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FC Hansa Rostock - FSV Mainz 05 2:2 Mainzer Minutenschlaf

Die Rheinhessen schenken den bereits sicher geglaubten Sieg in Rostock in der Schlussphase noch her.

15.09.2008 00:09
ANDREAS HUNZINGER
Der Rostocker Enrico Kern (l) wird vom Mainzer Markus Feulner zu Fall gebracht. Foto: dpa

Ein wenig dürfte sich Jörn Andersen gestern gefühlt haben wie vor gut vier Wochen. Am ersten Spieltag der laufenden Saison in der Zweiten Bundesliga hatte der Trainer des FSV Mainz 05 nämlich erleben müssen, wie sein Team im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern eine 3:0-Führung noch verspielt und am Ende nur ein 3:3 erreicht hatte. Gestern nun, beim 2:2 (0:0) der Mainzer bei Hansa Rostock, gaben seine Spieler einen Zweitore-Vorsprung aus der Hand.

Doch anders als am 15. August wirkte Andersen nach dem Schlusspfiff im Ostseestadion sehr gefasst. Zwar nannte es der Norweger "ärgerlich, dass wir nur einen Punkt mitnehmen". Aber angesichts der Darbietung seiner Mannschaft wollte sich der 45-Jährige nicht über Gebühr grämen. "Wir haben ein starkes Auswärtsspiel gemacht", sagte Andersen, dem vor allem die Offensivbemühungen seines Teams zugesagt hatten. "Wir haben gut nach vorne gespielt", so der hünenhafte Coach.

Hatten sich seine Spieler in der ersten Halbzeit noch etwas zurückgehalten und manchen erfolgversprechenden Angriffsversuch durch einen unnötigen Ballverlust zunichte gemacht, so hatte Mainz nach dem Seitenwechsel die Partie im Griff und brachte sich in eine derart komfortable Situation, dass vieles auf den zweiten Auswärtssieg der Saison hindeutete. Zunächst hatte Angreifer Srdjan Baljak die Gäste nach einem präzisen Pass von Florian Heller unter Mithilfe von Rostocks Torhüter Jörg Hahnel in Führung gebracht (61.), dann sorgte Heller nach starker Vorarbeit von Chadli Amri mit einem Flachschuss aus kurzer Distanz für das Mainzer 2:0.

Dieses Ergebnis hätte wahrscheinlich auch am Ende Bestand gehabt, wenn nicht Dimo Wache den Gastgebern unfreiwillig den Steigbügel gehalten hätte. Der Mainzer Torwart ließ nach 81. Minuten einen harmlosen Schuss von Kevin Schindler zum 1:2 durch Hände und Beine rutschen. "Es tut mir leid", sagte der Mainzer Kapitän nach dem Spiel. Er habe sich so gut gefühlt, "und dann passiert mir so ein Strumpf. Den muss ich halten."

Waches Patzer wäre wohl dennoch nur eine Randnotiz geblieben, hätte der eingewechselte Dragan Bogavac direkt nach dem Rostocker Anschlusstreffer die Riesenchance zum 3:1 genutzt, anstatt den Ball freistehend am Tor vorbeizuschießen. Oder hätte Schiedsrichter Guido Winkmann den nach einem schnell ausgeführten Freistoß allein aufs Rostocker Tor zusteuernden Markus Feulner nicht fälschlicherweise wegen einer angeblichen Abseitsstellung zurückgepfiffen (83.).

So aber war Hansa-Kapitän Gledson nach einem Freistoß von Tobias Rathgeb zur Stelle und wuchtete die Kugel zum 2:2 ins Mainzer Tor (84.). Gewurmt hat Jörn Andersen der Ausgleichstreffer zweifellos. Aber nicht so sehr, wie es noch am ersten Spieltag gegen Lautern der Fall gewesen war.

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