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Kaiserslautern gegen Mainz Randale nach Derby Mainz-Kaiserslautern

Der FSV Mainz 05 hat im prestigeträchtigen Rheinland-Pfalz-Derby einen überlegenen Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern gefeiert. Nach dem Spiel haben Fußball-Fans beider Clubs randaliert. Die Polizei trennte die rivalisierenden Fangruppen gewaltsam.

25.02.2012 22:12
Nach dem Derby Mainz-Kaiserslautern kommt es zu Krawallen. Foto: dpa

Auf die Derby-Demütigung der schlimmsten Sorte folgte der Spießrutenlauf. Beschimpfungen und Hohn aus der eigenen Fankurve schlugen den Spielern des 1. FC Kaiserslautern nach der 0:4 (0:3)-Pleite beim FSV Mainz 05 entgegen, auch die Entlassung von Trainer Marco Kurz wurde gefordert. „Wir sind Lauterer und ihr nicht!“, riefen die treuen Anhänger - es war die Quittung für eine keineswegs bundesligataugliche Leistung.

„Ich kann die Enttäuschung verstehen. Wenn man keine Leistung bringt, darf man sich auch mal beschimpfen lassen“, sagte Kurz. So viel Energie wie die Anhänger, die ihrem Ärger Luft machten, hatte der FCK auf dem Platz nicht gezeigt. Ausgerechnet im Derby präsentierte sich das Team chancen- und leidenschaftslos. Bereits seit 13 Partien warten die Lauterer in der Bundesliga auf einen Dreier, zuletzt gelang am 22. Oktober ein Sieg (1:0 gegen Freiburg). Folgerichtig rutschte das Team in der Tabelle der Fußball-Bundesliga auf einen direkten Abstiegsplatz ab.

Während die Partie für Kurz „ein absoluter Tiefpunkt“ war, empfand es Christian Tiffert als „beschämend, hier in dieser Höhe zu verlieren“. Der Mittelfeldspieler redete sich regelrecht in Rage. „Diese Leistung war eine Katastrophe! Wir müssen irgendwie aus diesem Negativ-Strudel herauskommen“, sagte Tiffert und schlug Alarm. Im Abstiegskampf erwartet er jetzt „harte Wochen“. Vor allem die Tatsache, dass der FCK nicht einmal kämpferisch mit den Mainzern mithalten konnte, gab Anlass zur Sorge.

Beim 1. FC Kaiserslautern rumort es

„Kratzen, beißen, kämpfen - das kann eigentlich jeder. Das ist auch eine Charakterfrage“, sagte Pierre de Wit und sprach von einem „kollektiven Verschlafen“ der Anfangsphase. Auch Tiffert stellte die „Charakterfrage“: „Wenn man früh so hoch zurückliegt, muss man zumindest versuchen, sich nicht abschießen zu lassen.“

In der Mannschaft scheint es nach der Blamage zu rumoren. „Mir ist die Stimmung hier im Moment etwas zu gut. Vielleicht muss sich da etwas ändern, um bei dem einen oder anderen die letzten Prozentpunkte herauszukitzeln“, sagte Alexander Bugera.

Für die Anhänger der „Roten Teufel“ scheint ein Hauptverantwortlicher für die Talfahrt festzustehen. Schon während der Partie waren „Trainer raus“-Rufe aus der Fankurve der Pfälzer zu hören. Auch für diese Anfeindungen zeigt Kurz Verständnis. „Der Trainer hat keinen guten Job gemacht. Als Kopf der Mannschaft trage ich für die Leistung die Verantwortung“, sagte er nach dem Spiel. Trotzdem ging auch er mit der Mannschaft hart ins Gericht: „Wir hatten zu keiner Zeit die Qualität, das Spiel offen zu gestalten. In einem Derby erwarte ich ein besseres Auftreten.“

Ob er die Möglichkeit bekommt, das Team aus der Krise zu führen, ist fraglich, doch noch scheint der Verein zu seinem Coach zu halten. „Verein, Mannschaft und Trainerteam müssen sich jetzt als Einheit präsentieren. Wir wissen, unter welchen Voraussetzungen ein Trainer hier arbeiten muss“, sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz, der ankündigte, die Niederlage in ein oder zwei Tagen erstmal „ohne Emotionen zu analysieren“. Von seinen Spielern bekommt Kurz Rückendeckung. „Der Trainer stellt uns hervorragend ein. Nur die Mannschaft setzt das auf dem Platz nicht um“, sagte de Wit und gab den Weg aus der Krise vor: „Wir sind gemeinsam untergegangen, nur gemeinsam kommen wir da jetzt wieder heraus.“

Nach dem Spiel kam es nur vereinzelt zu Ausschreitungen. Laut Polizei wurden rivalisierende Fangruppen „unter Einsatz von körperlicher Gewalt und dem Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray“ getrennt. (sid)

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