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Klassenerhalt Es ist geschafft

Der FSV sichert am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt in der Regionalliga. Präsident Görner ist überglücklich.

Dass Michael Görner die Worte fehlen, kommt nicht oft vor. Der Präsident des FSV Frankfurt ist ein kommunikativer Typ, einer, der sich nicht hinter gestelzten Fußballfloskeln versteckt und lieber frei Schnauze sagt, was er denkt. „Ich schwätz‘ schon wieder zu viel“, entschuldigt sich Görner gern bei Interviews. Diesmal war es anders.

Als das große Ziel, auf das der 57-Jährige und seine Mitstreiter monatelang hingearbeitet hatten, endlich erreicht war, brauchte der Klubchef ein paar Momente, um sich zu sammeln. „Ich bin völlig durch den Wind. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, stammelte Görner, sichtlich angefasst. Durch ein 2:2 (1:1) gegen den Tabellendritten SC Freiburg II haben sich die Bornheimer am Samstag einen Spieltag vor Ultimo den Klassenerhalt in der Regionalliga Südwest gesichert – und so den dritten Abstieg in Folge verhindert.

Während der letzten zehn Spielminuten war Görner nervös an der Seitenlinie entlang getigert. Als dann endlich der Schlusspfiff erklang, war er der erste Gratulant auf dem Rasen. Der Vereinsboss hat im zurückliegenden Jahr so viel Zeit und Energie in die Rettung des FSV gesteckt wie kein anderer, entsprechend erleichtert war auch der Präsident, als er seine Worte wiedergefunden hatte. „Das ist ein ganz toller Tag für uns“, sagte Görner. „Ich bin total happy.“
 

Da die TuS Koblenz im Kellerduell den KSV Hessen Kassel besiegte, hätte den Bornheimern am Ende sogar eine Niederlage nichts ausgemacht. Bei nur noch einem ausstehenden Spieltag hat der FSV fünf Punkten Vorsprung auf die gefährliche Zone. Trotzdem war der FSV gegen spielfreudige Freiburger bemüht, sich nicht auf die Konkurrenz zu verlassen und seine eigenen Hausaufgaben zu erledigen. Durch Tore des starken Ahmed Azaouagh (31.) und des eingewechselten Javan Torre Howell (88.) egalisierten die Hausherren vor 1578 Zuschauern zweimal die Führung der Gäste und schnappten sich so einen am Ende verdienten Punkt. „Die Mannschaft hat gefightet und gut dagegen gehalten“, sagte Trainer Alexander Conrad.

Neben dem Chefcoach stehen auch Kapitän Alban Sabah, Torjäger Vito Plut, Verteidiger Jesse Sierck und Neuzugang Ilias Soultani für die neue Regionalliga-Spielzeit unter Vertrag, in den kommenden Tagen will der FSV einige weitere Vertragsverlängerungen und Neuzugänge präsentieren. „Wir haben schon ein gutes Gerüst zusammen“, sagte Görner.

Bei Innenverteidiger Nestor Djengoue stehen die Zeichen indes auf Abschied; der Kameruner wird wohl das Angebot eines anderen Klubs annehmen. Auch Torwarttrainer Norbert Lorz gibt sein Amt nach zwölf Jahren aus Zeitgründen auf.

Finanziell kann der FSV künftig noch keine Sprünge machen, der Mannschafts-Etat wird laut Görner wie schon im zurückliegenden Jahr bei 750 000 Euro liegen, der Gesamtetat weiter bei 1,5 Millionen Euro. Durch die Insolvenz von Untermieter Frankfurt Universe und eine komplette Hinrunde ohne Stadionsponsor bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Der FSV wird sicher noch eine oder zwei Spielzeiten benötigen, um sich zu konsolidieren. Seit diesem Wochenende weiß er zumindest: Auch kommende Saison ist er ganz sicher in der Regionalliga dabei.

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