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Regionalliga Südwest Bloß nicht übermütig werden

Der FSV Frankfurt konnte seinen Kader zu großen Teilen beisammen halten, das Ziel heißt aber weiterhin Klassenerhalt.

Andreas Pollasch
Besseren Zeiten entgegen: Andreas Pollasch beim Test gegen Fechenheim. Foto: Huebner

Noch vor drei Jahren trennten den 1. FC Saarbrücken und den FSV Frankfurt Fußballwelten. Während der Stadtteilklub aus dem Frankfurter Osten seine Gastspielreise durch das Bundesliga-Unterhaus fortsetzte, tourte der frühere Bundesligist aus dem Saarland durch die viertklassige Provinz, aus der es scheinbar kein Entrinnen gibt. Zumindest für den 1. FC Saarbrücken, der seit seinem Abstieg in die Dritte Liga 2014 vier Mal in Folge bei dem Versuch scheiterte, in die Drittklassigkeit zurückzukehren. In der abgelaufenen Saison beherrschte die Mannschaft von Trainer Dirk Lottner zwar die Liga, zog dann aber in den beiden Aufstiegsspielen gegen 1860 München den Kürzeren.

Wenn am kommenden Sonntag um 14 Uhr der 1. FC Saarbrücken zum Saisonauftakt in seinem Völklinger Ausweichquartier – das eigene Stadion befindet sich noch im Umbau – den FSV Frankfurt empfängt, haben sich die Kräfteverhältnisse radikal verändert. „Die haben eine Topmannschaft und wollen aufsteigen“, bringt Alexander Conrad, der Cheftrainer des FSV, den Unterschied auf den Punkt.

Hier die Saarländer, die mit einem gehobenen Drittligaetat mit aller Macht endlich hoch wollen, dort die Bornheimer, für die nach ihrem sportlichen und finanziellen Absturz Jahr zwei der Konsolidierung begonnen hat. Wie in der Vorsaison müssen sich Conrad und Thomas Brendel, der neue Sportliche Leiter, mit einem Personaletat von 750 000 Euro begnügen. Ein bescheidener finanzieller Rahmen im Vergleich zur zahlungskräftigeren Konkurrenz wie eben aus Saarbrücken, Elversberg oder auch Mannheim.

Aber nicht nur vor diesem Trio hat Conrad Respekt. Auch die Aufsteiger aus Pirmasens, Balingen, Homburg und aus dem benachbarten Dreieich verfügen nach Einschätzung des früheren FSV-Profis über starke Mannschaften. „In dieser Liga muss man auf der Hut sein, die verzeiht keine Fehler“, sagt der gebürtige Frankfurter, der mit seinem Team ausschließlich den Klassenerhalt als Saisonziel ausgegeben hat.

In der abgelaufenen Spielzeit war dies den Bornheimern erst am vorletzten Spieltag gelungen, als nach einem 2:2 zu Hause gegen den Nachwuchs des SC Freiburg letzte Zweifel am Klassenerhalt beseitigt waren. „Wir erhoffen uns diesmal, den Klassenverbleib ein bisschen früher klar zu machen“, wünscht sich FSV-Präsident Michael Görner. Erleichtert wird diese nicht zu unterschätzende Aufgabe – es gibt mindestens drei, maximal fünf Absteiger – durch die Tatsache, dass sich die Fluktuation im Kader des langjährigen Zweitligisten im Vergleich zur Vorsaison arg in Grenzen hielt. Zwar verließen insgesamt zehn Spieler den Klub, darunter befand sich mit Leon Bell Bell aber nur eine wirkliche Stammkraft.

Mit Marco Koch (TuS Koblenz), Steffen Straub (Wormatia Worms), Ilias Soultani (Schott Mainz) und Alexander Aschauer vom Drittligisten Sonnenhof Großaspach wurden bislang vier neue Akteure für die Offensivabteilung verpflichtet. Der erst am Sonntag mit einem Vertrag ausgestattete Dominik Nothnagel, der vom Drittligisten SV Wehen Wiesbaden an den Bornheimer Hang wechselte, soll gemeinsam mit Nestor Djengoue die Abwehr verstärken.

Djengoue-Verbleib wichtig

Der 27 Jahre alte Djengoue, in der Vorsaison neben Kapitän Alban Sabah in der Innenverteidigung der Frankfurter gesetzt, hatte seinen auslaufenden Vertrag zunächst nicht verlängert und sich auf die Suche nach einem zahlungskräftigeren Arbeitgeber begeben – den er allerdings nicht fand. Der FSV hielt dem kopfballstarken Innenverteidiger allerdings stets ein Hintertürchen offen, Brendel ließ den Kontakt zu dem Kameruner mit italienischem Pass nie abreißen und brachte am Wochenende die Weiterverpflichtung von Djengoue überraschend unter Dach und Fach. Eine Personalie, die für den FSV Frankfurt auf dem Weg seiner Konsolidierung noch von enormer Bedeutung sein könnte.

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