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Hessenderby Falsch verstandene Rivalität

Beim 3:1-Sieg der Offenbacher Kickers am Bornheimer Hang benehmen sich einige Fans völlig daneben.

19 03 2018 xxx Fussball Regionalliga Sued West FSV Frankfurt Kickers Offenbach emspor v l Be
Wichtiger Sieg: OFC-Keeper Endres jubelt mit Kirchhoff. Foto: imago

Die blauen Lichter waren auch aus einem halben Kilometer Entfernung gut zu erkennen. Begleitet von einem riesigen Polizeiaufgebot marschierten gegen 23 Uhr mehrere hundert Fans der Offenbacher Kickers artig über die Kaiserleibrücke, zurück auf die südliche Mainseite, zurück nach Hause. Schon bei der Hinfahrt zum Hessenderby beim FSV Frankfurt, dass der OFC am Montagabend mit 3:1 für sich entschied, hatte der Offenbacher Mannschaftsbus die wanderlustigen Fans passiert. Eine besondere Motivationsspritze für die Gästemannschaft. „Wenn du über die Brücke fährst und die vielen Fans siehst, wie sie da lang laufen – das macht schon Spaß“, sagte Verteidiger Stefano Maier.

Im Stadion am Bornheimer Hang erzeugten die rund 2500 rot-weißen Anhänger Heimspiel-Atmosphäre. „Und unsere Heimspiele“, so Kapitän Daniel Endres, „gewinnen wir immer“. So auch diesmal. Für den OFC waren es drei wichtige Punkte im Rennen um die Relegation. Fünf Zähler Vorsprung auf Rang drei kann der Tabellenzweite nun sein Eigen nennen, allerdings hat Verfolger Mannheim eine Partie weniger bestritten.

Es war keine überragende Leistung der Kickers, aber eine gute. Über weite Strecken dominierten sie die Partie, spielten vor allem in der zweiten Halbzeit ihren Stiefel souverän herunter, als dem FSV Spritzigkeit und Ideen fehlten. Allerdings geriet der Derbysieg zwischenzeitlich kurz ins Wanken. Zwischen der 15. und 30. Minute stürmte nur der FSV. „Mit der ersten Halbzeit war ich nicht zufrieden, das habe ich der Mannschaft auch ganz klar mitgegeben“, betonte OFC-Trainer Oliver Reck, der verstanden zu haben scheint, dass er etwas kritischer mit seinem Team ins Gericht gehen muss, wenn er will, dass sein im Sommer auslaufender Vertrag verlängert wird.

Geldstrafen drohen


Ob der OFC aufgrund mehrerer Vorfälle auf den Rängen mit einer Geldstrafe rechnen muss, ist derweil noch unklar. Vermummte Offenbacher hatten kurz nach der Halbzeitpause Feuerwerksraketen in den Nachthimmel geschossen und viele bengalische Lichter abgebrannt, woraufhin Schiedsrichter Asmir Osmanagic die Partie für eine Minute unterbrach. Geschäftsführer Christopher Fiori sagte der FR am Dienstag, er gehe davon aus, eine Stellungnahme an den Fußball-Regionalverband Südwest abgeben zu müssen – nicht nur wegen der Pyrotechnik, sondern auch wegen der vielen Gegenstände, die aus dem OFC-Block auf den Frankfurter Robert Schick herabsegelten. Letzteres kritisierte Fiori: „Rivalität hin oder her, so etwas sollte im verbalen Bereich bleiben.“ Auch im FSV-Block brannte zu Beginn der zweiten Halbzeit allerhand Pyrotechnik.

Ein Schlachtfeld

Ein regelrechtes Schlachtfeld hinterließen einige Kickers-Anhänger auf den Gästeklos der Nordtribüne. „Die Toiletten wurden komplett verwüstet“, sagte FSV-Präsident Michael Görner am Montag der Frankfurter Rundschau. Waschbecken und Handtuchhalter seien von den Wänden, Türen aus der Verankerung gerissen worden, Wände seien beschädigt. Die Höhe des Schadens, so Görner, sei noch nicht abschätzbar. Den OFC kann der klamme FSV wohl nicht für das Handeln einiger Chaoten haftbar machen. „Ich gehe davon aus, dass wir auf den Kosten sitzen bleiben“, sagte Görner.

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