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FSV Frankfurt Viel weiter als vor einem Jahr

Der FSV Frankfurt geht zuversichtlich in seine zweite Regionalliga-Saison. Der Stadtteilklub, der am Boden lag, hat wieder das Laufen gelernt.

FSV Frankfurt
Sonniges Wetter, gute Laune: Das Team von Trainer Alex Conrad (rechts stehend) wird von den Fans in Augenschein genommen. Foto: Imago

Eigentlich war es wie immer, wenn der FSV Frankfurt seine neue Mannschaft dem eigenen Anhang präsentiert. Schon seit Jahren findet sich am Bornheimer Hang eine überschaubare Anzahl von Fans und Medienvertretern ein, um im familiären Rahmen bei Bratwurst und Bier über den Fußball im Frankfurter Osten fachzusimpeln. Das war in der Hessenliga so und änderte sich im Grunde genommen auch in den acht Jahren nicht, als die Bornheimer in der zweiten Bundesliga ihre beste Zeit erlebten.

Mittlerweile steht der FSV vor seiner zweiten Saison in der Regionalliga Südwest, die Ende Juli beginnt. Dort wird zwar nur noch viertklassiger Fußball geboten. Dennoch verlieh eben diese Tatsache der Mannschaftsvorstellung das ganz besonderen Flair. „Es ist nicht selbstverständlich, was wir hier präsentieren“, sagte Michael Görner, „wir sind sehr viel weiter als noch vor einem Jahr.“ Und Jürgen Eimer, langjähriger Fansprecher, ergänzte: „Diese Saison können wir doch viel entspannter angehen.“

Alexander Conrad: „Wir brauchen mehr Größe und Erfahrung“

Görner, seit 14 Monaten wieder Präsident des FSV, kämpfte vor zwölf Monaten nämlich noch mit dem riesengroßen Scherbenhaufen, den ihm sein Vorgänger Julius Rosenthal sowie der damalige Geschäftsführer Clemens Krüger hinterlassen hatten. Der langjährige Zweitligist war finanziell wie sportlich heruntergewirtschaftet worden und musste den schweren Gang zum Insolvenzgericht antreten. Es gab keine Spieler mehr, keinen Hauptsponsor und keinen Namensgeber für das Stadion an der Autobahn 661, die wenigen verbliebenen Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle zitterten um ihre Jobs.

Zwölf Monate später sieht die Welt am Bornheimer Hang ganz anders aus. Der Stadtteilklub, der am Boden lag, hat wieder das Laufen gelernt. Görner und sein kleines Team haben in einem Jahr viele Baustellen schließen können. Aus formalen Gründen ist das Insolvenzverfahren zwar noch nicht abgeschlossen, aber der Gesamtetat von rund zwei Millionen Euro ist abgesichert. Wie in der Vorsaison entfallen davon knapp 750.000 Euro auf das Regionalligateam von Trainer Alex Conrad, der vor der vergangenen Saison innerhalb kürzester Zeit eine neue Mannschaft aufbauen musste. Diese heikle Mission bleibt dem früheren Profi diesmal erspart. Bis auf die beiden Leistungsträger Nestor Djengoue und Leon Bell Bell konnten alle Stammkräfte gehalten werden. Mit Ilias Soultani (Schott Mainz), Marco Koch (TuS Koblenz), Steffen Straub (Wormatia Worms) und Alexander Aschauer (Sonnenhof Großaspach) wurden vier neue Spieler verpflichtet, die in der Offensive mehr Qualität verleihen sollen. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf dem 1,90 Meter großen Mittelstürmer Aschauer.

„Wir brauchen mehr Größe und Erfahrung“, erklärte Conrad gestern nach der Rückkehr aus dem fünftägigen Trainingslager im bayerischen Bad Aibling. Deshalb sollen in den kommenden zwei Wochen noch zwei bis drei Spieler verpflichtet werden. Conrad wird dabei nun auch offiziell von Thomas Brendel unterstützt. Der 42 Jahre alte frühere Torjäger der Bornheimer ist seit 1. Juli neuer Sportdirektor des FSV, der sich in der abgelaufenen Saison so einen Posten nicht leisten konnte. Brendel, mit Görner und Conrad privat befreundet, stand den beiden aber schon seit einem Jahr mit Rat und Tat zur Seite.

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