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FSV Mainz 05 Hinten anstellen

Anthony Ujah, Levin Öztunali und Stefan Bell haben keinen Stammplatz bei Mainz 05.

27.01.2018 14:20
FSV Mainz
Nur im Training am Ball: Anthony Ujah (links), Stefan Bell und Levin Öztunali. Foto: Imago

Schön war’s für den Karnevalsverein am Fastnachtssamstag 2017. Zum letzten Mal vor fremden Publikum hat Mainz 05 vor knapp einem Jahr bei Bayer 04 Leverkusen gewonnen. Die Rückkehr ins Hoheitsgebiet der Werkself am Sonntagnachmittag lässt allerdings keine statistischen Rückschlüsse zu. Denn Leverkusen ist in der Fußball-Bundesliga nach einer ziemlich verkorksten Vorsaison inzwischen eine der stabilsten Größen. In den letzten 14 Spielen gab es nur eine Niederlage, sozusagen außer Konkurrenz gegen Bayern München. 

Immerhin treffen die Rheinländer auf einen Gegner, dessen zuvor auf Hühnerbrustgröße geschrumpftes Selbstvertrauen zuletzt immens gewachsen ist; und dessen elefantöse Unruhe gleichermaßen geschwunden ist – dem 3:2 am vergangenen Samstag gegen den VfB Stuttgart und der erfolgreichen Vereinschefs-Wahl tags darauf sei Dank. Es gibt jetzt jedenfalls keinen Anlass mehr, sportliche Durchhänger auch mit einer Klubkrise zu begründen. Stefan Hofmann, der neue ehrenamtliche Boss, hat sich erst einmal vorgenommen, medial zurückhaltend zu agieren. Ein guter Vorsatz nach all der Geschwätzigkeit der vergangenen Wochen und Monate. 

„Der Verein“, sagt Hofmann, „braucht Ruhe. Das hat ihn immer stark gemacht.“ Viel öfter als am Spielfeldrand beim Flash-Interview mit dem Pay-TV-Sender Sky und bei einem Besuch zur Sendung „Flutlicht“ im SWR-Studio wird man den vormaligen sportlichen Leiter des Mainzer Nachwuchsleistungszentrums in der Öffentlichkeit deshalb erst einmal nicht zu sehen bekommen. Ansonsten sei er „zu hundert Prozent bereit, alles für den Verein zu tun“, verspricht Hofmann, „wir werden die Dinge jetzt anpacken“, denn: „Wenn man im heutigen Fußballgeschäft still steht, laufen die anderen einem davon.“ 

Nigel de Jong etabliert sich

Das sollen auch die Leverkusener Werkskicker am Sonntag nicht tun. Ob der im Sommer 2016 für fünf Millionen Euro von dort zu den Mainzern gewechselte Levin Öztunali ein aktives Wiedersehen mit seiner ehemaligen Arbeitsstätte feiern darf, ist eher unwahrscheinlich. Der 21-Jährige hat nicht nur seinen Stammplatz in der ersten Elf der Nullfünfer verloren, sondern zuletzt noch nicht einmal mehr den Sprung in den 18-Mann-Kader geschafft.

Das ist seiner anhaltenden Formschwäche zu verdanken, aber auch einer neuen strategischen Ausrichtung, die Trainer Sandro Schwarz möglicherweise zur Stabilisierung der Mannschaft beibehalten könnte: hinten defensive Dreierkette mit drei echten Innenverteidigern (zuletzt Diallo, Hack und Gbamin), vorne zwei Stürmer (zuletzt Muto und der überraschend erstarkte Quaison, da gibt es keinen Platz für den offensiven Außenspieler Öztunali. Übrigens derzeit auch nicht für Anthony Ujah, den Königstransfer des Winters, der sich brav hinter Muto und Quaison einreihen muss, und auch nicht für Stefan Bell. Der Kapitän war wie Öztunali eine feste Größe in der Hinrunde, konnte aber ebenfalls nicht durchweg überzeugen und wurde zudem durch eine schwere Erkältung zurückgeworfen, von der er sich nur schwer erholt hat. 

Überraschend fix hat sich derweil Nigel de Jong nach mehr als einem halben Jahr Spielpause in Mainz etabliert. Der nicht mehr ganz taufrische Niederländer sieht auf und abseits des Platzes sofort wie ein Führungsspieler aus. Schwarz lobt, dass de Jong den Blick stets nach vorne gerichtet hat und Querpässe minimiert. „Wir spielen mehr vorwärts und vermeiden so auch einfache Ballverluste“, erklärt Schwarz. So soll es bleiben.

Unbedingt bleiben soll auch der selbst in langer weißer Unterhose durchaus schneidige Franzose Abdou Diallo, der zuletzt in Medienberichten mit dem FC Arsenal in Verbindung gebracht wurde. Zwar hat man bei Mainz 05 grundsätzlich nichts dagegen, Spieler mit Mehrwert weiterzuveräußern, weiß aber auch um die aktuelle prekäre Situation. Der notenbeste Mann muss also bleiben, das haben Sportvorstand Rouven Schröder und Trainer Schwarz unzweifelhaft verlautbart. 

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