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Interview Sandro Schwarz „Wir müssen die Nähe zu den Leuten wiederherstellen“

Mainz-05-Trainer Sandro Schwarz spricht vor dem Spiel der Mainzer bei der Eintracht über ein Leben zwischen Arbeitsplatz in Mainz und Wohnort in Frankfurt und Kindheitserfahrungen am Riederwald.

Trainer Sandro Schwarz von FSV Mainz 05 in der FRRedaktion
Kämpft darum, dass Mainz 05 den Negativtrend stoppt: Chefcoach Sandro Schwarz beim Redaktionsbesuch. Foto: Monika Müller

Redaktionsbesuch bei der Frankfurter Rundschau vor dem Viertelfinale im DFB-Pokal bei Eintracht Frankfurt. Der Mainzer Chefcoach Sandro Schwarz steuert den Dienstwagen mit Groß-Gerauer Kennzeichen höchstpersönlich in die Tiefgarage, begleitet von Pressesprecherin Silke Bannick. Zwei Stunden lang entwickelt sich mit dem 39-Jährigen ein gewiss nicht alltägliches Gespräch, in dem der Trainer einige Entwicklungen im Profifußball deutlich kritisch anspricht. Sein Heimweg danach ist kurz: Schwarz wohnt mit Frau und Kindern unweit der alten Galopprennbahn im Frankfurter Stadtteil Niederrad.

Herr Schwarz, viele Pendler im Rhein-Main-Gebiet sind ziemlich genervt von den vielen Staus. Wie ergeht es Ihnen auf Ihrem täglichen Weg von Frankfurt-Niederrad nach Mainz?
Ich habe nie Stau. Morgens um sieben ist das kein Problem.

So früh ist doch noch kein Mensch auf dem Trainingsgelände?
Doch. Ich treffe mich um acht mit meinen Co-Trainern, wir schauen uns das Training vom Vortag in Sequenzen  noch einmal an und bereiten das Programm für die nächste Einheit vor.

Sie fahren ja jeden Tag an der Arena der Eintracht vorbei. Macht es für Mainz 05 angesichts des Abstiegskampfs überhaupt Sinn, sich auf den Pokal bei der Eintracht  zu konzentrieren?
Spiele zu gewinnen macht immer Sinn.  Wenn Sie irgendwann mal von mir hören würden, dass ich das nicht mehr anstrebe, dann können Sie gerne sagen: „Schwarz, es ist vorbei!“ Aber natürlich müssen wir sensibel auf die Belastungssteuerung achten und die Puzzleteile sehr genau zusammenlegen, weil wir am Samstag schon wieder in Hoffenheim spielen und letzten Samstag gegen die Bayern gespielt haben.

Was zählt, um die Klasse zu halten? Werden am Ende werden diejenigen überleben, die als Team besser zusammenhalten?
Hundertprozentig. In schwierigen Momenten wird das den Unterschied ausmachen. Gerade dann ist die Bereitschaft extrem wichtig, Widerstände gemeinsam als gefestigte Gruppe zu überwinden. Das brauchen wir bei Mainz 05 ganz besonders.

Wenn die qualitativen Unterschiede auf dem Platz nicht so riesig sind, wird der Abstiegskampf…
… im Schädel entschieden! Wenn du im Schädel frei bist, funktioniert auch der Körper. Wenn du da oben nicht frei bist, kommt dir jeder Laufweg relativ schwer vor. Deshalb ist Nigel de Jong für uns ein so bedeutender Faktor. Der Kerl ist klar im Kopf. Der hat nicht nur ein WM-Finale gespielt, sondern ist auch bei uns für die Gruppe da, nicht nur auf dem Platz.

Ähnlich wie Kevin-Prince Boateng bei der Eintracht?
Du brauchst solche Leute in deiner Truppe. Spieler, die Spaß daran haben, als Gemeinschaft alles rauszuhauen. Das ist brutal wichtig.

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