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Interview Helmut Spahn „Wir wollen in die Zweite Bundesliga“

Der Präsident von Kickers Offenbach, Helmut Spahn, zeigt den Weg in die Zukunft auf und erklärt, warum Trainer Oliver Reck noch keinen neuen Vertrag bekommt.

27 08 2017 xpsx Fussball Regionalliga Suedwest Kickers Offenbach Wall of Fame Aktion alles auf Ro
Seit zwei Jahren ist Helmut Spahn ehrenamtlicher Präsident des Regionalligisten Kickers Offenbach. Foto: Huebner/Scheiber (imago)

Helmut Spahn ist eine gute Stunde zuvor aus Zürich in Frankfurt gelandet, wo er die Woche im Fifa-Büro verbrachte,  und kommt pünktlich zum Interview mit der Frankfurter Rundschau ins Restaurant „Randon“ am Golfclub Seligenstadt. Der 57-Jährige ist eine halbe Ewigkeit nicht mehr selbst zum Golfspielen gekommen, was der Doppelbelastung als Fifa-Sicherheitschef der WM 2018 in Russland und als Präsident des Viertligisten Kickers Offenbach geschuldet ist.

Vor dem Interview hat er ganz kurz zu Hause vorbeigeschauen können und sich gleich wieder verabschiedet. Das Eigenheim liegt nur hundert Meter weit vom Golfplatz entfernt in Froschhausen, wo Spahn auch geboren wurde. Nach fast zwei Stunden ruft die Ehefrau an und fragt, wann er nach Hause kommt. Da ist es dringend Zeit, das Gespräch bei einem trockenen Weißwein und einem Mineralwasser zu beenden.

Herr Spahn, montags bis freitags bei der Fifa in Zürich oder sonst in der Welt unterwegs, am Wochenende beim OFC mit Spielen, Präsidiums-, Aufsichts- und Verwaltungsratssitzungen, eine Frau und zwei kleine Kinder haben Sie auch noch. Wie bringen Sie das alles unter einen Hut?
Meine Frau ist das gewohnt, aber auch ausschlaggebend. Die Entscheidung, ein zweites Mal als Präsident beim OFC zu kandidieren, war auch ihre. Sie meinte: „Jetzt habt ihr das Schiff auf Kurs, dann mach doch weiter, alles andere wäre nicht fair.“

Ihre Präsidiumskollegen kommen unter der Woche ohne Sie aus?
Ja, es gibt genügend Kommunikationsmöglichkeiten. Die Gremien spielen alle mit. Wir treffen uns freitags oder sonntags. Natürlich ist das für die Familie nicht immer einfach, wenn ich Freitagnachmittag in Frankfurt lande, dann oft direkt nach Offenbach fahre und erst um elf zu Hause bin. Samstag ist dann vielleicht ein Spiel, Sonntagabends fliege ich schon wieder. Aber wir finden trotzdem genug Möglichkeiten, was miteinander zu unternehmen. Und wenn das nicht klappen würde, würde ich die Reißleine ziehen.

Wie schwer fällt Ihnen der Spagat zwischen Offenbach und Zürich?
Gar nicht schwer. Ich bin seit 2002 im Fußball unterwegs, habe Weltmeisterschaften, Europameisterschaften mitorganisiert, war in Champions League und Europa League involviert, habe beim DFB gearbeitet und während meiner Tätigkeit in Katar unter anderem mit der DFL, der Primera División und der Serie A kooperiert und bin jetzt bei der Fifa. Da baut man natürlich ein großes Netzwerk auf. Für meine Arbeit bei den Kickers ist das sicher nicht unschädlich.

Wie kann der OFC davon profitieren?
Das „Retterspiel“ gegen die Bayern wäre zum Beispiel nie so schnell und unkompliziert zustande gekommen, wenn ich nicht Karl-Heinz Rummenigge kennen würde. Wenn man regelmäßig weltweit bei Fußball-Veranstaltungen unterwegs ist, läuft man auch vielen Leuten aus dem Fußball über den Weg, wie kürzlich Emilio Butragueno oder Fernando Hierro. Und dann fragen die auch schon mal: Wie läuft‘s in Offenbach?

Dann steht der nächste Testspielgegner ja fest: Real Madrid.
Ich arbeite dran (lacht). Jedenfalls versuche ich, nochmal ein ähnliches Kaliber wie die Bayern nach Offenbach zu holen. Am liebsten hätte ich jedes Jahr ein solches Knallerspiel.

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