Kickers Offenbach - TSG 1899 Hoffenheim II, RL
Perfekt gezielt: Serkan Firat schießt an allen vorbei zum 2:0 ein. Foto: pressehaus/kessler

Sie können es doch noch: Im fünften Versuch hat es mit dem ersten Saisonsieg geklappt. Und der war beeindruckend. Das 5:2 der Offenbacher Kickers schmeichelt der blutjungen Mannschaft der TSG Hoffenheim II, die von den richtig gut spielenden Offenbachern vorgeführt wurde. Dabei waren die Hoffenheimer nach ihrem 6:2-Sieg gegen Pirmasens und angesichts der Offenbacher Krise von vier sieglosen und schwachen Auftritten zuversichtlich nach Offenbach gereist. Doch der Grat zwischen Selbstbewusstsein und Überheblichkeit war für einige der vielen jungen Spieler (nur zwei waren älter als 20) zu schmal. 

„Wir haben viel zu viele einfache Fehler gemacht, zu naiv gespielt, und Offenbach zu Toren eingeladen“, haderte Hoffenheims Trainer Marco Wildersinn mit Leichtsinn und Unerfahrenheit seiner Teenagertruppe. Schon nach 90 Sekunden vertändelte der 19-jährige Moody Chana vor dem eigenen Strafraum den Ball gegen Serkan Firat, Flanke auf Jake Hirst – 1:0. Der 22-Jährige schrieb mit seinem Kopfballtor das zweite Kapitel seines persönlichen Märchens. Der Tennislehrer spielte vergangene Saison noch Kreisoberliga und erzielte jetzt im zweiten Spiel sein zweites Tor.

„Wichtig war, dass wir gut ins Spiel reingekommen sind“, freute sich Daniel Steuernagel über die starke Anfangsphase mit dem frühen 2:0 durch den überragenden Serkan Firat (16.). Doch nach 40 ausgezeichneten Minuten mit vielen Möglichkeiten für den OFC folgten zwei läppische Abwehrfehler (Albrecht und Marx) und die selbst überraschten Hoffenheimer hatten das Spiel gedreht.

„Es hat sich angefühlt, als ob du 4:0 führst, dann schaust du auf die Anzeigetafel, und da steht 2:2.“ Nicht nur OFC-Kapitän Benjamin Kirchhoff fühlte sich beim Gang in die Halbzeitpause wie im falschen Film. „Wir haben 40 Minuten überragend gespielt und fünf Minuten geschlafen. Es gab keinen Grund den Kopf runter zu nehmen. Wir haben uns nur gesagt, wir spielen einfach weiter so, dann wird das schon“, berichtete Firat.

Also weiter so, mit aggressivem Pressing, schnellem Umschaltspiel, großer Laufbereitschaft und hervorragender Raumaufteilung. All das, was in den vier Spielen vorher nicht zu sehen war, lieferten die Kickers plötzlich über 85 Minuten konstant und überzeugend ab. Daniel Steuernagel hatte in allen Spielen bisher die zentrale Schaltstelle verändert. Im fünften Versuch hat der Trainer die richtige Besetzung gefunden. Im 4-4-2-System war Luka Garic der ordnende Part. 

Der erst 18-Jährige agierte im Spielaufbau und im Defensivverhalten abgezockt wie ein Routinier, traf fast immer die richtige Entscheidung, und spielte auf dieser wichtigen Position wesentlich schneller und präziser als vorher Kevin Ikpide, Dren Hodja, Serkan Göcer und Francesco Lovric. Die ideale Ergänzung dazu ist Ko Sawada. Der Japaner schwirrte wie das Duracell-Häschen 90 Minuten über den Platz, erkannte alle Räume, öffnete sie in der Offensive und schloss sie in der Defensive. Beim 3:2 drang er in den Strafraum ein, wurde gefoult – Elfmeter, 3:2 durch Firat (60). Vor dem 4:2 eroberte er den Ball, und spielte Maik Vetter mit einem genialen Pass so frei, dass der Publikumsliebling 40 Meter allein auf das Hoffenheimer Tor zulaufen und sein erstes Saisontor erzielen konnte.

„Es war klar, dass wir Zeit brauchen, das neue Spielsystem zu verinnerlichen. Heute haben wir es richtig gut hingekriegt“, war beim Kapitän die Erleichterung zu spüren. Nicht nur Benjamin Kirchhoff hofft jetzt, dass dieser erste Sieg die Kickers mit neuem Selbstbewusstsein in das Derby am Samstag beim SC Hessen Dreieich gehen lässt: „Wir wollen zeigen, wer die Nummer eins im Kreis Offenbach ist. Das muss Kickers Offenbach sein.“

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