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Mainz 05 Mainz macht Männchen

Auch mit dem teuersten Spieler der Klubgeschichte werden beim FSV Mainz 05 keine neuen Ziele avisiert. Die Vorgabe ist noch immer, beständig in der Klasse zu bleiben.

24.01.2014 07:44
Jan Christian Müller
Verstehen sich schon bestens: Thomas Tuchel (links) und Ja-Cheol Koo. Foto: imago

Auch mit dem teuersten Spieler der Klubgeschichte werden beim FSV Mainz 05 keine neuen Ziele avisiert. Die Vorgabe ist noch immer, beständig in der Klasse zu bleiben.

Nun, da Mainz 05 für fast fünf Millionen Euro den Koreaner Ja-Cheol Koo und damit den mit Abstand teuersten Spieler der Vereinsgeschichte eingekauft hat, hätte man vielleicht annehmen können, die Mainzelmännchen würden sich zu Mainzelriesen aufplustern und sich zu einer Kampfansage an den Rest der Republik verleiten lassen. Tun die Winzlinge aber nicht, sondern machen hübsch Männchen. Irgendwie kann man es ihnen auch nicht verdenken. Vor dem Rückrundenstart am Samstag beim fünf Punkte schlechter gestellten Tabellennachbarn VfB Stuttgart argumentiert Trainer Thomas Tuchel, Koo helfe sicherlich, „dass wir beständig in der ersten Liga bleiben“, mehr aber auch nicht. Da er, Tuchel, ein „drastisch höheres Niveau in der Liga“ als noch bei seinem Amtsantritt im Sommer 2009 festgestellt habe – „die Bundesliga hat nicht mehr viel damit zu tun, wie sie war, als ich begonnen habe“ – und die „Größenordnung der Aufgaben“ sich verändert hätte, wäre es „vermessen, dass wir durch Koos Verpflichtung nun da oben reingrätschen.“

Mit „da oben“ sind die zur Europa League-Qualifikation nützlichen Plätze fünf oder sechs gemeint, und tatsächlich kann man dem in der Regel nicht zu übertriebener Bescheidenheit neigenden Tuchel schwerlich widersprechen, wenn er die Bayern, Leverkusen, Gladbach, Dortmund, Wolfsburg und Schalke als schwer überholbar einschätzt. Es werde „immer schwieriger, Bundesliga zu spielen“, es herrsche eine „wahnsinnige Leistungsdichte“, die Teams hätten sich deutlich verbessert, sowohl, was „individuelle Qualität“ als auch „taktische Flexibilität“ anginge.

Seit Tuchel Chefcoach bei Mainz 05 ist, ist der Klub folgendermaßen in die Rückrunde gestartet: Januar 2010: 9. mit 24 Punkten, Januar 2011: 2. mit 33 Punkten, 2012: 14. mit 18 Punkten, 2013: 6. mit 26 Punkten, 2014: 9. mit 24 Punkten. Unter Tuchel hat er kein einziges Mal auch nur einen Tag lang einen Abstiegsplatz belegt, das, bestätigte Manager Christian Heidel gestern noch einmal ausdrücklich, bleibe nach wie vor das strategische Ziel.

Besserer Kader als 2010/11

Derweil schickt sich das Tandem Tuchel/Heidel aber an, wieder einen Kader zusammengebastelt zu haben, der vielleicht nicht in seiner Top-Qualität, so aber ganz gewiss in seiner Tiefe den der Supersaison der „Bruchweg-Boys“ vor drei Jahren aussticht. Aus jener Saison spielen André Schürrle und Lewis Holtby inzwischen (wenn auch derzeit mit bescheidenem persönlichem Erfolg) in der Premier League, Adam Szalai und Christian Fuchs mit Schalke 04 in der Champions League. Ob vergleichbare Riesen auch aus dem aktuellen Mainzer Aufgebot erwachsen, mag Tuchel noch nicht voraussagen, fest steht aber: Der Kampf um die Stammplätze bei Mainz 05 war noch nie so hart wie derzeit. Kleinere Kollateralschäden im Training inklusive: Stürmer Sebastian Polter muss wegen eines von einem harten Schuss gegen den Kopf erlittenen Schleudertraumas vorerst passen.

Zum Platz im 18er-Kader für Stuttgart, geschweige denn für eine Nominierung in die Startelf hätte es für den kantigen Polter aber ohnehin nicht gereicht, mit Koo, dem in den Testspielen regelmäßig torgefährlichen Yunus Malli, Shinji Okazaki, Eric Maxim Choupo-Moting und Nicolai Müller hofft der Trainer, endlich genügend gesunde geballte Offensivpower verfügbar zu haben, die aber aus Sicherheitsgründen nie und nimmer gleichzeitig auflaufen dürfte. Zumal Tuchel Gegner Stuttgart mit mutmaßlicher Doppelspitze Vedad Ibisevic/Mohammed Abdellaoue, Youngster Timo Werner und Martin Harnik extrem offensiv erwartet.

Die asiatische Fraktion mit dem Japaner Shinji Okazaki bei dessen erstmaliger Rückkehr nach Stuttgart und den beiden Koreanern Joo-Ho Park und Ja-Cheol Koo ist für solche Gegner nach Ansicht von Manager Heidel bestens gerüstet: „Die geben nie auf und laufen, laufen, laufen – und das auch noch mit System.“

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