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FSV Mainz Mainz lehnt Angebot für Gbamin ab

Der Mainzer Sportchef Rouven Schröder schiebt dem Wechselwunsch von Jean-Philippe Gbamin einen Riegel vor.

Jean-Philippe Gbamin
Darf nicht nach England: Der Ivorer Jean-Philippe Gbamin. Foto: imago

Die Wade zwickt: Jean-Philipp Gbamin blieb deshalb am Montagmorgen im Hotel und ließ sich pflegen, während seine Kollegen anderthalb Stunden auf dem Trainingsplatz schufteten. Anlaufverhalten stand auf dem Programm dieser intensiven Einheit im Trainingslager des FSV Mainz 05.

Seit Sonntagnachmittag befindet sich der Tross des FSV in Tirol und trainiert auf dem Dorfsportplatz im beschaulichen Kirchbichl bei Kufstein. Alpenpanorama und fast 40 Grad in der Sonne herrschten am Montag dort. Jean-Philipp Gbamin aber hatte schon am Sonntagabend für einige Aufregung in einer kühlen Sofaecke im Mannschaftshotel gesorgt.

In der ersten Medienrunde hatte der in Frankreich aufgewachsene Nationalspieler der Elfenbeinküste mehr oder wenig offen erklärt, Mainz gerne in Richtung England verlassen zu wollen und nannte den FC Liverpool und Manchester United als seine Lieblingsvereine. Auf Nachfrage, ob er sicher in der kommenden Saison bei Mainz 05 spiele, antwortete der 22-Jährige lediglich: „Der Transfermarkt ist noch nicht geschlossen.“

Mainz 05 hat in dieser Transferperiode in jedem Mannschaftsteil schon je einen herausragenden Spieler verloren und dafür fast 50 Millionen Euro kassiert: Abwehrspieler Abdou Diallo wechselte für 28 Millionen Euro zu Borussia Dortmund, Mittelfeldtalent Suat Serdar für elf Millionen zum FC Schalke und der Wechsel von Stürmer Yoshinori Muto zu Newcastle United für rund elf Millionen Euro steht kurz bevor.

Einen weiteren Aderlass kann sich der Klub, der in den letzten beiden Spielzeiten zwei Mal den Klassenerhalt nur durch einen Kraftakt im Saisonfinale sichern konnte, sportlich nicht leisten. Zumal niemand weiß, wie die bislang getätigten, jungen Neuzugänge einschlagen: Für Stürmer Jean-Philippe Mateta, 20, (Olympique Lyon), Mittelfeldspieler Pierre Kunde, 22, (Atletico Madrid) und Abwehrspieler Moussa Niakhate, 22, (FC Metz) reinvestierte der Klub insgesamt 21,5 Millionen Euro.

Der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder suchte sich am Rande der ersten Montagseinheit dann eines der wenigen Schattenplätzchen am Trainingsplatz in Kirchbichl, um Gbamin für unverkäuflich zu erklären. „Das Schöne ist, dass der Spieler nicht auf dem Markt ist. Wir sind nicht bereit, ihn abzugeben,“ stellte Schröder klar. Und Trainer Sandro Schwarz ergänzte: „Dass er von England träumt, ist ja schön und gut, aber Jean-Philippe hat sportlich einen Riesenwert für uns. Wir können die Dinge selbst regeln – und das werden wir tun.“

Um den unbeugsamen Willen des FSV zu unterstreichen, Gbamin unbedingt halten zu wollen, erzählte Schröder, dass der Klub vor ein paar Tagen ein „Mondangebot aus England“ für den athletischen Strategen abgelehnt habe. Die Ablöse-Offerte aus der Premier League lag dabei laut Schröder über den 28 Millionen Euro, die Nullfünf für Diallo aus Dortmund aufgerufen hat. Den englischen Klub wollte der Manager nicht nennen, aber offenbar handelte es sich nicht um einen Spitzenklub.

Gbamin, der 2016 aus Lens nach Mainz wechselte und 2017 seinen Vertrag bis 2022 verlängerte, müsse man nicht veräußern, betonte Schröder. Das ist angesichts des aktuellen Transferüberschusses von rund 30 Millionen Euro nicht überraschend. Und auf der defensiven Mittelfeldposition sei die Suche nach einem adäquaten Ersatz nicht so einfach, sagte Schröder.

Verteidiger Diallo hätten die Mainzer ziehen lassen, weil in Niakhate bereits ein Ersatz gefunden war. „Wir haben den Anspruch, Bundesliga zu spielen, da können wir nicht sechs, sieben Spieler abgeben“, sagte Schröder und betonte: „Jean-Philippe ist absoluter Führungsspieler, obwohl er die Sprache nicht spricht.“

In den entscheidenden Spielen der abgelaufenen Saison habe Gbamin gezeigt, was für ein außergewöhnlicher Profi er sei. Angst, dass aus dem eher schüchternen Gbamin nun ein Streikprofi werde, hegen weder Schröder noch Schwarz. Und auch Gbamin hatte am Sonntag glaubhaft versichert, „nicht enttäuscht zu sein“, sollte ein Transfer nicht zustande kommen.

Wechselwillig aus dem aktuellen Kader sind auch Giulio Donati und Pablo de Blasis, die die Mainzer im Gegensatz zu Gbamin bei entsprechenden Angeboten ziehen lassen würden. Und Trainer Sandro Schwarz wünscht sich noch einen flexiblen Offensivspieler und einen Außenverteidiger.

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