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Mainz 05 Schüchterner Held

Mainz-Torwart Zentner bringt Trainer Schwarz in eine luxuriöse Situation.

Fortuna Düsseldorf - FSV Mainz 05
Hielt mit starken Paraden den glücklichen 1:0-Sieg in Düsseldorf fest: Torhüter Robin Zentner. Foto: dpa

Der FSV Mainz 05 hat viele gute Torhüter – doch weil die momentan nicht komplett zur Verfügung stehen, spielt Sandro Schwarz bei der Frage nach seiner Nummer eins entspannt auf Zeit. Ob Florian Müller, zu Saisonbeginn zum ersten Torwart ernannt, nach seiner Sprunggelenkverletzung in dieser Woche wieder ins Training einsteigt, sei offen. Deshalb verfährt der Cheftrainer nach folgendem Leitmotiv: „Erst mal müssen alle Torhüter wieder im Training sein. Und dann komme ich ins Spiel – und der Torwarttrainer.“ 

Bei den Mainzern ist das Stephan Kuhnert – wirklich weiterhelfen konnte er Schwarz nach dem glücklichen 1:0-Erfolg des Vorjahres-14. bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf aber nicht. Müllers Ersatzmann Robin Zentner sicherte den Gästen die drei Punkte am Rheinufer mit mehreren Klasseparaden. „Das ist sein Job, den Kasten sauber zu halten“, lobte Kuhnert den 24-Jährigen schmunzelnd, ehe er hinzufügte: „Ich weiß, was der Junge drauf hat.“ Eine Empfehlung an den Chefcoach, wer für die Nullfünfer künftig zwischen den Pfosten stehen soll, wollte er allerdings nicht abgeben. Stattdessen witzelte Kuhnert in vollendeter Zurückhaltung: „Mein Tipp, Miracel Whip.“ 

Regelrecht schüchtern gab sich Zentner selbst. Als Abwehrchef Stefan Bell den Garanten für das erste gegentorfreie Auswärtsspiel des FSV in dieser Saison mit der Aufforderung „Robin, komm“ zu den Journalisten lotste, winkte sich der blonde Ballfänger den Kapitän bittend an seine Seite: „Zusammen.“ Doch Bell marschierte direkt in die Kabine, bugsierte Zentner so zu einem Statement-Solo.

Vier Keeper für einen Platz

Brav erwähnte der gebürtige Rüdesheimer dabei, sein Anteil am Sieg – der dem FSV einen komfortablen Mittelfeldplatz mit Blick auf die internationalen Ränge bescherte – sei genau so groß wie der aller Teamkollegen. Und dass er in jeder Trainingseinheit versuche, Argumente für den Job im Tor zu liefern. Klarer wurde Zentner bei der Spielanalyse. „Es gibt Tage, an denen nichts läuft. Ab der 60. Minute haben wir uns vielleicht ein bisschen spät ins Spiel hinein gekämpft“, sagte er, lehnte Wiederholungen aber strikt ab: „Mit so einer Leistung gewinnt man solche Spiele nicht häufig.“ 

Zentners Meinung war am Freitagabend Programm. „Die Mainzer wissen auch nicht genau, wie sie das Ding hier gewonnen haben“, sagt der glücklose Düsseldorfer Stürmer Rouwen Hennings. Und selbst Sandro Schwarz staunte beim Blick auf den Statistikbogen: „Die Daten sind besser, als es unser Spiel war.“ Speziell für die Ballannahme habe sein Personal furchtbar lange gebraucht, andererseits gelte: „Zuletzt sind wir nach der Niederlage gegen Dortmund abgefeiert worden. Für den Sieg hier brauchen wir uns also nicht entschuldigen.“ 

Ein starker Mann auf der Linie sei in solchen Fällen unentbehrlich, räumte der Mainzer Fußballlehrer ein. Ansonsten blieb er bei dem luxuriösen Torwart-Thema mit den Protagonisten Müller, Zentner, Ex-Nationalkeeper Rene Adler (Aufbautraining) und Jannik Huth vage. „Wir sind auf der Position hervorragend besetzt. Und bis auf Rene Adler kommen auch alle aus unserem Nachwuchszentrum – das muss man schon mal sagen.“ 

Nicht aus der eigenen Jugend, sondern im Weltmeisterland-Frankreich an Land gezogen haben die Nullfünfer Jean-Philippe Mateta. Der lange, gelenkige Angreifer, zuletzt ausgeliehen an Le Havre, kam im Sommer von Olympique Lyon nach Rheinhessen. In Düsseldorf erzielte der 21-Jährige Mitte der zweiten Halbzeit den entscheidenden Treffer – dank großzügiger Unterstützung von Michael Rensing. Fortunas Keeper bezeichnete seinen Patzer selbst treffend als „ein blödes Scheißtor“. Monsieur Mateta fokussierte sich da lieber auf den eigenen Beitrag und meinte, sehr viel offensiver als der eigentliche Matchwinner Zentner: „In so einem Spiel musst du als Stürmer Qualität zeigen, im richtigen Moment am richtigen Ort sein.“

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