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Sieg gegen HSV Mainzer Mentalitätsmonster

Der FSV Mainz rappelt sich auch gegen den Hamburger SV nach Rückstand wieder auf und siegt mit 3:2.

1. FSV Mainz 05
Die Mainzer jubeln über den Treffer zum zwischenzeitlichen 3:1. Foto: dpa

Markus Gisdol hat es nach dem 2:3 (1:1) in Mainz ganz gut auf den Punkt gebracht. Der Trainer des Hamburger SV fühlte sich nach der Niederlage in die Gemütslage der Gewinner ein: „Mit einem Sieg verschiebt sich die Stimmungslage gleich um drei Wolken nach oben.“ Auf Wolke sieben (ist gleich Platz drei) befanden sich die Hanseaten nach den ersten beiden Spieltagen, die verlorene Partie in Mainz war die sechste ohne Sieg, ergo dürfte sich der HSV momentan irgendwo in der Nähe von Wolke eins befinden (ist gleich Platz 15).

Das ist nicht besonders hoch, aber Gisdol redete nicht großartig drumherum. Die Niederlage in Mainz war verdient. Sie war deshalb verdient, weil die braven Gäste zwar recht hart gearbeitet hatten zwischen den Strafräumen, aber vor dem eigenen Tor und vor dem des Gegners zu harmlos agierten. Und Harmlosigkeit wird in der Bundesliga halt bestraft. „Wenn wir unsere Konsequenz bei eigenen Chancen und bei der Abwehr von Chancen des Gegners nicht verbessern, dann wird es schwer“, analysierte Gisdol.

Mainz führt früh durch Alexandru Maxim

Am Ende hatte Mainz 05 den Sieg mehr gewollt. Dabei waren die Rheinhessen vor der Pause die schlechtere Mannschaft gewesen, ganz ähnlich wie schon zuvor in dieser Saison daheim bei den Siegen gegen Bayer Leverkusen und Hertha BSC. In allen Fällen kamen die Mainzer Mentalitätsmonster wie verwandelt aus der Kabine. Diesmal hatte Trainer Sandro Schwarz seinen Spielern einige der vielen misslungenen Szenen aus der ersten Halbzeit vorgeführt. Da hatte es an allen Ecken und Enden gehapert, die Mainzer waren bereits in der zweiten Minute durch Alexandru Maxim in Führung gegangen. Besser kann ein Fußballspiel nicht losgehen.

Aber dann funktionierte so gut wie nichts mehr. Die Hamburger hatten sich bald stabilisiert, und ihnen war nach einer hanebüchenen Kopfballabwehr des Mainzer Kapitäns Stefan Bell nach einem eigentlich misslungenen Freistoß von Aaron Hunt schon in der achten Minute durch den Brasilianer Wallace der 1:1-Ausgleich gelungen. Danach gerieten die Gastgeber phasenweise vollends außer Kontrolle,

Trainer Schwarz sah viel zu große Abstände zwischen den Mannschaftsteilen, er sah ungenaues Passspiel und schwaches Zweikampfverhalten, und er sah natürlich auch, wie seine Spieler sich mehr über zwei tatsächlich unglückliche Vorteilsentscheidungen von Schiedsrichter Felix Brych aufregten als über ihr eigenes ungenügendes Spiel.

Aber dann war zum Glück eine Viertelstunde Pause. „Wir haben uns gesagt, dass wir drei Gänge hochschalten müssen“, berichtete Verteidiger Daniel Brosinski hinterher frohgelaunt, „wir waren unzufrieden mit uns selbst und wussten, dass wir noch viel Luft nach oben hatten.“ Und dann kam tatsächlich eine Truppe zurück auf den Platz, bei der plötzlich alle miteinander arbeiteten und nicht mehr jeder für sich. Den Hamburgern bekam diese neu organisierte Aggressivität gar nicht gut, und siehe da: Nach 58 Minuten führte Mainz 05 schon 3:1. Erst traf Bell nach einer verlängerten Ecke von Vorlagenkönig Levin Öztunali, dann rauschte ein eher harmloser Linksschuss von Danny Latza ins Hamburger Tor. Christian Mathenia, der gebürtige Mainzer und ehemalige FSV-Keeper, ärgerte sich danach mächtig über sich selbst, denn ein Bundesligatorwart muss so einen Ball natürlich halten. Stattdessen rutschte Mathenia der halbhohe und sicher auch nur halbharte Schuss durch die Torwarthandschuhe.

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