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Heimniederlage Warten auf das Erfolgserlebnis

Der FSV Frankfurt verliert sein Heimspiel gegen Wormatia Worms mit 1:2 - auch weil es dem jungen Team an Erfahrung mangelt.

FSV Frankfurt - VfR Wormatia Worms
Gestoppt: Daisuke Ando (Worms, links) grätscht Andreas Pollasch (FSV) ab. Foto: pressehaus

Eigentlich hatte es Michael Görner kommen sehen. Am besten, sagte der Präsident des FSV Frankfurt in der Halbzeitpause, „pfeift der Schiedsrichter jetzt schon nach 45 Minuten ab“. Kurz zuvor, in der vierten Minute der Nachspielzeit, hatte der Bornheimer Leon Bell Bell die insolventen Gastgeber mit 1:0 in Führung gebracht. Es war der erste Schuss aufs Tor von Wormatia Worms - und er passte. Eine glückliche Führung, ohne Frage. Auch oder gerade deshalb sehnte Görner das frühe Ende herbei.

Es kam wie es kommen musste. Nach den zweiten 45 Minuten stand der FSV mit leeren Händen da, der finanziell arg in Schieflage geratene Traditionsverein wartet nach der verdienten 1:2-Niederlage gegen die ebenfalls bis dato sieglosen Gäste weiter auf den ersten Punkt in der Regionalliga Südwest. „Wir haben das Spiel leichtfertig weggeschenkt“, sagte Görner später. Die Jungs hätten einen Sieg gebraucht, um vernünftig in die Runde zu kommen.

Aber auch der Insolvenzverwalter wäre über ein derartiges sportliches Lebenszeichen sicher erfreut gewesen. Auf der Suche nach neuen Sponsoren, frischem Geld, würden positive Schlagzeilen unzweifelhaft helfen. Stattdessen aber herrschte im Bauch des Stadions am Bornheimer Hangs ein klein wenig Tristesse. Denn, „dass Menschen sich immer dahin gesellen, wo der Erfolg ist, ist unstrittig“, sagte Görner.

Weiter auf der Suche nach Trikotsponsor

Der FSV ist weiter auf der Suche nach einem neuen Trikotsponsor. Ebenso ließ sich noch kein neuer Namensgeber für das Stadion an der A661 finden. Es wäre Görner und seinem kleinen Team zu wünschen, fündig zu werden, um den Fortbestand des ehemaligen Zweitligisten, der binnen kürzester Zeit in die Viertklassigkeit abgerutscht ist, zu sichern.

Die fehlenden finanziellen Möglichkeiten sind auch für Trainer Alex Conrad ein Grund, warum die junge, neu zusammengestellte Mannschaft noch nicht wirklich angekommen ist in der Regionalliga. Eine erfahrene Mannschaft, sagt der einstige Eintracht-Profi, „entscheidet das Spiel im zweiten Durchgang für sich“. Conrad dachte dabei an die beste Phase des FSV zwischen der 55. und 61. Minute.

Sechs Minuten, in denen Bell Bell und Maziar Namavizadeh gefährlich vors Wormser Tor kamen. Letzterer war im Strafraum zu Fall gebracht worden. Der Pfiff aber blieb aus, auch, weil der Referee zuvor eine Abseitsstellung des Stürmers erkannt hatte. Conrad zweifelte diese Entscheidung an: „Wir wahren auf Höhe der Ereignisse, das war für meine Begriffe eine Fehlentscheidung.“

Danach kam Worms wieder besser ins Spiel, Thomas Gösweiner (70.) und Daisuke Ando (87.) drehten mit ihren Kopfballtoren die Partie. Beide kamen dabei ziemlich unbedrängt zum Abschluss. „Da waren wir zu passiv, gehen gar nicht richtig hin“, mäkelte Conrad zurecht. „Einer jungen Mannschaft passieren mehr Fehler, der fehlt es in solchen Momenten an Erfahrung.“

Die Ligatauglichkeit will der Übungsleiter seinen Spielern aber nicht absprechen. „Einige haben schon die Klasse, aber wenn du nicht vor Selbstvertrauen strotzt, sieht das passiver aus.“

Verstärkung in Sicht

Einige – das sind nicht viele. Verstärkungen müssen also her. Das Transferfenster schließt am 31. August. „Nächste Woche können wir vielleicht noch einen erfahrenen Spieler für Abwehr und Mittelfeld präsentieren“, sagte Conrad. Vorausgesetzt, er bleibt bezahlbar. „Ich habe letztens einen Spieler angeboten bekommen, dem habe ich nicht mal brutto bieten können, was er bei seinem jetzigen Verein netto hat“, sagte Conrad und war um positive Stimmung bemüht. „Wir brauchen jetzt keine Panik machen, sagte er am Ende dieses verregneten Nachmittags: „Zumindest unser erstes Tor haben wir geschossen. Jetzt brauchen wir schleunigst auch die ersten Punkte. Damit wollen wir am Freitag in Walldorf anfangen.“

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