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Mainz 05 Kleines Geld für Kaluza

Es gibt 3000 Euro pro Monat für den neuen Präsidenten, und der Aufsichtsrat von Mainz 05 entlastet den Ex-Vorstand.

FSV Mainz 05 Mitgliederversammlung 2017
Mitgliederversammlung im Mai: Ex-Präsident Harald Strutz (FSV Mainz 05) gratuliert seinem Nachfolger, dem neuen Mainzer Präsidenten Johannes Kaluza. Foto: dpa

Der Aufsichtsrat des von Mainz 05 hat den neuen Präsidenten Johannes Kaluza zumindest schon mal finanziell in die Schranken gewiesen. Auf seiner Sitzung am Dienstagabend entschied das neunköpfige Gremium, dass der ehrenamtliche Vereins- und Vorstandschef eine Aufwandsentschädigung von lediglich 3000 Euro im Monat erhält. Kaluza hatte dem überraschten Aufsichtsrat vor knapp drei Wochen wissen lassen, dass er zusätzlich zu den Spesen und einem Dienstwagen auch einen Verdienstausfall beansprucht. Der 63-Jährige war bis vor kurzem geschäftsführender Gesellschafter eines mittelständischen Essigproduzenten.

Der Aufsichtsrat teilte den Mitgliedern in einer E-Mail am Mittwochmorgen seine Sicht der Dinge mit: „Ein ehrenamtlicher Vorstand ist nach den gesetzlichen Regelungen unentgeltlich tätig, er kann daher weder einen Verdienstausfall noch eine Entschädigung für die von ihm aufgewendete Arbeitszeit erhalten. Er hat allerdings Anspruch auf Erstattung der infolge seiner Tätigkeit verursachten Aufwendungen.“ Nach einem Jahr werde geprüft,  „ob entsprechend der Aufwendungen eine Korrektur notwendig“ sei. Kaluza hatte bei seiner Kandidatur im Sommer unter anderem damit für sich geworben, dass er keine finanziellen Interessen mit seiner Präsidentschaft verfolge.

In seinem Treffen am Dienstag entlastete der Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten außerdem den  Alt-Vorstand des Vereins unter dem langjährigen Präsidenten Harald Strutz. Dies  hatte der Aufsichtsrat im Rahmen der ordentlichen Mitgliederversammlung am 30. Oktober noch verwehrt, wie es hieß, aus formalen Gründen wegen vorliegender Strafanzeigen. „Wir haben zu den drei ergangenen Strafanzeigen gegen den Alt-Vorstand Akteneinsicht beantragt, leider erst nach unserer Versammlung erhalten und festgestellt, dass die Akten geschlossen sind“, sagte am Mittwoch der Aufsichtsratsvorsitzende Detlev Höhne. „Nachdem wir in den vergangenen Tagen über alle offenen Fragen mit dem Alt-Vorstand Einvernehmen erzielt haben, haben wir nun die Entlastung ausgesprochen.  Wir haben großen Respekt vor der Leistung unserer ehemaligen Vorstandsmitglieder, die über viele Jahre unseren Verein geprägt haben.“

Mit der Besetzung der über einen Headhunter ausgeschriebenen Position des Finanz- und Organisationsvorstands rechnet der Rat binnen eines Monats.  „Wir haben, wie in solchen Fällen üblich, einer Agentur einen Suchauftrag erteilt“, schrieb Höhne an die Mitglieder. „Wir haben uns 37 Profile von infrage kommenden Personen angeschaut. Mit 15 Kandidaten wurden vertiefende Einzelinterviews geführt.“ Demnächst stelle sich „ein kleiner Kreis dem Personalausschuss des Aufsichtsrats vor. Wir glauben, dass wir in rund vier Wochen eine Entscheidung treffen und den neuen Vorstand der Öffentlichkeit vorstellen können.“ Die Schlagzeilen über Mainz 05 sollte künftig „nur noch der Fußball machen“.

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