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FSV Mainz 05 Ein Beißer als Symbolfigur

Bundesliga-Aufsteiger FSV Mainz 05 gelingt in der Verpflichtung von Eugen Polanksi ein echter Transfercoup. Von Ingo Durstewitz

U21 Deutschland - Tschechien
Gute Freunde: Eugen Polanski (Mönchengladbach, li.), gratuliert Marcel Heller zum Tor in der U 21. Am Samstag sind sie Gegenspieler. Foto: dpa

Eugen Polanski, in Spanien nur Eugenito genannt, vermeidet es partout, allzu überschwängliche Töne anzuschlagen. Fußball, sagt er, sei schnelllebig, Fußball sei ein Tagesgeschäft. "Du spielst mal schlechter und bist ganz schnell weg vom Fenster."

Der Mittelfeldspieler, 23 Jahre alt, weiß, wovon er spricht. Einst in Gladbach als hoffnungsvolles Talent auf den Olymp gehievt, wurde er am Niederrhein alsbald abserviert. Er war nicht mal mehr in der zweiten Liga gut genug. Ex-Trainer Jos Luhukay sortierte ihn aus. Polanski flüchtete vor einem Jahr ins Ausland, nach Getafe. Doch er verabschiedete sich mit der Aussicht auf Rückkehr: "Die Bundesliga bleibt mein Ziel." Man kann nun folgern: Ziel erreicht. Der defensive Mittelfeldmann wird in der neuen Runde für den Bundesliga-Aufsteiger FSV Mainz 05 die Fäden im Mittelfeld ziehen.

Die Rheinhessen einigten sich mit Polanski und dem FC Getafe auf ein Ausleihgeschäft bis Sommer 2010. Anschließend hält der FSV Mainz 05 eine Kaufoption. Die Spanier wollten den Profi am liebsten gleich verkaufen, doch die Ablösesumme von drei Millionen Euro konnten und wollten die Mainzer nicht stemmten. So einigten sich die Parteien auf einen Kompromiss, "mit dem alle leben können", wie FSV-Manager Christian Heidel sagt. Heute sollen die Verträge unterschrieben werden. "Eugen ist einer unserer Wunschspieler", bekundet Heidel.

"Er brummt 90 Minuten"

Polanski konnte in der abgelaufenen Saison gerade zu Beginn überzeugen, gegen Ende warf ihn eine Fußverletzung zurück. Doch hat er durchaus Spuren hinterlassen in Spanien. "Polanski ist der Bauarbeiter in Getafes Mittelfeld", urteilte etwa die Zeitung El Mundo Deportivo.

Für Polanskis Verpflichtung machte sich in Mainz vor allen Dingen FSV-Trainer Jörn Andersen stark. Er war Co-Trainer in Gladbach, als der Spieler dort für Furore sorgte. "Der Spieler wollte vom ersten Tag an zu uns und wir wollten ihn auch unbedingt", sagt Manager Heidel, der sich sehr früh um die Dienste des einstigen U21-Kapitäns bemühte und schon "seit geraumer Zeit" Einigkeit über einen Wechsel erzielt hat. Der Transfer Polanskis an den Bruchweg darf durchaus als Coup gewertet werden. Polanski, obzwar nicht der Schnellste, hat einen guten Ruf, und es spricht für die Mainzer, einige Mitbewerber ausgestochen zu haben. "Er war schon umworben", sagt Heidel grinsend.

Der Manager ist voll des Lobes. "Er ist nicht mehr der Spieler aus Gladbach, er hat in Spanien noch mal eine große Entwicklung genommen", sagt er. "Er hat sich zu einem kompletteren Spieler gemausert, er war uneingeschränkter Stammspieler in Spanien das sagt alles."

Polanski steht auch als Symbolfigur für das, was die Mainzer darstellen wollen in der neuen Spielzeit: Kampfkraft, Leidenschaft, Willen. "In der zweiten Liga kamen wir mehr übers Spielerische, jetzt sind andere Tugenden gefragt", betont Heidel. "Er verkörpert das, was wir brauchen", sagt er. "Verlieren ist ihm ein Gräuel. Er ist zwar kein Maradona, aber ein Beißer und Kämpfer. Er brummt 90 Minuten", lobt Christian Heidel.

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