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FSV Frankfurt Trainer gefunden, Mannschaft gesucht

Zweitligaabsteiger FSV Frankfurt stellt Roland Vrabec als neuen Übungsleiter vor, kann ihm aber noch keine echte Mannschaft bieten.

Roland Vrabec versuchte, bei seiner Vorstellung Optimismus zu verbreiten. Foto: Jan Huebner

Roland Vrabec war gleich mal schwer beschäftigt, als er den Presseraum des FSV Frankfurt betrat. Es galt, Hände zu schütteln, bekannte Hände. Vrabec, der neue Trainer am Bornheimer Hang, ist ja streng genommen gar kein neuer Trainer am Bornheimer Hang, zumindest dann, wenn man dem gebürtigen Frankfurter jene Zeit anrechnet, in der er U17 und U19 des Klubs coachte, von 2001 bis 2007.

Vrabec, frisch rasierte Glatze, frisch getrimmter Vollbart, brauchte also ein Weilchen, bis er es an der Seite von Geschäftsführer Clemens Krüger und Sportdirektor Roland Benschneider auf die Bühne geschafft hatte, und dort war er dann bemüht, das auszustrahlen, was die Bornheimer nach dem Zweitligaabstieg derzeit ziemlich dringend benötigen: Optimismus.

„Es ist eine spannende Aufgabe“, sagte Vrabec, der einen ruhigen, bestimmten Eindruck hinterließ: „Wir wollen hier eine Mannschaft aufbauen, die schnell Fuß fasst in der Dritten Liga und die die Zuschauer auch ein Stück weit begeistert.“ Was der FSV noch dringender benötigt als Optimismus und alles andere, ist ja in der Tat erst einmal das: eine Mannschaft. Sechs Lizenzspieler sind derzeit vertraglich gebunden an den Verein, wie Clemens Krüger verkündete, er wollte damit jene besorgniserregenden Gerüchte zerstreuen, die besagen, es seien erst drei, eine Woche vor dem Trainingsstart. Darüberhinaus gebe es „sechs bis sieben“ sichere Zusagen, aus denen bald Verträge werden sollen.

Die Wunschlösung

Vrabec, laut Krüger Wunschkandidat der Bornheimer und mit einem Vertrag bis 2018 ausgestattet, schwebt für den Neuanfang eine Mischung vor. Eine Mischung aus solchen Spielern, die bereits höherklassig Erfahrung gesammelt haben und bereit sind, sich der Herausforderung Dritte Liga zu stellen; und solchen, die jung sind, entwicklungsfähig, mit dem unbedingten Hunger, sich für mehr zu empfehlen. Stand jetzt enthält diese Mischung Mataj Birol (18 Jahre alt, Tor), Mateo Andacic (18, offensives Mittelfeld), Leon Hammel (20, zentrales Mittelfeld), Nahom Gebru (19, offensives Mittelfeld) und den bewährten Shawn Barry (26, offensive Außenbahn). Viel Zukunft, nicht so viel Gegenwart.

Die Gespräche mit Alexander Huber sind gescheitert, die mit Marc-André Kruska werden aller Wahrscheinlichkeit bald gescheitert sein, bei Edmond Kapllani laufen die Verhandlungen. Ergebnis: offen. „Wichtig ist nicht, dass wir beim Trainingsauftakt eine schlagkräftige Mannschaft haben. Was zählt, ist der Saisonstart“, beschwichtigte Krüger.

Immerhin ist der FSV, das war den Verantwortlichen anzumerken, zufrieden mit der Lösung Vrabec, und Vrabec, auch das war zu spüren, ist zufrieden mit der Lösung FSV. „Es war immer irgendwie in meinen Gedanken, hier als Trainer der ersten Mannschaft zurückzukehren“, sagte der 42-Jährige, dem seine jüngste Rolle als Co-Trainer beim FC Luzern unter Markus Babbel irgendwann nicht mehr behagte. „Ich habe den FSV nie aus den Augen verloren. Er ist eine Herzensangelegenheit für mich. Ich hoffe, dass wir hier eine Aufbruchstimmung erzeugen können.“ Es wird Geduld brauchen.

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