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FSV Mainz 05 In einer längst vergangenen Zeit

Auswärts wartet Mainz 05 schon lange auf einen Sieg. Am Sonntag stellen sich Kandidaten vor.

Fussball Bundesliga
Rouven Schröder, Mainz- Manager (links, hier mit Nigel de Jong), hat keine Lust mehr aufs Negativdenken. Foto: dpa

Eines wollen sie sich in Mainz ganz sicher nicht nachsagen lassen: Dass sie nicht erhebliche Anstrengungen unternommen hätten, um zum neunten Mal in Folge den Klassenerhalt zu sichern. Deshalb haben sie zwei neue Spieler geholt, Nigel de Jong und Anthony Ujah, einen für hinten und einen für vorn; deshalb haben sie eine Rückrunden-Dauerkarte auf den Markt geworfen, bei der eine Stehplatz-Dauerkarte  für die acht Heimspiele bis Mitte Mai pro Partie nur 10,62 Euro kostet; deshalb sind sie Anfang Januar in den Schwarzwald zum Teambuilding gefahren, mit einer Schneeraupe den Berg hinauf, haben im Matratzenlager auf einer Hütte gepennt und sind tags darauf im Schnee wieder hinunter gewandert; und deshalb haben sie sich die besten Szenen der Vorrunde in Videosequenzen angeschaut. Denn die Spieler von Mainz 05 sollen am heutigen Samstagnachmittag bei Hannover 96 nicht kleinmütig im Niedersachsenstadion herumlaufen.

Die Auswertung der Hinrunde hat unter anderem ergeben, dass die Mannschaft reichlich Gegentore aus Standardsituationen kassierte. Zwölf an der Zahl, „zu viele“, wie Sandro Schwarz befindet. Der Chefcoach weiß aber auch, dass Gegner Hannover über einige gut gebaute Spezialisten für diese Standardsituationen verfügt. Die Gefahr lauert also bei Eckbällen und Freistößen. 

Vor der Abfahrt in den Norden ist Sportchef Rouven Schröder gefragt worden, was passiert, wenn die beiden ersten Rückrundenspiele gegen die Aufsteiger Hannover und eine Woche später gegen den VfB Stuttgart verloren gingen? Die Frage hat Schröder ungefähr so gut geschmeckt wie trockener Erdbeerkuchen ohne Sahne. „Da sind wir wieder mit dem negativen Denken“, hat er also geantwortet. Und dann hat Schröder die folgende listige Gegenfrage gestellt: „Was ist denn, wenn wir beide Spiele gewinnen? Was ist dann?“ 

Allzu wahrscheinlich ist dieses Szenario freilich nicht, es ist bald ein Jahr her, seit Mainz 05 das letzte Mal auf fremden Terrain ein Bundesligaspiel gewonnen hat, damals, in einer längst vergangenen Zeit, in Leverkusen. „Das nervt wie Sau“, sagt Trainer Schwarz. Einerseits. Andererseits vergisst er aber auch nicht, darauf hinzuweisen, „dass wir in der Hinrunde von acht Auswärtsspielen nur vier verloren haben“. Man spürt: Der Fußballlehrer will seine Männer starkreden.

Das Wochenende ist prall gefüllt. 18 Stunden nach dem Abpfiff in Hannover werden sich im Businessbereich der Mainzer Arena die fünf Kandidaten für den Vereins- und Vorstandsvorsitz vorstellen. Alle Mitglieder, aber auch Nicht-Mitglieder dürfen zuhören. Eine Woche später wollen Silvio Aita (Leiter einer Buchhaltung und Edelfan), Jürgen Doetz (Journalist und Ex-Vorstandsmitglied), Eva-Maria Federhenn (Juristin einer Versicherung und Aufsichtsratsmitglied), Stefan Hofmann (Verwaltungswirt und ehemaliger sportlicher Leiter im 05-Nachwuchs) und Günter Neuser (IT-Projektmanager) als Nachfolger des Sechs-Monats-Präsidenten Johannes Kaluza zum neuen Vereinsboss gewählt werden. 

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