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FSV Mainz - Bayern München Gemischte Gefühle

Bei Mainz 05 werden sie nach der 1:2-Heimpleite gegen den FC Bayern den Eindruck nicht los, dass mehr möglich gewesen wäre.

Mainz-München
Bereitete der linken Mainzer Abwehrseite um Verteidiger Aaron Martin (rechts) immer wieder Probleme: der fleißige Münchner Thomas Müller. Foto: rtr

Sandro Schwarz ertrug die gefühlte Degradierung tapfer. Während der Fußballlehrer vom FSV Mainz 05 nach der 1:2-Heimniederlage gegen den FC Bayern eine kleine Ewigkeit wortlos auf dem Pressepodium saß, arbeitete Niko Kovac artig die vielen Nachfragen ab, weil der Trainer mal wieder der einzige Münchner Verantwortliche war, der sich fürs Verhör zur Verfügung stellte. Wie schon im Bundesligaspiel beim VfL Wolfsburg waren Kovacs Vorgesetzte Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß mit mehr oder weniger breitem Grinsen, aber ohne erhellende Wortmeldung gegangen.

Also war der Bayern-Trainer der einzige, der nach dem „Arbeitssieg“ (Kovac) in der erstmals ausverkauften Arena am Mainzer Europakreisel – diese Garantie gibt der Rekordmeister bei seinen Gastspielen wie ein Grundrecht ab – etwas zu einer bemerkenswerten Meinungsäußerung der Münchner Fans sagen konnte. Kurz vor Anpfiff überspannte den Gästeblock nämlich ein riesiges Trikot, auf dem stand: “§1 - Die Klubfarben sind unantastbar“. 

Umarmung von Kovac

Sogar der Mainzer Stadionsprecher Klaus Hafner, der bereits im alten Bruchwegstadion die Menschen wie ein Marktschreier in Wallung brachte, bedankte sich übers Mikrofon explizit bei den Gästen für ihre kreative Inszenierung, die einen Kontrapol zu den Bengalo-Zündeleien der Mainzer Ultras bildete. Was bedeutet es, wenn die Anhängerschaft den fragwürdigen Rundumschlag ihrer Bosse mit der zweckentfremdeten Argumentation aus dem Grundgesetz im Nachhinein verspottet, weil ihnen die mintgrünen Auswärtstrikots ein Dorn im Auge sind?

„Auch in diesen Trikots können wir Spiele gewinnen“, erklärte Kovac und ergänzte: „Ich bin ein bunter Typ. Ach wissen Sie, ich finde alle Farben schön...“ Ehe der ehemalige Coach von Eintracht Frankfurt die Farbenlehre vertiefte, half ihm der Mainzer Übungsleiter spontan aus der Patsche, indem er einfach seinen Namen sagte: „Schwarz!“ Damit war die Situation mit einem Scherz gerettet. Zur Belohnung gab es nach der Pressekonferenz noch eine Umarmung vom Kollegen Kovac.

Was in Sachen Schlagfertigkeit klappte, sich mindestens auf Augenhöhe zu bewegen, gelang auf dem Spielfeld nur bedingt. „20, 25 Minuten“, führte Schwarz aus, seien seine Mannen in diesem Spiel prima drin gewesen, „dann sind wir ausgeflogen.“ Auch weil seine Mannschaft fast nie jenes „wilde, verrückte Spiel“ inszenierte, dass der Coach angekündigt hatte. 

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